Experiment

Foucaultsches Pendel begeistert Attendorner Grundschüler

Martin Busenius (links) und David Hövelmann befüllen einen Zylinder unter der 30 Kilogramm schweren Kugel mit Sand, damit die Pendelbewegungen sichtbar werden.

Foto: martin droste

Martin Busenius (links) und David Hövelmann befüllen einen Zylinder unter der 30 Kilogramm schweren Kugel mit Sand, damit die Pendelbewegungen sichtbar werden. Foto: martin droste

Attendorn.   Attandarra-Schüler bekommen naturwissenschaftliches Experiment vorgeführt. Es befasst sich mit der Erdrotation. Lösebeck-Schulte beeindruckt.

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Gebannt schauen die Mädchen und Jungen der Attandarra-Grundschule am Montagmorgen auf das Pendel, das vor ihren Augen im Treppenhaus hin und her schwingt, immer engere Kreise zieht und ein gleichmäßiges Muster auf den Boden zeichnet. „Das wird jetzt mega-interessant“, hatte Martin Busenius wenige Minuten zuvor nicht zu viel versprochen. Denn die Schülerinnen und Schüler wurden Augenzeuge eines naturwissenschaftlichen Experiments, das schon unzählige Menschen in ihren Bann gezogen hat.

Aufgebaut hatten Busenius, pädagogischer Leiter der Offenen Ganztagsschule, und seine Helfer ein sogenanntes Foucaultsches Pendel, mit dem anschaulich die Erdrotation nachgewiesen werden kann. An einem elf Meter langen Seil hing eine 30 Kilogramm schwere Kugel, die Martin Busenius vor acht Jahren bei seinem in Tschechien arbeitenden Freund Georg Keseberg in Auftrag gegeben hatte. Zusammen mit David Hövelmann füllte der Mann vom Offenen Ganztagsbetrieb Sand in einen Zylinder unter der Kugel und ließ wenig später das Pendel in Schwingung kommen.

Äußere Kraft wirkt auf das Pendel

Diesen Versuch hatte der französische Physiker Léon Foucault am 3. Januar 1851 im Keller seines Hauses zum ersten Mal durchgeführt. Staunend verfolgten die jungen Zuschauer, wie die Zeitgenossen damals, das vom Sand gezeichnete symmetrische Muster auf dem Erdboden.

Dabei dreht sich die Schwingungsebene des Pendels langsam, was nicht an der Schwerkraft liegen kann. Eine weitere äußere Kraft wirkt auf das Pendel: Der Boden (die Erde) ändert seine Richtung. Damit ist der Nachweis für die Rotation der Erdkugel erbracht.

David Hövelmann betreibt ein Fotostudio in Attendorn und begleitete die zu Ende gehende Projektwoche der Attandarra-Grundschule auch fototechnisch. Der Vater eines Schülers hat eine physikalisch-technische Ausbildung und findet es sehr gut und spannend, „dass den Kindern die Naturwissenschaften spielerisch“ näher gebracht werden. Und deshalb hatte sich Hövelmann auch bereit erklärt, das Experiment mit dem Foucaultschen Pendel kindgerecht zu erklären. „Trockene Theorie liegt mir nicht“, betonte er.

Bei der zweiten Versuchsanordnung mussten die Mädchen und Jungen aber etwas Geduld mitbringen. Denn es dauerte 15 bis 20 Minuten, bis die von Martin Busenius und David Hövelmann aufgebauten Klötzchen vom schwingenden Pendel umgeworfen wurden.

Höhepunkt der Projektwoche

Von den beiden Erwachsenen erfuhren die Grundschüler auch Wissenswertes über die Gelehrten Galileo Galilei und Isaac Newton, die mit ihren physikalischen Erkenntnissen zur Schwerkraft und Rotation der Erdkugel der Zeit weit voraus waren. „Damals hat man geglaubt, dass sich die Sonne um die Erde dreht“, erinnerte Busenius an das jahrhundertlange zentristische Weltbild, das vor allem von der katholischen Kirche gepflegt wurde. Für die Schüler der Attandarra-Grundschule mit den beiden Standorten am Südwall und Stürzenberg war das Pendel-Experiment am sogenannten Präsentationstag der Höhepunkt der Projektwoche zum Thema Wasser, Erde, Feuer und Luft.

Aus Lüdenscheid ausgeliehen

Von der Mini-Phänomenta aus Lüdenscheid ausgeliehen, standen 30 Stationen in der Grundschule, an denen die Kinder spielerisch Naturwissenschaften zum Anfassen erleben konnten. Neben den Mädchen und Jungen hatte auch Wiebke Lösebeck-Schulte der aufwändige Versuch mit dem Foucaultschen Pendel gut gefallen. „Das war eindrucksvoll und echt toll“, freute sich die Schulleiterin über das Experiment im Treppenhaus.

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