Insektensterben

Finnentrop setzte auf bunte Blumen für die Honigbienen

Brigitte Kümhof, Sebastian Schrennen, Alexander Maag (alle Gemeinde Finnentrop),Dieter Heide, Gerhard Hüttemann, Gerhard Tump und Sabine Roland (alle BUND)

Brigitte Kümhof, Sebastian Schrennen, Alexander Maag (alle Gemeinde Finnentrop),Dieter Heide, Gerhard Hüttemann, Gerhard Tump und Sabine Roland (alle BUND)

Foto: Privat / WP

Finnentrop.  Das Insektensterben greift immer mehr um sich. Finnentrop unterstützt die Honigbienen mit der Anpflanzung von bunten Blumen.

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Die Nachrichten sind beängstigend: Das Insektensterben, von dem auch die für uns Menschen unverzichtbaren Honigbienen betroffen sind, greift immer mehr um sich. Ohne Bienen keine Bestäubung, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen. Es ist also wichtig, auf das für uns Menschen lebensbedrohliche Insektensterben aufmerksam zu machen und gegenzusteuern.

Begrünung des Kreisverkehrs

Schon seit einigen Jahren setzt die Gemeinde Finnentrop bei der Begrünung des Kreisverkehrs auf der Bamenohler Straße in Finnentrop und bei der Gestaltung einer Fläche am Rathaus auf bunte Blumenwiesen. Auch die Kooperation mit einem Imker aus Hülschotten ist nicht neu. Hier wird eine Obstwiese, die als Ausgleichsmaßnahme für ein Baugebiet angelegt worden ist, regelmäßig durch Aussaat von bienenfreundlichen Saatgutmischungen in eine blühende Oase verwandelt. Eine zweite Obstwiese ist dort im letzten Jahr hinzugekommen und dient jetzt ebenfalls als Bienenweide. Bei der Neuanlage von größeren Rasenflächen wird Landschaftsrasen mit hohem Anteil an Blühpflanzen verwendet. So ist zum Beispiel die Renaturierungsfläche an der Lenne bei Bamenohl alljährlich ein Paradies für Insekten.

In diesem Jahr hat die Gemeinde drei weitere Versuche mit unterschiedlichen Wildblumenmischungen gestartet – ein Projekt, das Bauhofleiter Alexander Maag und die Gärtner der Gemeinde voll und ganz unterstützen. So ist ein Teil der Wiese am Anfang des Industriegebietes in Finnentrop zur bunten Blumenwiese umgestaltet worden.

Ehemalige Viehtrift gefräst

Ein weiterer Blühstreifen fällt am Ortsausgang von Fretter Richtung Ostentrop ins Auge. Hier wurde eine ehemalige Viehtrift gefräst und mit einer Blumenmischung eingesät. Von besonderem Interesse ist sowohl für die Gemeinde Finnentrop als auch für den BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) die Entwicklung der neu eingesäten Blumenwiese auf der „Amtshauswiese“ an der Fretterstraße in Serkenrode.

Dieter Heide und Gerhard Hüttemann von der BUND–Kreisgruppe Olpe sind bereits im Frühjahr letzten Jahres bei der Gemeinde Finnentrop vorstellig geworden, um auf das Insektensterben aufmerksam zu machen und für die Anlage von Blumenwiesen zu werben.

Allerdings sollten es nicht die üblichen Samenmischungen sein, sondern „Samen gebietseigener Wildblumen und Wildgräser aus gesicherten Herkünften“. Mit anderen Worten: Es sollten Samen von Wildpflanzen aus unserer Region verwendet werden. Bei der Gemeinde Finnentrop stieß das Anliegen auf offene Ohren.

Blumenwiese in voller Blüte

Da Gerhard Hüttemann in Serkenrode wohnt, wurde für das Experiment die dortige „Amtshauswiese“ ausgewählt. „Das Saatgut ist zwar teurer, aber den Versuch wollten wir starten, “ so Brigitte Kümhof, Fachkraft für Umweltschutz bei der Gemeinde Finnentrop. Im Frühsommer kam die Ernüchterung. Während alle anderen Wiesen in voller Blüte standen, war in Serkenrode nur vereinzelt eine Blüte zu entdecken. „Im August hat sich das Blatt gewendet“, strahlt Gerhard Hüttemann.

„Während auf anderen Blumenwiesen die Blühkraft nachlässt und schon viel Verwelktes zu sehen ist, steht die Serkenroder Blumenwiese jetzt in voller Blüte.“ Da es sich um eine mehrjährige Mischung handelt, darf man gespannt sein, wie die Entwicklung im zweiten Jahr verläuft.

Gemeinde legt weitere Wiesen an

„Naturnahe Begrünung mit gebietseigenem Saatgut und einer ausgewogenen Artenzusammensetzung ist das Optimale. So kann man die heimische Vielfalt erhalten, “ wirbt Dieter Heide, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe: „Jede Blumenwiese ist ein Gewinn. Wichtig ist es, bei der Auswahl von Saatgutmischungen darauf zu achten, dass die Blüten von den Insekten genutzt werden können. Gefüllte Blüten etwa sind nicht als Bienenfutter geeignet“, so Heide

In der Gemeinde Finnentrop werden im nächsten Jahr weitere Blumenwiesen angelegt. „Auch im eigenen Garten sollte jeder zumindest eine kleine Bienenweide anlegen, so kommen wir insgesamt gesehen auf eine Riesenfläche“, so der Vorschlag aller Beteiligten.

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