Medizin

Geburtshilfestation in Lennestadt bleibt bestehen

Foto: Markus Weissenfels

Lennestadt.   Die Geburtshilfestation am St. Josefs-Hospital in Lennestadt bleibt bestehen. Außerdem ist ein neuer Kinderarzt in Sichtweite.

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Gute Nachricht für alle jungen Familien und schwangere Frauen im Ostkreis und darüber hinaus. Die Geburtshilfe am St. Josefs-Hospital in Altenhundem bleibt bestehen und wird sogar noch ausgebaut. Und: Bald wird es am Krankenhaus auch einen Kinderarzt geben. Sichtlich zufrieden, erfreut und erleichtert präsentierten Josef Schmitz, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalgesellschaft, und Bürgermeister Stefan Hundt gestern die gute Nachricht.

Als die in Altenhundem niedergelassenen Frauenärzte Dr. Lapka und Dr. Priebe im Juni ihren Belegarztvertrag zum 30. Juni gekündigt hatten, „da gingen bei uns alle roten Lampen an“, so Bürgermeister Hundt. Hintergrund war, dass sich die Provinzial-Versicherung aus der Ärzteversicherung zurückzog und ein neuer Versicherer wesentlich höhere Prämieren verlangte. „Die Beiträge wären höher gewesen als die Einnahmen aus der Belegarzttätigkeit“, so Johannes Schmitz. Durch intensive Gespräche gelang es den Haftpflichtversicherungsschutz bis zum Ende dieses Jahres verlängern. Zeit, um eine langfristige Lösung zu finden, „um damit auch das Krankenhaus in Altenhundem zu sichern. Geburtshilfe ist dabei ein wichtiger Faktor“, so Johannes Schmitz.

Die Lösung ist die Gründung eines familienorientiertes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Lennestadt. Das MDZ stellt die Ärzte ein, die dann als Belegärzte im Krankenhaus tätig werden und die gynäkologische Versorgung sicher stellen. Großer Vorteil dieses Modells: Die Ärzte werden in den Haftpflichtversicherungsschutz des MVZ integriert und müssen die Versicherungsprämie von rund 150 000 Euro pro Jahr nicht mehr selber aufbringen.

Weiterer Vorteil: „Wir können in dem MVZ mehr als zwei Belegärzte anstellen“, so Schmitz. So werden ein junger Facharzt und der Gynäkologe Dr. Samir Chaar aus Schmallenberg künftig die beiden Ärzte Dr. Lapka und Dr. Priebe unterstützen, die unter den neuen Bedingungen am St. Josefs -Hospital bleiben, unterstützen und entlasten. Schmitz: „Sie finden heute keinen Arzt mehr, der bereit ist, jede zweite Nacht Dienst zu machen.“ Die bürokratischen Hürden für das neue MVZ-Modell wurden bereits genommen, sowohl die Kassenärztliche Vereinigung als auch das Gesundheitsministerium in Düsseldorf tragen es mit.

Die Patientinnen werden von der Umstellung nichts merken, sie behalten die gleichen Ansprechpartner. Mittelfristig soll unter dem Dach des neuen MDV auch Kinder- und Jugendmedizin am St. Josefs-Hospital angeboten werden, in Kooperation mit der DRK-Kinderklinik Siegen. Die Eingliederung weiterer medizinischer Bereiche ist künftig ebenfalls möglich.

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