Ausbildung

GEDIA in Attendorn: Ausbildung zur Fachkraft Lagerlogistik

Jannik Funke macht bei der Firma Gedia in Attendorn eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Funke ist im zweiten Lehrjahr. Ausbildungsleiterin Laura Menke und Teamleiter Versand, Raphael Baran  stehen ihm hilfreich zur Seite.

Jannik Funke macht bei der Firma Gedia in Attendorn eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Funke ist im zweiten Lehrjahr. Ausbildungsleiterin Laura Menke und Teamleiter Versand, Raphael Baran  stehen ihm hilfreich zur Seite.

Foto: Viktor Dobek

Attendorn.  Jannik Funke macht bei GEDIA in Attendorn eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik. Er erzählt, warum sein Beruf eine Zukunft hat.

„Die Mischung war ausschlaggebend“, erklärt Jannik Funke den Beweggrund, wieso er sich für eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik entschieden hat. „Ich habe nach einem Job gesucht, bei dem ich nicht nur am Computer sitze, sondern mich auch körperlich betätige“, sagt Funke. Den hat er mittlerweile auch gefunden, bei GEDIA in Attendorn – wenn auch auf Umwegen, denn Funke absolvierte zwar ein zweiwöchiges Schülerpraktikum bei dem Attendorner Unternehmen, aber als Werkstoffprüfer. „Ich habe aber die Gelegenheit genutzt, um in die Logistik reinzuschnuppern.“ Und dort gefiel es ihm dann so sehr, ,dass er sich dazu entschloss längerfristig zu bleiben – inzwischen absolviert der 18-Jährige schon sein zweites Lehrjahr bei dem international tätigen Automobilzulieferer.

Gesamtpaket muss stimmen

Das Unternehmen GEDIA wurde 1910 gegründet. „Unser Kerngeschäft liegt in Karosserieleichtbauteilen für Autos und Lkw“, sagt Ausbildungsleiterin Laura Menke. Nicht nur die Kunden, zu denen namhafte Automobilhersteller zählen, sind international vertreten, auch das Unternehmen selbst: „Wir haben weltweit acht Standorte mit insgesamt 4200 Mitarbeitern“, merkt Laura Menke an. Im Attendorner Werk seien davon allein 950 Personen tätig, darunter 74 Azubis. Und einer von ihnen: Jannik Funke. GEDIA und Funke, es scheint so, als würde diese berufliche „Beziehung“ wie die Faust aufs Auge passen, denn die Anforderungen und die Vorstellungen beider Parteien stimmen überein: „Wir suchen Auszubildende, die gerne im Büro und am Computer arbeiten, aber auch anpacken können. Die Mischung macht’s“, sagt Laura Menke.

Geeignete Bewerber mache das Unternehmen nicht an schulischen Leistungen fest – ganz im Gegenteil: „Das Gesamtpaket des Bewerbers muss stimmen. Gute Schulnoten allein reichen nicht aus, daher ist uns ein persönliches Kennenlernen in einem Vorstellungsgespräch sehr wichtig, um auch die Person hinter der Bewerbung kennenzulernen, seine Persönlichkeit, seine Beweggründe und seine Motivation für die Ausbildung bei GEDIA“, so Menke. Vorwiegend ein echtes Interesse an dem Beruf, darauf komme es an: „Wir wollen sehen, dass sich jemand wirklich vorstellen kann „GEDIAner“ zu werden“, betont Laura Menke.

Überzeugt man, steht der umfangreichen Ausbildung nichts mehr im Wege. Innerhalb von drei Jahren durchlaufen die angehenden Fachkräfte verschiedene Logistikabteilungen bei GEDIA: „Davon gibt es insgesamt sieben“, sagt Menke. „Wer, wann und wo in welchem Bereich eingesetzt werde, setzen wir im Ausbildungsplan vor Beginn fest“, erklärt Laura Menke. Obendrauf kommen noch der Stapler- und Kranschein sowie spezifische Schulungen.

