Kultur

Gelungene Premiere von „Winnetou II“ beim Elspe-Festival

Viel Action gibt es im zweiten Teil. Parranoh, toll dargestellt von Sebastian Kolb, setzt alles daran, den Frieden zwischen den Apachen und den Asiniboins zu zerstören.

Viel Action gibt es im zweiten Teil. Parranoh, toll dargestellt von Sebastian Kolb, setzt alles daran, den Frieden zwischen den Apachen und den Asiniboins zu zerstören.

Foto: Nicoel Voss

Elspe.   Das Publikum in Elspe war begeistert: Sebastian Kolb sorgte für tolle Darstellung des Bösewichts Parranoh. Zum Schluss fliegen die Fäuste.

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Parranoh treibt ein böses Spiel. Besessen von der Gier nach Öl und Geld geht der Bösewicht, im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen. Das fängt schon zu Beginn beim sinnlosen Tod von Ribana an. Wegen eines Klumpen Gold lässt Parranoh die junge Mutter in den Flammen ihres Hauses umkommen. Winnetou, der natürlich von den Zuschauern in den vollbesetzten Rängen bei der Premiere von „Winnetou II“ in Elspe mit viel Beifall empfangen wird, schafft es gerade noch, ihren Sohn Harry aus den Flammen zu retten und ihn bei Mama Walter unterzubringen. Für Ribana kommt seine Hilfe zu spät.

Sieben Jahre auf der Suche

Der Häuptling der Apachen schwört bei „Manitou“ Rache. Sieben Jahre ist er auf der Suche nach dem Mörder von Ribana, während Parranoh weiter sein Unwesen treibt. Toll dargestellt von Sebastian Kolb, setzt er alles daran, den Frieden zwischen den Apachen und den Asiniboins zu zerstören. Das beste Mittel: Die Ölquellen zerstören und die beiden Indianerstämme gegeneinander aufhetzen. Als Mittel dazu dienen ihm auch skrupellose Gangster, denen auch alles recht ist.

In der ersten Hälfte wirkt das Stück „Winnetou II“ zunächst etwas unspektakulärer, als andere Werke von Karl-May. Das ändert sich schlagartig. Im zweiten Teil fliegen die Fäuste und es kommt zu vermeintlich gefährlichen Verfolgungsjagden. Die Zweikämpfe werden zu Hinguckern und die Stuntmen zeigen ihr Können. Es wird lauter und unruhiger.

Ein teuflischer Plan

Einen entscheidenden Kampf entscheidet Parranoh für sich und wird nach dem Tod von „Schneller Pfeil“, dessen Tod er übrigens „Winnetou“ in die Schuhe schiebt neuer Häuptling der Asiniboins. Keine gute Entscheidung für das harmonische Zusammenleben der Indianerstämme, die in einem Grenzgebiet quasi nebeneinander leben. Seinen Sieg nutzt Parranoh für seine Zwecke. Noch immer verfolgt er einen teuflischen Plan. Dass Winnetou ihm auf den Fersen ist und auch Old Shatterhand ihm gefährlich werden könnte, ahnt der Bösewicht bereits.

Es ist das ewige Spiel um Geld, Gold und Öl, das die Zuschauer noch immer fasziniert und dem Elspe Festival schon bei der Premiere ein fast ausverkauftes Haus bescherte. „Winnetou II“ wurde zum letzten Mal 1985 aufgeführt. 33 Jahre später dient der Roman immer noch als Vorlage. Die Inszenierung hat sich jedoch verändert.

Mit Pipes und Drums

Lord Castlepool, der im fernen Amerika die Gräber der Indianer finden will, ist nach wie vor dabei. Aber in der heutigen, moderneren Fassung gleich mit einer sechsköpfigen Formation mit Pipes und Drums. Modern auch die Videoeinspielung am Ende des Stücks, auf der Leinwand unter den Öltürmen. Hier erfährt der Zuschauer, was wirklich am Anfang passiert und wie Ribana umgekommen ist. Was auch 32 Jahre später erhalten geblieben ist, sind die spektakulären Explosionen, die zu jeder Zeit ein Raunen durch die Menge gehen lassen.

Bei „Winnetou II“ wirken 60 Darsteller, Cascadeure, einige Statisten, manche schon seit vielen Jahren und viele sehr gepflegte, perfekt dressierte Pferde mit. Für alle gab es am Ende langanhaltenden Beifall der zufriedenen Gäste, die immer noch fasziniert sind vom Spiel „Gut gegen Böse“.

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