Unfall

17-Jährige stirbt bei Unfall: „Wir sind unglaublich traurig“

Das Motorrad und der Geländewagen nach dem Unfall auf der B 236. 

Das Motorrad und der Geländewagen nach dem Unfall auf der B 236. 

Foto: Kai Osthoff / WP

Rönkhausen.  Bei einem Unfall auf der B 236 in Finnentrop wurde eine 17-Jährige getötet. An ihrer Schule und in ihrem Heimatort Rönkhausen herrscht Entsetzen.

Ein tragischer Verkehrsunfall hat den Beginn der neuen Woche im Kreis Olpe überschattet. Dabei starb am Montagmorgen eine 17-jährige Schülerin. Ihre Freundin und Mitschülerin ringt noch um ihr Leben.

Die beiden Mädchen, die aus Rönkhausen bzw. Glinge stammen, waren am Montagmorgen mit einem Leichtkraftrad (125 ccm) unterwegs zur Schule in Altenhundem. Schon wenige Meter hinter ihrem Heimatort kam ihnen auf der Bundesstraße 236 in Richtung Finnentrop ein Pick-up, Marke Ford Ranger, entgegen, der plötzlich auf die Gegenfahrbahn ausscherte. Der Wagen kollidierte dort frontal mit dem Leichtkraftrad der Schülerinnen.

Die Fahrerin erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen, ihre Freundin wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Der 30-jährige Fahrer des Geländewagens, der im Märkischen Kreis zugelassen ist, erlitt einen Schock. Rettungskräfte brachten ihn ebenfalls in ein Krankenhaus.

Staatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Warum der Wagen auf die Gegenfahrbahn geriet, ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Die Staatsanwaltschaft Siegen setzte einen Sachverständigen zur Klärung der Ursache ein.

An der Schule der beiden Mädchen, dem Gymnasium der Stadt Lennestadt, wurde die Nachricht mit Fassungslosigkeit und großer Betroffenheit aufgenommen. Schulleiterin Birgitta Pieters: „Wir sind unglaublich traurig, für die ganze Schulgemeinde ist dies sehr schlimm.“

Dass die beiden Schülerinnen das Motorrad für den Schulweg nutzten, war kein Einzelfall. Nachdem sie am Montagmorgen nicht zum Unterricht erschienen waren, ihre Mitschülerinnen in der Jahrgangsstufe Q1 sie nicht erreichen konnten und erste Gerüchte im Zusammenhang mit dem Unfall aufkamen, hatte die Schulleitung Kontakt mit der Polizei und den Eltern aufgenommen. Nach der traurigen Gewissheit rief die Schulleitung für die erste Betreuung der Schülerinnen und Schüler das für solche Ausnahmesituationen gebildete Krisenteam zusammen und nahm Kontakt mit dem schulpsychologischen Dienst auf. Birgitta Pieters: „Wir werden in den nächsten Tagen versuchen, die Schüler zu betreuen und so gut es geht aufzufangen.“

Kritik an Verkehrsführung an der B 236

Die Schule will neben einer Gedenkveranstaltung im Stufenraum der Jahrgangsstufe eine Gedenkecke einrichten und ein Kondolenzbuch auslegen, damit die Mitschülerinnen und Mitschüler einen Raum haben, wo sie auch schriftlich mit ihrer Trauer umgehen können.

„Ganz Rönkhausen steht unter Schock“, sagt Daniel Schulte, Elferrratspräsident vom TV Rönkhausen, am Montagnachmittag. Er habe an dem Morgen mit dem Auto in dem Stau gestanden, der sich unmittelbar nach Absichern der Unfallstelle gebildet hatte. „Es ist furchtbar. Ich kenne die Familie gut, bin mit den Müttern der Mädchen zur Schule gegangen. Meine Tochter tanzt mit der Verstorbenen in derselben Karnevalsgruppe zusammen.“ Es sei ein schwarzer Tag, kaum zu fassen.

Seit Jahren kritisiert Daniel Schulte die Verkehrsführung an der B 236, die in diesem Bereich laut der Polizeistatistik zu den Unfallhäufungspunkten im Kreis Olpe zählt. „Es ist eine sehr gefährliche Ecke, gerade für Zweiradfahrer. Nicht selten werden sie hier von Lkws überholt und das auch in der Kurve“, so der Vater von vier Kindern. Seiner Auffassung nach müsste an dieser Stelle dringend etwas passieren. Damit nicht noch mehr passiert.

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