Flixbus-Aus

Flixbus zieht schon die Reißleine für Olpe und Lennestadt

Flixbus zieht sich nach nur wenigen Monaten wieder aus dem Kreis Olpe zurück: Beide Haltestellen, in Olpe (Foto) und Altenhundem, werden ab dem 16. August nicht mehr angefahren.

Flixbus zieht sich nach nur wenigen Monaten wieder aus dem Kreis Olpe zurück: Beide Haltestellen, in Olpe (Foto) und Altenhundem, werden ab dem 16. August nicht mehr angefahren.

Foto: Josef Schmidt

Olpe/Lennestadt.   Das Fernbusunternehmen Flixbus zieht sich nach nur dreieinhalb Monaten schon wieder aus Olpe und Lennestadt zurück. Fahrgäste blieben aus.

Die Nachricht hatte seinerzeit großen Jubel ausgelöst: Das überregional tätige Fernbus-Unternehmen Flixbus, so vermeldete die Olper Stadtspitze Anfang März, halte demnächst auch in Olpe und Altenhundem.

Jetzt die „bittere Pille“ der Flixbus-Pressestelle vom frühen Rückzug nach nur dreieinhalb Monaten: „Bedauerlicherweise“, so Flixbus-Pressesprecher David Krebs, „hat uns aus unserer Netzplanung die Nachricht erreicht, dass sowohl Olpe als auch Altenhundem ab dem 16. August nicht mehr an unser Fernbusnetz angeschlossen sind.“

Wenig Fahrgäste sind ein Grund für das Flixbus-Aus

Krebs bestätigte, dass unter anderem die geringe Resonanz eine Rolle für das „Aus“ bedeutet habe: „Tatsächlich ist unser Angebot zu wenig genutzt worden.“ Daraufhin habe die zuständige Abteilung von Flixbus die Situation genau geprüft, analysiert und mögliche Szenarien durchgespielt.

Am Ende sei dann aber die Entscheidung getroffen worden, Olpe und Altenhundem wieder vom Netz zu nehmen. Bei solchen Schritten handele es sich jeweils um Einzelfallentscheidungen. Die Gründe könnten denn auch vielschichtig sein: „Um für unsere Fahrgäste das bestmögliche Angebot bereithalten zu können, optimieren wir unser Streckennetz stetig.

Leider führt dies in Einzelfällen auch dazu, dass Haltepunkte dann nicht mehr angebunden werden können. Die Gründe dafür reichen von fehlender Nachfrage bis hin zu operativen Herausforderungen wie zu lange Fahrzeiten durch lange Anfahrtswege – zumeist trifft eine Mischung verschiedenster Gründe zu. So auch im Fall von Olpe und Lennestadt-Altenhundem.“

Warum der Flixbus ein Comeback feiern könnte

Den Hinweis, dass die Entscheidung schon sehr früh nach der Angebots-Einführung gegen Olpe und Altenhundem gefallen sei, wollte Krebs nicht kommentieren. Er verwies aber darauf, dass das Streckennetz einer „stetigen Optimierung“ unterliege. Im Klartext: Olpe und Altenhundem müssten nicht auf alle Ewigkeit vom Flixbus-Netz ausgeschlossen bleiben. Krebs wörtlich: „Unser Streckennetz wird ... auch weiterhin fortlaufend erweitert, ein Wiederanschluss der beiden Orte zu einem späteren Zeitpunkt ist daher keinesfalls ausgeschlossen.“

Fest stehe lediglich, dass die zumeist grünen Busse ab dem 16. August den Kreis Olpe nicht mehr anfahren würden. Und das gelte auch für den Anfang November in Kraft tretenden Winterfahrplan. Für den Sommerfahrplan ab Ende April 2019, so Krebs, würden die Karten wieder neu gemischt. Zu den Chancen von Städten und Gemeinden im Kreis Olpe, so der Pressesprecher, könne man derzeit nichts prognostizieren.

Enttäuschung und Verständnis über Flixbus-Rückzug

Lennestadts Beigeordneter Karsten Schürheck bedauerte auf Anfrage den Flixbus-Rückzug, zeigte aber auch Verständnis: „Flixbus ist ein Wirtschaftsunternehmen. Aber mehr als anbieten, kann man so etwas nicht.“ Er selbst wohne in Altenhundem und habe „nur einmal hier einen solchen Bus gesehen.“

Die Resonanz sei wahrscheinlich sehr überschaubar gewesen. Grundsätzlich sei es schade: „Vor allem für Studenten ist das eine sinnvolle Ergänzung.“ Die Stadt Lennestadt sei am Montag informiert worden: Die Linie 35, so habe Flixbus mitgeteilt, müsse „eingekürzt werden“, fahre fortan nur noch zwischen Berlin und Winterberg.

Enttäuscht zeigte sich auch Winfried Quast von der Stadtverwaltung Olpe, der sich besonders hartnäckig für den Flixbus-Haltepunkt in Olpe eingesetzt hatte (wir berichteten): „Ich bin natürlich enttäuscht, war das schon, als es seinerzeit nicht mit der Anbindung nach München klappte.“ Ob das für alle Zeit so bleiben werde, sei abzuwarten. Er habe aus seinem Bekanntenkreis auch positive Rückmeldungen bekommen.

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