Gewerbeflächen

Gemeinde spricht mit Eigentümern

Bei einer Gegenstimme hat der Bau- und Planungsausschuss heute Abend im Rathaus beschlossen, dass die Gemeinde mit den Eigentümern der Grundstücke in Hünsborn und Ottfingen spricht.

Foto: Hans Blossey

Bei einer Gegenstimme hat der Bau- und Planungsausschuss heute Abend im Rathaus beschlossen, dass die Gemeinde mit den Eigentümern der Grundstücke in Hünsborn und Ottfingen spricht. Foto: Hans Blossey

Wenden.   Nach einer erneuten Prüfung von Alternativen sieht die Gemeinde Gewerbeflächen in Hünsborn und Ottfingen kurz- und mittelfristig als einzig machbar.

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Die Gemeinde forciert die Planungen der Schaffung von zusätzlichen Gewerbeflächen oberhalb des Sportplatzes in Hünsborn (zehn Hektar) und westlich der Firma Berker in Ottfingen (fünf Hektar). Die Verwaltung verhandelt mit den Eigentümern über den Ankauf der Flächen. Das beschloss heute Abend bei einer Gegenstimme (Michael Bieker, Grüne) der Bau- und Planungsausschuss. Endgültig entscheidet der Rat am kommenden Mittwoch. Doch dürfte dies nur noch Formsache sein.

Keine Restriktionen vorhanden

„Im Mai gab es den Vorentwurf zum Flächennutzungsplan. Danach folgten besonders bei den gewerblichen Flächen sehr viele Diskussion“, sagte Baudezernent Markus Hohmann. Man habe die Alternativen - insgesamt handelte es sich um 15 Flächen - erneut überprüft: „Wir haben alle Flächen noch einmal aufs Trapez gebracht. Nach Prüfung der umweltrechtlichen und verkehrlichen Faktoren sowie der Entwässerung sind wir nach wie vor der Meinung, dass die Flächen in Ottfingen und Hünsborn weiter verfolgt werden sollten. Wir sind zum Ergebnis gekommen, den Beschluss zu erneuern.“ Bei der Überprüfung der alternativen Gewerbeflächen sei man wie folgt vorgegangen: Ermittlung aller infrage kommenden Flächen im Gemeindegebiet, Benennung und Beschreibung der Flächen, grobe Vorprüfung anhand der Kriterien des Landesentwicklungsplanes (LEP) sowie Bewertung der einzelnen Flächen nach den „harten Kriterien“ Umwelt, Verkehr und Entwässerungsmöglichkeit.

In der Sitzungsvorlage hieß es weiter: „Das Ergebnis der Alternativenprüfung bestätigt, dass die im Vorentwurf dargestellten gewerblichen Potenzialflächen in Hünsborn und Ottfingen die einzigen sind, die für den kurz- bis mittelfristigen Bedarf entwickelbar sind. In der Gesamtbetrachtung der möglichen Flächen bilden sich daher keine Alternativen. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass bei den Flächen Nr. 5 ‘Hünsborn West’ und Nr. 10 ‘Ottfingen Erweiterung bei Firma Berker’ keine Restriktionen vorhanden sind, die eine gewerbliche Entwicklung in diesem Bereich erschweren. Im Zuge der Bürgerversammlungen sowie durch eine Unterschriftenaktion vorgebrachte Bedenken können vom Bürgermeister nicht geteilt werden.“

Bedenken gutachterlich widerlegt

In Ottfingen sei die Planung dieser Gewerbefläche nicht neu. Bereits 2005 hätten die politischen Gremien hier eine Erweiterung beschlossen. Da sich Interessenten wieder zurückzogen, habe man die Planungen zunächst eingestellt.

„Auch in Hünsborn können die Bedenken der Bevölkerung, dass mit einer erheblichen Mehrbelastung durch Verkehr und Lärm zu rechnen ist, gutachterlich widerlegt werden“, so die Verwaltung weiter. Der Mehrverkehr auf der Siegener Straße (in Höhe Kirche) belaufe sich auf etwa 500 Kfz pro Tag. Laut Verkehrsplaner habe dieser Mehrverkehr „keinen negativen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Strecke. Sie bleibt weiterhin gut.“ Zu einem vergleichbaren Ergebnis komme der Lärmgutachter: „Der Emissionsschwerpunkt der geplanten Gewerbegebietserweiterung liegt in einem Abstand von ca. 800 Meter zur Wohnbebauung in Hünsborn.“ Die Erweiterung liege immer noch zehn Dezibel unter dem zulässigen Richtwert. Auch hier seien keine Auswirkungen auf die bestehenden Wohnbauflächen zu erwarten. Und: „Ebenfalls konnte durch die gutachterliche Betrachtung und nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde das Argument des schützenwerten Landschaftsraumes widerlegt werden. Im Vergleich zu den sonstigen Alternativflächen weist der Bereich Hünsborn-West keinen schutzwürdigen Naturraum auf.“

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