Jubiläums-Ratssitzung

Gemeindevertreter aus 50 Jahren an einem Tisch

Das Rathaus in Kirchhundem war vorher Sitz der Amtsverwaltung.

Das Rathaus in Kirchhundem war vorher Sitz der Amtsverwaltung.

Foto: Volker Eberts / V. Eberts

Kirchhundem.  Alle Ratsmitglieder aus 50 Jahren Gemeinde Kirchhundem sind zu einer Jubiläums-Ratssitzung eingeladen - ein spannender Erfahrungsaustausch.

Den ersten Festakt zum 50-jährigen Bestehen hat die Gemeinde Kirchhundem bereits hinter sich. Der zweite Akt folgt nun am Freitag, 6. September. Es könnte ein sehr interessanter und spannender werden. In einer „Jubiläum-Ratssitzung“ in der Aula der Sekundarschule treffen alle Gemeindevertreterinnen und -vertreter zusammen, die in den vergangenen 50 Jahren Bürgerinteressen vertreten haben. Zum einen die 26 Ratsmitglieder der laufenden Legislaturperiode, zum anderen mehr als 50 noch lebende Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, die im Rat zum Teil die Geschichte der Gemeinde mitgeschrieben haben.

80 Personen

„Wenn alle kommen, werden es rund 80 aktuelle und ehemalige Ratsmitglieder sein“, so Konrad Schlechtinger von der Gemeindeverwaltung in Kirchhundem. Eine formelle Tagesordnung ist nicht vorgesehen. „Vielmehr möchten wir mit allen, die sich während dieser Zeit in der Gemeinde und für die Gemeinde politisch engagiert haben, gerne über besondere Ereignisse während dieser 50 Jahren ins Gespräch kommen. Besondere und wichtige, ja zukunftsweisende Investitionen sollen angesprochen werden und vielleicht auch durch Zeitzeugen zu den damaligen Notwendigkeiten und Gedanken berichtet werden“, heißt es in der Einladung der Gemeindeverwaltung.

Viele Ratsmitglieder verstorben

Vom ersten Rat der Gemeinde Kirchhundem leben heute nur noch wenige Volksvertreter. Die konstituierende Sitzung des Rates der „neuen“ Gemeinde Kirchhundem fand am Freitag, 28. November 1969 in der Schützenhalle Kirchhundem statt.

Das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Olpe vom 18. Juni 1969 war aber bereits am 1. Juli 1969 in Kraft getreten. Für die Übergangszeit vom 1. Juli bis zur konstituierenden Ratssitzung nach der Kommunalwahl 1969 fungierte Karl Nöcker aus Selbecke als Beauftragter für die Aufgaben des Bürgermeisters und Franz-Josef Hackmann als Beauftragter für die Aufgaben des Gemeindedirektors. Franz-Josef Hackmann wurde in der 1. Ratssitzung zum Gemeindedirektor gewählt, Bürgermeister wurde Karl-Josef Luster-Haggeney aus Schwartmecke, der das Amt bis 1994 innehatte. Zuvor hatte Egbert Huxel aus Heinsberg als Alterspräsident die Sitzung eröffnet.

Nur CDU und SPD

An Fraktionen gab es nur CDU und SPD, Grüne gab es noch nicht, ebenso keine Wählergemeinschaften. In Kirchhundem waren die Mehrheitsverhältnisse klar, 19 Sitze im ersten Gemeinderat der neuen Gemeinde Kirchhundem gingen an die CDU, nur neuen an die SPD. Ein Verhältnis, das sich lange Zeit nicht ändern sollte.

Reizthemen

Aber wie war das Klima im ersten Gemeinderat, ähnlich rau wie manchmal heute? Hermann-Josef Beckmann aus Heinsberg, der damals als 33-Jähriger in der Rat einzog und diesem bis 1994 angehörte, erinnert sich. „Die Stimmung war damals angespannt, denn die alten Gemeinden verloren ihre Selbstständigkeit. Am Anfang war es ein gegenseitiges Abklopfen und die einen waren manchmal neidisch auf die anderen.“

Besondere Reizthemen waren damals Schulen, Kanalisation und Sportplätze. „Das Kirchturmsdenken musste erst einmal überwunden werden“, so Beckmann.

Die Sitzung ist öffentlich, interessierte Bürger sind ab 18 Uhr willkommen.

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