Sieben Abteilungen

Neben Wareneingang, Lagersteuerung, Behältermanagement, Transportlogistik, Papierschreibung und Auftragslogistik, zählt auch die Kommissionierung im Versand zu einer dieser sieben Abteilungen. Jannik Funke hat dort insgesamt ein Jahr verbracht. Wenn um sechs Uhr in der Früh Schichtbeginn ist, heißt es für Jannik: „Büroarbeit“. „Ich checke zunächst meine Mails.“, sagt der 18-Jährige. Darüber laufe nicht nur der Kontakt mit den Kunden, sondern auch die innerbetriebliche Kommunikation – beides ist sehr wichtig für Funkes Arbeit. Schließlich hätten andere Abteilungen ja auch Auswirkungen auf die Logistik.

Sein zweiter Mausklick führt Jannik Funke auf das SAP-Lagerprogramm: „Ich checke, was für Versendungen heute rausgehen und welche Versandartikel für heute noch offen sind“, erklärt er. Es komme vor, dass der Versand für denselben Tag vorbereitet werden müsse. Das liege beispielsweise an der zeitnahen Produktion in der Nacht. „Diese Fehlteile haben dann morgens oberste Priorität“, stellt der Auszubildende klar. Ob Vorbereitung oder Fehlteile, kommissionieren muss Funke schlussendlich beides. „Ich bestelle die Teile aus dem Lager und ein Stapler bringt sie mir auf die Kommissionierfläche. Die jeweiligen Produkte befinden sich dabei in verschiedenen (Transport)-Behältern. Auf den Flächen würden sie dann für ihre „Weiterreise“ von Funke vorbereitet werden – dabei ist auch „anpacken“ gefragt.

Vernetztes Bindeglied

Zu den technischen und digitalen Hilfsmitteln gehören unter anderem ein Elektrohubwagen, ein Computer,

ein Etikettenscanner der die korrekte Anbringung der Etiketten prüft und ein halbautomatisches Paletten-Umreifungsgerät. Zusätzlich sind in seinem Berufsfeld „viele Dinge digitaler geworden“, findet Raphael Baran, Teamleiter Versand des Unternehmens GEDIA. Hier gelte es aber zu differenzieren: „Die Arbeiten vor Ort, die von der Fachkraft für Lagerlogistik durchgeführt werden, bleiben weiterhin manuell und vom Faktor Mensch geprägt. Aber die Vernetzung zwischen Lieferant und Kunde hat zugenommen und wird auch weiterhin zunehmen.“ Als Bindeglied zwischen Produzent und Abnehmer übernimmt die Logistik eben jene Vernetzung.

„Früher hat für die Warenanmeldung bei den Speditionen noch ein Fax oder eine E-Mail gereicht – heutzutage hat fast jeder Kunde sein eigenes Internetportal, welches von unseren Mitarbeitern gepflegt werden muss“, erklärt Baran. Deshalb komme man als Fachkraft für Lagerlogistik ohne Computerwissen im Beruf nicht weiter.

Abseits der digitalisierten Kundenkommunikation geschieht innerhalb der Logistik noch viel per Hand. Ausschlaggebend für diesen „traditionellen“ Umstand bei GEDIA, sei die Vielzahl an Größen und Variationen, der zuvor erwähnten Behälter: „Bei denen besteht noch keine praxistaugliche Möglichkeit einer automatisierten Auslagerung oder Etikettierung“, erklärt Baran. Auf menschliche Arbeit komme es hingegen an. „Je nach Produkt kann es bei den Behältern auch Sonderwünsche geben“, erklärt Baran und fügt hinzu: „Digitale und automatisierte Systeme können da im Moment noch nicht so schnell reagieren.“ Menschliches Mitdenken sei also gefragt. Die Aufgaben der Fachkraft für Lagerlogistik erweitern sich zur Digitalisierung hin. Das Kerngeschäft bleibt zukünftig auch von menschlichen Arbeitskräften geprägt – eine gute Mischung eben.

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