Strafvollzug

Freie Platzwahl im Strafvollzug?

Dana Sperke, Anstaltsleiter Ulf Borrmann (Mitte) und Ludger Schröder, Leiter der Arbeitstherapie Holz, stellen die diesjährigen Neuheiten vor, die bei der Adventsausstellung am 3. Dezember erworben werden können.

Foto: Peter Plugge

Dana Sperke, Anstaltsleiter Ulf Borrmann (Mitte) und Ludger Schröder, Leiter der Arbeitstherapie Holz, stellen die diesjährigen Neuheiten vor, die bei der Adventsausstellung am 3. Dezember erworben werden können. Foto: Peter Plugge

Attendorn.   Manche Häftlinge lehnen offenen Strafvollzug ab. Zustimmung ist erforderlich

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Freie Platzwahl für Straftäter? Auf diese Idee kann man kommen, wenn man hört, dass Gefangene, die im geschlossenen Vollzug in vollen Gefängnissen im Rheinland sitzen, einen Platz im offenen Vollzug in der nur zur Hälfte belegten Justizvollzugsanstalt (JVA) Attendorn ablehnen, weil sie lieber im Rheinland bleiben wollen, als ins Sauerland zu gehen.

Eine Situation, wie man sie sonst nur von Junglehrern kennt, die ebenfalls nicht „aufs Land“ wollen.

Nur 160 Haftplätze belegt

Ulf Borrmann, der Leiter der JVA Attendorn, erklärte diesen Umstand beim Pressegespräch anlässlich der Adventsausstellung, bei der am ersten Adventssonntag (Sie Infobox) wieder die begehrten Produkte aus der Holzwerkstatt der Arbeitstherapie verkauft werden.

„Die Häftlinge müssen einer Verlegung in den offenen Vollzug zustimmen“, und viele wollten das den unterschiedlichsten Gründen nicht. Sei es, dass sie ihre Zelle einer Wohngruppe mit mehreren Inhaftierten vorziehen, sei es, dass sie Angst vor den Freiheiten im offenen Vollzug haben. „Die Häftlinge haben es immer selbst in der Hand“, führt Ulf Borrmann aus. „Wollen sie nicht in den offenen Vollzug, brechen sie die Regeln“.

Und so kommt es, dass im offenen Vollzug in Attendorn im Jahresdurchschnitt rund 160, nach der jetzt vollzogenen Weihnachtsamnestie sogar nur 134 der 300 Haftplätze belegt sind.

Ganz anders ist die Situation im geschlossenen Vollzug. Hier sind die 126 zur Verfügung stehenden Haftplätze fast immer ausgebucht. Daher steht für Ulf Borrmann fest: „Die Entscheidung, die neue Anstalt für den geschlossenen Vollzug zu bauen, war für den Justizstandort Attendorn goldrichtig. Sie sichert den Justizstandort Attendorn mit 170 Arbeitsplätzen.“

Dazu zählen auch die in der Arbeitstherapie Holz, in der Inhaftierte, die aus den verschiedensten Gründen keiner „normalen“ Beschäftigung außerhalb der JVA nachgehen können, an die Arbeitswelt herangeführt werden und in der wieder die schönen Holzartikel entstanden, die bei der Adventsaustellung verkauft werden.

Neu in diesem Jahr sind unter anderem „moderne“ Holztrecker mit Dach und Ballenpresse, bunte Kindergarderoben sowie Baumscheibenkrippen .

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik