Windkraft

Frettertal: IG Gegenwind pocht auf unabhängiges Gutachten

Windkraftgegner aus dem Frettertal (hier ein Symbolbild) fordern ein neutrales Artenschutz- und Umweltgutachten

Windkraftgegner aus dem Frettertal (hier ein Symbolbild) fordern ein neutrales Artenschutz- und Umweltgutachten

Foto: dpa

Finnentrop.   Interessengemeinschaft aus dem Frettertal stellt Antrag bei der Gemeinde Finnentrop. Vertreter halten Stellungnahme nicht für neutral genug.

In der Sommerpause ist es kurzzeitig ruhig geworden um die kontrovers diskutierte Windkraft im Frettertal, doch nun bekommt die Debatte neue Nahrung: Die Interessengemeinschaft (IG) Gegenwind fordert die Gemeinde Finnentrop nämlich auf, ein Umwelt- und Artenschutzgutachten durch ein „unabhängiges Sachverständigenbüro“ in Auftrag zu geben. Und die IG dann bei der Auswahl der zu beauftragenden Firma mit ins Boot zu holen.

Hintergrund sei zum einen, dass die IG nicht akzeptieren könne, dass potenzielle Windanlagenbauer im Frettertal in der Vergangenheit eigenverantwortlich solche Gutachten in Auftrag gegeben hatten. „Der Kassierer kann doch schlecht sein eigener Kassenprüfer sein, das können wir nicht akzeptieren“, kritisiert Georg Schmidt, Mitglied der IG aus Serkenrode, auf Nachfrage dieser Redaktion. In ihrer Meinung gestärkt wurden die Winkraftgegner nach eigener Aussage durch einen Vorfall aus dem Hessischen, wo ein Mann von einer Wildkamera dabei gefilmt worden ist, wie er mit einem Ast an einem Baumstamm klopfte und kratzte. Vermutlich, um die dort nistenden Vögel zu verscheuchen. Dieser Mann soll für ein Planungsbüro arbeiten, das im Auftrag eines Windenergie-Unternehmens, das im Frettertal gerne bauen würde, ein Gutachten erstellt haben soll.

Was machen die Drohnen dort?

In dem Antrag der Interessengemeinschaft steht: „Uns ist bekannt, dass ein Umwelt- und Artenschutzgutachten von den Projektieren der Windkraftanlagen in Auftrag gegeben wurde. Da wir eine vom Projektierer finanzierte Stellungnahme keinesfalls im notwendigen Umfang für neutral und/oder fachlich belastbar halten, beantragen wir, dass die Gemeinde eine weitere Untersuchung und Erhebung in Auftrag gibt, soweit die Planungen wieder aufgenommen werden.“

Vor allem auch aus dem Grund, weil die Vertreter der IG an der Richtigkeit der bereits erstellten Gutachten Zweifel äußern. „Diese Gutachten sagen etwa aus, dass es bei uns im Frettertal kaum schützenswerte Vögel gibt. Das beobachten wir aber anders, den Rotmilan gibt es hier sehr wohl“, erklärt Schmidt. Er ergänzt: „Und dann beobacht wir seit Monaten, dass nachts Drohnen über die Vorrang-Gebiete fliegen. Da fragen wir uns: Was machen diese Drohnen dort?“

Heß: Wollen Planungen wieder aufnehmen

Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß hält sich ob des Antrags bedeckt. Dennoch erklärt er im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit dieser Gutachten: „Unsere Partner werden sich in diesem Zusammenhang keine Billigheimer ausgesucht haben, immerhin müssen die Gutachten anerkannt werden.“

Er halte es jedoch für wenig lohnenswert, nun ein Gutachten nach dem anderen in Auftrag zu geben. Zumal die Frage nach der Objektivität eines solchen Dokuments keine einfache sei. „Aber natürlich haben die Windkraft-Gegner das Recht, dagegen zu klagen und dann schauen wir, ob es vor Gericht stand hält. Uns ist es grundsätzlich wichtig, dass wir das Verfahren bald wieder aufnehmen“, ergänzt Heß. Wie mehrfach berichtet, sind die Gespräche und damit die Wiederaufnahme der Planungen bis Herbst ausgesetzt.

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