Brennpunkt Ausbildung

Firma aus Olpe bietet Ausbildung zum Kunststoff-Verfahrensmechaniker

Brennpunkt Ausbildung: Die Firma WIRO aus Olpe sucht einen Auszubildenden für den Beruf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Firmenchef Reiner Rohlje (links) und Dipl.-Ingenieur Ingmar Bergbohm (Geschäftsführer) wissen, worauf es in der Branche ankommt.

Foto: WP

Brennpunkt Ausbildung: Die Firma WIRO aus Olpe sucht einen Auszubildenden für den Beruf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Firmenchef Reiner Rohlje (links) und Dipl.-Ingenieur Ingmar Bergbohm (Geschäftsführer) wissen, worauf es in der Branche ankommt. Foto: WP

Olpe.   Nächste Folge der Serie „Brennpunkt Ausbildung - Bewerber gesucht“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wenn sich der 50-jährige Diplom-Ingenieur Ingmar Bergbohm an seine ersten beruflichen Gehversuche erinnert, leuchten auch heute noch seine Augen: „Es war eine Zeit, in der der Kunststoff im täglichen Leben eine immer größere Rolle spielte. Das war für mich einfach der Werkstoff der neueren Zeit. Ich hab mich brennend dafür interessiert, wie die Dinge entstehen und mir die Frage gestellt: Wer macht das eigentlich?“

Die Antwort war schnell gefunden: der Kunststoff-Formgeber, wie der Beruf damals noch hieß. Heute ist daraus der „Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik“ geworden - und genau dieses eher unbekannte Berufsbild stellen wir heute in unserer Serie „Brennpunkt Ausbildung - Bewerber gesucht“ vor.

Derzeit keine Bewerber

Bergbohm, der aus Baden-Württemberg stammt, ist heute Mitgeschäftsführer der Firma WIRO in Olpe-Saßmicke. Und gemeinsam mit Firmenchef Reiner Rohlje sucht er einen Auszubildenden in eben diesem Beruf. Einen geeigneten Bewerber zu finden, sei derzeit schwierig. Interessenten? Fehlanzeige!

Dabei wird trotz der komplexen beruflichen Anforderung gar kein Genie erwartet: „Ein Bewerber mit dem Hauptschulabschluss 10B (Fachoberschulreife) ist herzlich willkommen“, sagt Firmenchef und Werkzeugmachermeister Reiner Rohlje. Und Bergbohm fügt hinzu: „Ein Bewerber sollte zunächst einmal neugierig sein, sich für Technik grundsätzlich interessieren.“

90-prozentiger Exportanteil

Grundkenntnisse in Mathematik seien natürlich ebenso wenig hinderlich wie das Interesse für andere Länder und Kulturen. Denn, so Bergbohm, „wir haben einen 90-prozentigen Exportanteil.“ Da die Kunststoff-Spritzgieß-Werkzeuge häufig beim Kunden eingepasst und in Betrieb genommen würden, bringe das auch schon mal einwöchige Auslandsaufenthalte mit sich. „Wir liefern in etwa 70 Länder aller Kontinente“, klärt Reiner Rohlje auf, „nach China genau so wie nach Ägypten, Mexiko, Chile oder Kanada.“ Und da gehöre die Montage eben mitunter dazu.

Erstmal bohren, drehen, fräsen

Während eines Betriebs-Rundgangs erklären die WIRO-Chefs, was eigentlich die Aufgabe eines Kunststoff-Verfahrensmechanikers ist und was auf einen Azubi zukommt: „Im ersten Lehrjahr steht die Metall-Grundausbildung im Mittelpunkt“, klärt Bergbohm auf: „Bohren, drehen, fräsen, schleifen und feilen. Eigentlich alles, was auch ein Werkzeugmacher macht.“ Im zweiten Jahr werde ein Lehrling langsam an die Arbeit mit den Spritzgieß-Maschinen und den Werkzeugen herangeführt, im 3. Jahr könne ein Azubi schon selbstständige Aufgaben übernehmen.

Grundsätzlich geht es bei WIRO nicht um die Massen-Endproduktion, sondern darum, die Werkzeuge für die Spritzgieß-Maschinen zu bauen und passgenau einzurichten, „bis zur Serienreife für die Herstellung des Endprodukts.“

Gerade stehen wir vor einer dieser Spritz-Gieß-Maschinen, die mit Hilfe eines WIRO-Werkzeugs und des Kunststoff-Mechanikers aus Granulat, das ein wenig an grobes Streusalz erinnert, kleine Verschlüsse für Zahnpasta-Tuben herstellt. Das muss reibungslos funktionieren, dann kann das Werkzeug zum Kunden, wo die eigentliche Massenproduktion beginnt.

Zukunftssicherer Beruf

Kunststoffteile, so Rohlje, würden überall benötigt. Ob nun im Auto, in der Küche oder schon morgens im Bad, wenn man das Dusch-Gel oder die Zahnpasta-Tube öffne. Vielleicht mit einem Verschluss, für dessen Produktion WIRO das Werkzeug geliefert habe.

Alles Dinge, die aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken seien. Und deshalb sei der Kunststoff-Verfahrensmechaniker auch „ein absolut zukunftssicherer Beruf.“ Weiterer Vorteil, so Rohlje: „Die Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sind unbegrenzt.“ So könne der Lehre eine Ausbildung zum Meister oder Techniker folgen, oder sogar der Weg zur Hochschule für das Ing.-Studium „Kunststoff-Technik“ eingeschlagen werden, was Ingmar Bergbohm vorgemacht habe.

Praktikum möglich

Wer jetzt Appetit auf den Ausbildungsplatz bekommen hat, kann sich direkt an die Firma WIRO in Olpe-Saßmicke wenden, 02761/3003, Ansprechpartner: Ingmar Bergbohm. WIRO bietet bei Interesse die Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren. Unbedingte Voraussetzung für eine Bewerbung ist das aber nicht. Die Berufsschulen für die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuk-Technik sind in Lüdenscheid und Siegen.

WIRO ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit rund 45 Mitarbeitern. Firmengründer ist Wilfried Rohlje, Nachfolger dessen Sohn Reiner. Beide sind gelernte Werkzeugmacher-Meister.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik