Ufergeschichten

Sommerserie: Das Leben rund um den Biggesee

Blick auf die Biggetalsperre und die Listertalsperre im Sauerland. Aussicht von der Aussichtsplattform Biggeblick in Attendorn.

Foto: Stefan Reinke

Blick auf die Biggetalsperre und die Listertalsperre im Sauerland. Aussicht von der Aussichtsplattform Biggeblick in Attendorn. Foto: Stefan Reinke

Kreis Olpe.   Der Biggesee ist die größte Talsperre Westfalens. Entlang seiner schier unendlich langen Uferlinie bietet er unzähliche Freizeitmöglichkeiten.

Zwischen 1957 und 1965 wurde aus einem Tal ein Stausee. Im Biggetal baute der Ruhrtalsperrenverband in dieser Zeit die Talsperre. Sie sollte die Trinkwasserversorgung im Ruhrgebiet sicherstellen, bekam aber innerhalb kurzer Zeit eine herausragende Bedeutung als Touristenattraktion, weil im See und am See und auch drum herum eine Vielzahl von Einrichtungen entstand, die Besucher und Gäste anlocken.

Aber bis dahin war es ein weiter Weg. Zahlreiche Dörfer mussten weichen, Gebäude abgerissen, die Bahnlinie verlegt, 70 Kilometer neue Straßen gebaut werden. Dabei gehen die ersten Planungen bis ins Jahr 1938 zurück, 1939 wurde sogar der sofortige Baubeginn angeordnet. Das geht aus Heft 16 der Schriftenreihe des Ministers für Landesplanung, Wohnungsbau und öffentliche Arbeiten des Landes NRW mit dem Titel „Raumordnungsplan Biggetalsperre“ hervor. Der 2. Weltkrieg machte die Pläne zunichte.

27 Ortschaften mussten dem Biggesee weichen

Am 10. Juli 1956 wurde dann das Biggetalsperrengesetz verabschiedet und der Bau endgültig in die Wege geleitet. In der Schrift aus dem Jahre 1962 heißt es, dass „diesem Projekt eine Bedeutung zukommt, die weit über den engeren Bezirk hinausreicht“ Sie werde, heißt es, „eine große Anziehungskraft auf die Erholungssuchenden ausüben“ und: „Der Zustrom zur Biggetalsperre wird sich aller Voraussicht nach an schönen Sonn- und Feiertagen als Massenverkehr abwickeln.“

Besonders betroffen vom Bau der Talsperre waren die Menschen, die auf diesen 18 Kilometern zwischen Olpe und Attendorn in 27 Ortschaften oder Ortsteilen lebten und umgesiedelt werden mussten. Die größten waren Listernohl, Sondern, Stade und Klinke mit insgesamt 1950 Einwohnern. Insgesamt ging es um etwa 2400 Bürger des Kreises Olpe.

Dabei wurden erste Pläne, die Bewohner des Biggetals vornehmlich in Olpe und Attendorn anzusiedeln, aufgrund des Widerstands aus der Bevölkerung (vor allem aus Listernohl) aufgegeben. Aber auch Gewerbebetriebe mussten umsiedeln: die Firma Muhr und Söhne in Bruchwalze (Attendorn), das Sägewerk Heuell in Ronnewinkel (Olpe), die Gesenkschmiede Schemm in Olpe, die Firma Heider in Haardtwalze (Rhode).

Paradies für Segler, Surfer und Taucher

Nach langer Bauzeit herausgekommen ist eine Talsperre, die zwischen Attendorn und Olpe auf einer Länge von 20 Kilometern Platz für 150 Mio. Kubikmeter Wasser hat. Mit dazu gehört auch die Listertalsperre. Hier finden Segler, Surfer, Taucher, Tretbootfahrer, Badefreunde, Angler, Ruderer, Campingfans ein umfangreiches Angebot.

Hier kann man Wandern und Radfahren, Minigolf oder auch eine Runde Paintball spielen. Abwechslung ist garantiert.

Ufergeschichten vom Biggesee

Wir blicken in den Sommerferien intensiven auf den Biggesee, sind an seinen Ufern unterwegs und haben in insgesamt 19 Folgen unsere „Ufergeschichten vom Biggesee“ das Freizeitangebot am See zusammengetragen. Das ist sicher nicht vollständig, aber es bietet einen Einblick in die Vielfalt der Freizeitmöglichkeiten, die auch Einheimischen zur Verfügung stehen. Unsere Ufergeschichten auf einen Blick:

Mehr zum Thema
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik