Brecheranlage

Mögliche Brecheranlage in Finnentrop stößt auf Widerstand

Das eingezeichnete Grundstück befindet sich im Besitz der Gemeinde. Sie könnte es an einen Betrieb aus Finnentrop verkaufen, der an dieser Stelle gerne eine Zerkleinerungsmaschine installieren würde.

Das eingezeichnete Grundstück befindet sich im Besitz der Gemeinde. Sie könnte es an einen Betrieb aus Finnentrop verkaufen, der an dieser Stelle gerne eine Zerkleinerungsmaschine installieren würde.

Foto: Anna Tillenburg

Frielentrop.   Im Finnentroper Industriegebiet Frielentrop möchte ein Gewerbetreibender eine Zerkleinerungsmaschine aufbauen. Politiker äußern Bedenken.

Die Finnentroper Ratsmitglieder müssen in ihrer nächsten Sitzung am Dienstag, 19. Februar, eine knifflige Entscheidung fällen: Ein Gewerbetreibender aus Finnentrop plant, ein Grundstück im Industriegebiet Frielentrop an der Kalkofenstraße, etwa 7800 Quadratmeter groß und im Besitz der Gemeinde, zu erwerben und dort zumindest sporadisch eine sogenannte Brecheranlage aufzustellen. Also eine Zerkleinerungsmaschine, die großes Bauschuttmaterial recycelt, damit dieses beispielsweise für den Straßenbau wiederverwertet werden kann.

Die Errichtung einer solchen Anlage bedarf zunächst jedoch einer Genehmigung gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz. Die Gemeinde Finnentrop ist deshalb von der zuständigen Immissionsbehörde, dem Kreis Olpe, um eine Stellungnahme gebeten worden.

Grundsätzlich, erklärte Bauamtsleiter Ulrich Hilleke am Donnerstag im Bau- und Umweltausschuss, sei eine solche Anlage am geplanten Standort nicht zulässig, was vor allem mit bestimmten Abstandsregelungen zu den Wohngebieten zu erklären ist. Es gibt jedoch die Möglichkeit, eine Ausnahmeregelung zu erteilen, nämlich genau dann, wenn die Anlage nicht mehr Immissionen verursacht als die bereits im Industriegebiet bestehenden Anlagen anderer Betriebe.

Weil die Gemeinde Planungsträger ist, könne sie über eine solche Ausnahme entscheiden und eben nicht der Kreis. An dieser Stelle kommen die Lokalpolitiker ins Spiel, die mit ins Boot geholt werden und nun die wirtschaftlichen Interessen des Antragstellers und den Schutz der Anwohner, vor allem vom Lehmberg, gegeneinander abwägen müssen. Sollten die Politiker grünes Licht geben, müsste das betroffene Grundstück zunächst aufgeschüttet und hergerichtet werden, was laut Hilleke völlig unbedenklich sei, jedoch rund vier Jahre dauern würde.

Große Bedenken

Die Tendenz, so zumindest ließ die Diskussion am Donnerstagabend im Ausschuss erkennen, geht jedoch in die andere Richtung.

„Eine Brecheranlage gehört in einen Steinbruch, und nicht in ein Industriegebiet. In Lenhausen geht die Angst um“, sprach sich Simone Schulte (CDU), die selber im angrenzenden Lenhausen wohnt, gegen dieses Vorhaben aus. Vor allem die Lärmbelastung bereite ihr Kopfschmerzen. Selbst wenn diese Brecheranlage nur wenige Male im Jahr in Betrieb genommen werde, so sei der LKW-Lärm durch die dauerhafte Anlieferung von Bauschutt nicht wegzudiskutieren.

Auf Anforderung der Gemeinde hatte der Antragssteller bereits eine Lärmprognoseberechnung zum Betrieb eines solchen Bauschuttbrechers vorgelegt. „Hiermit wird zunächst nachgewiesen, dass die Lärmauswirkungen der Anlage die zulässigen Grenzwerte an den vorgegebenen Immissionspunkten in Lenhausen und Frielentrop (Wohnbebauung) unterschreiten“, heißt es in der Ausschuss-Vorlage. Und weiter: „Gleichzeitig kommt der Gutachter zum Schluss, dass die durch die Anlage entstehenden Emissionen nicht die Emissionen einer üblicherweise im Industriegebiet zugelassenen Anlage überschreiten.“ Der Kreis bestätigte dieses Gutachten seinerseits.

Keine alternativen Grundstücke

Dennoch regt sich Widerstand aus der Politik. „Wir sollten im Sinne der Bürger entscheiden und die Finger davon lassen“, erklärte Petra Krempel (UWG). Manfred Molitor (SPD) betonte: „Wenn überhaupt, dann braucht es eine Lärmschutzhalle zum Schutz.“

Und Dirk Leibe (CDU) sagte: „Ich finde so etwas sehr fraglich, das würde Finnentrop nicht guttun.“ Vielmehr sollte die Verwaltung laut des CDU-Politikers nach alternativen Grundstücken Ausschau halten, die dem Antragssteller dann angeboten werden könnten. Nur die gebe es eben nicht mehr, entgegnete Ulrich Hilleke.

Ausschussmitglieder geben keine Empfehlung

Die Ausschussmitglieder entschieden sich letztlich dagegen, dem Rat eine Empfehlung zu geben. Die Kommunalpolitiker wollten sich zunächst in den Fraktionen nochmal austauschen und sich detailliert mit der Thematik befassen. Dennoch wird im Rat (19. Februar) eine Entscheidung gefällt.

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