Gegenwind aus dem Frettertal

Serkenrode.   Glich der Widerstand gegen die geplante Ausweisung weiterer Flächen für Windkraftanlagen in der Gemeinde Finnentrop bisher eher einem lauen Lüftchen, so weht der Gemeinde, die Bebauungspläne auf den Weg gebracht und städtebauliche Verträge mit potenziellen Betreibern abgeschlossen hat, sowie möglichen Investoren jetzt ein stärkerer Wind aus dem Frettertal entgegen.

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Glich der Widerstand gegen die geplante Ausweisung weiterer Flächen für Windkraftanlagen in der Gemeinde Finnentrop bisher eher einem lauen Lüftchen, so weht der Gemeinde, die Bebauungspläne auf den Weg gebracht und städtebauliche Verträge mit potenziellen Betreibern abgeschlossen hat, sowie möglichen Investoren jetzt ein stärkerer Wind aus dem Frettertal entgegen.

Gegenwind Frettertal heißt denn auch eine Interessengemeinschaft von bisher 53 engagierten, überwiegend Serkenroder Bürgern, die sich „große Sorgen wegen der im Frettertal geplanten Windkraftprojekte machen“, wie Georg Schmidt bei einer Zusammenkunft sagte, „und unzufrieden mit der Informationspolitik der Gemeinde Finnentrop zum Stand der Dinge sind“.

Infraschall und Wertverlust

Sie haben Angst, irgendwann „in allen Ecken des Frettertals auf über 200 Meter hohe Windräder zu blicken“, so ein Teilnehmer. „Alles, was das Frettertal ausmacht, soll zerstört werden“. Sie fürchten aber auch um ihre Gesundheit durch die Auswirkungen von Infraschall, der von diesen Anlagen ausgehe. Der aus Serkenrode stammende und dort Eigentum besitzende Psychologe Dr. Paul Richter hat umfangreiches Informationsmaterial hierzu zusammengetragen.

Aber auch massiven Wertverlust ihrer Häuser und Grundstücke durch Windkraftanlagen fürchten die Gegenwindler. Björn Kathol schimpft: „Erst vor wenigen Jahren hat uns die Gemeinde Baugrundstücke für über 80 Euro pro Quadratmeter verkauft“. Angesichts angekündigter verändernder politischer Vorgaben für den Ausbau der Windenergie durch die schwarz-gelbe Landesregierung in Düsseldorf, eines neuen Entwurfs zum Windenergieerlass und eines neuen Ausschreibungsmodells beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fordern die Gegenwind-Aktivisten die Gemeinde auf, die weiteren Planungen in Sachen Windenergie auf Eis zu legen und, wie zum Beispiel die Nachbargemeinde Eslohe, erst einmal abzuwarten, bevor man endgültig Pflöcke einschlägt.

Frage nach Beweggründen

Dazu sei der Bürgermeister allerdings nicht bereit, berichtet Georg Schmidt, und „die große Frage, die uns umtreibt, ist die: Welche Beweggründe haben die Gemeinde Finnentrop und Bürgermeister Dietmar Heß, das durchzuziehen statt uns zu schützen?“ Dietmar Heß, der gesagt hatte, er sei den Bürgern, aber auch den Vertragspartnern zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit verpflichtet, schreibt Georg Schmidt ins Stammbuch: „Herr Heß ist Bürgermeister und nicht Industriemeister“.

Moralisch verpflichtet

Der so gescholtene Bürgermeister fühlt sich, mit diesen Vorwürfen konfrontiert, „getroffen“ und betont, dass die Gemeinde immer und bereits frühzeitig über den Stand der Verfahren informierte habe. Er sei „selbstverständlich den Finnentroper Bürgern verpflichtet“, führt er weiter aus, fühle sich aber auch, „wenn nicht rechtlich, dann moralisch zu einem fairen Umgang mit den Vertragspartnern verpflichtet.“ Die seien immerhin mit erheblichen Aufwendungen, „das sind keine Peanuts“, in Vorleistung getreten. „Da können wir Planungen nicht so einfach nach Lust und Laune aufgeben“.

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