Kabarett

Frieda Braun begeistert Publikum in Lennestadt

Die Altenhundemer Theatergruppe De Spassbacken bedanken sich bei Frieda Braun für einen köstlichen Abend in der Sauerlandhalle.

Foto: Volker Eberts

Die Altenhundemer Theatergruppe De Spassbacken bedanken sich bei Frieda Braun für einen köstlichen Abend in der Sauerlandhalle. Foto: Volker Eberts

Altenhundem.   Zum 6. Mal erzählte Kabarettistin Frieda Braun Geschichten und Weisheiten aus dem Alltag. Ein Abend zum Lachen ohne Pause.

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Erst mal durchatmen. Von wegen. Der Titel von Frieda Brauns aktuellem Programm ist irreführend. Da waren sich mehr als 400 Frauen (und gefühlte 10 Männer) am Mittwoch Abend in der Sauerlandhalle ziemlich einig. Eher Schnappatmung war angesagt zwischen den vielen Pointen, die Frieda Braun alias Karin Berkenkopf unter ihr Publikum mixte. Da stand sie nun, das schmächtige Frauchen aus Winterberg auf der großen Bühne in der Halle, mit der viel zu großen Brille, gedrechselter Frisur und gold-farbenem Kostümchen.

Und kaum klangen die ersten Worte aus ihrem Mund,ist das Publikum auf Betriebstemperatur. Das lag nicht nur an den sommerlichen Temperaturen in der Parfüm-getränkten Halle, sondern auch daran, dass viele Fans gern wissen, wie die „Abenteuer“ von Friedas Kfd-Splittergruppe weiter gingen.

Der Wiedererkennungseffekt mit der weltfremden Thekla, der peniblen Mia und der robusten Brunhild ist durchaus gewollt. Diesmal kam noch die smarte Carola dazu. Und wie in den fünf Gastspielen zuvor hatte Frieda nicht nur ihrem Publikum gehörig aufs Maul geschaut. Themen wie Internet-Blogs oder die Dauerstaus im Stauland NRW waren neu, geradezu modern, zeitgeistig und ein Beweis, dass die Digitalisierung auch an der Splittergruppe nicht spurlos vorbei gegangen ist.

Wenn Frieda sich in den Dschungel menschlicher Gefühle und zwischenmenschlicher Beziehungen begibt und die banalsten Geschichten auf ihre unverwechselbare Weise seziert, dann wird es still in der Halle. Das Publikum hält die Luft an, um für den Lacher nach der Pointe genug davon zu haben.

Kennt Ihr das ?

Mit „Kennt Ihr das?“ animiert sie die Zuhörer, genau aufzupassen. Wenn es dann dutzendfach „Genauso“ oder „Wie bei uns“ etc. aus den Zuschauerreihen klingt, weiß Frieda, dass sie ihr Publikum auf dem richtigen Fuß erwischt hat. .So wird die Erzählung vom Martinszug mit ihren Kindern Heinzbert und Ulrike zum Krimi mit Gefahr für Leib und Leben, weil „weil früher noch volles Risiko mit echtem Feuer gegangen wurde.“ Das Familiendrama „Impfung“, wenn der Wigbert voller Schmerzen wegläuft, obwohl er nur die Watte auf der Haut gespürt hatte, war nicht weniger komisch. Köstlich ihr Zwiegespräch mit dem Untermietern, der im Bauch wohnt, Herpes heißt und immer dann nach oben kommt, wenn man ihn nicht gebrauchen kann. Das Publikum erfährt in zweieinhalb Stunden auch, dass die Autobahn der einzige Ort ist, wo Neuankömmlinge von Leuten auf der rechten Spur ohne Probleme integriert werden. Offen bleibt die Frage, warum Erzieherinnen früher Kindergärtnerinnen hießen. Da musste sogar Frieda passen: „Das hört sich an, als ob die Kinder früher gehackt wurden.“

Zum Abschluss holte Frieda einige Tipps aus der Handtasche. Seniorengruppen empfiehlt sie einen schönen Nachmittag im Stau zu verbringen. Wenn die Splittergruppe mal auf der Autobahn fährt statt zu stehen, dann immer vor dem Stau, mit drei Autos - nebeneinander auf drei Fahrspuren.

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