Kirchhoff

Großer Preis des Mittelstandes 2018: Drolshagener nominiert

Marius Ohms, Geschäftsführer von Kirchhof in der Rosestadt, steht vor einer neuen Maschine in der Produktionshalle. Das Thema Innovation genießt bei dem Lennestädter Priorität.

Foto: Flemming Krause

Marius Ohms, Geschäftsführer von Kirchhof in der Rosestadt, steht vor einer neuen Maschine in der Produktionshalle. Das Thema Innovation genießt bei dem Lennestädter Priorität. Foto: Flemming Krause

Drolshagen.   Ein Akt der Wertschätzung: Der Drolshagener Metallverarbeiter Kirchhoff steht auf der Nominierungsliste eines begehrten Wirtschaftspreises.

Mit Lobpreisungen auf das eigene Unternehmen hält sich Marius Ohms zurück. Wie gut, wie innovativ und wie fortschrittlich der Drolshagener Metallverarbeiter Kirchhoff arbeitet, diese Beurteilung überlässt der 29-jährige Geschäftsführer lieber anderen. Wie etwa einem seiner Lieferanten, der DM Stahl aus Hagen. Seit Jahren arbeiten beide zusammen. „Dadurch haben sie die Entwicklung in unserem Betrieb hautnah mitbekommen“, mutmaßt Marius Ohms, warum die Hagener ihren Drolshagener Partner jüngst für den Großen Preis des Mittelstandes 2018 nominiert haben.

Der Wettbewerb

„Das ist eine richtig schöne Auszeichnungsgelegenheit, die kleinere Unternehmen in den Fokus rückt, die ansonsten im Schatten der großen Konzerne stehen“, freut sich Marius Ohms über die Nominierung. Der Lennestädter erklärt: „Bei diesem Wettbewerb werden nicht nur einzelne Sparten eines Betriebes wie etwa Größe oder Umsatz betrachtet, sondern das Unternehmen als Ganzes.“ Und zwar in diesem Jahr unter dem Motto Zukunft gestalten. „Das passt wie die Faust aufs Auge zu unseren Betrieb“, sagt Ohms, der seit gut zwei Jahren den Metallverarbeiter mit drei weiteren geschäftsführenden Gesellschaftern anführt. Denn die Rosestädter sind dabei, sich komplett neu aufzustellen. Ein neues Logo sei schon da, in die Maschinen habe man so viel wie noch nie investiert und zuletzt auch verstärkt auf soziale Medien wie Facebook oder Xing gesetzt. „Wir haben sicherlich nicht den modernsten Maschinenpark“, gesteht Ohms. Doch er betont: „Wir sind dabei, alles step by step auszutauschen. Und wir haben ein neues Warenwirtschaftssystem, das unseren Produktionsfluss steuert.“ Zudem werde man erstmalig zwei Flüchtlinge einstellen und wolle in Zukunft selber ausbilden.

Dass es Kirchhoff bis auf die Nominierungsliste geschafft hat, freut auch Drolshagens Bürgermeister Ulrich Berghof (CDU): „Das zeigt uns, wie viel Innovationskraft in dem Unternehmen steckt und ist doch gerade für die Mitarbeiter ein toller Anreiz“, sagt er.

Die Kriterien

Die Nominierung an sich bedeutet aber noch nicht, dass die Rosestädter am Ende auch ausgezeichnet werden. Denn die Konkurrenz ist groß: Insgesamt stehen rund 4900 Unternehmen aus ganz Deutschland auf der Liste. Bis April haben die Teilnehmer nun die Möglichkeit, aussagekräftige Unterlagen einzureichen. Eine Jury bewertet dann nach Kriterien wie etwa Schaffung von Arbeitsplätzen, Modernisierung und Innovation oder zukünftige Marketingstrategien.

Themen, die Marius Ohms, ein gelernter Zerspanungsmechaniker mit Weiterbildung zum Industriemeister Metall, für seine Arbeit als unausweichlich erachtet. Denn das Thema Digitalisierung 4.0 treffe nicht nur seine Firma. Seine Pläne skizziert er wie folgt: „Es gibt so viele Abläufe, die es zu optimieren gilt. Wir müssen unsere Mitarbeiter viel stärker digital einbinden. Etwa, indem sie ihre Gedanken und Ideen nicht mehr auf einem Stück Papier, sondern in Clouds uns mitteilen.“ Der gebürtige Attendorner ergänzt: „Wir als deutsche Mittelständler sind meilenweit von der Digitalisierung 4.0 entfernt. Breitbandausbau, schnelleres Internet, all das muss von der Politik gepusht werden. Wir sind vielleicht nicht das innovativste aller Unternehmen, aber wir halten momentan viele Bälle in der Luft, um uns optimal am Markt für die Zukunft zu positionieren.“ Mit der Nominierung des Großen Mittelstandspreises sind sie diesem Anspruch ein kleines Stück näher gekommen.

Infos: Internationaler Marktführer

Der Große Preis des Mittelstandes ist eine begehrteste Wirtschaftsauszeichnung und wird von der Oskar-Patzelt-Stiftung seit mehr als 20 Jahren vergeben. Neben Kirchhoff sind die Attendorner Betriebe AFK Andreas Franke Kunststoffverarbeitung und Königs Brot sowie der Caritasverband Olpe nominiert.

Als Preis können die Teilnehmer eine goldene Statue gewinnen, einen Geldpreis gibt es indes nicht. Vielmehr geht es bei diesem Wettbewerb um Anerkennung und das Thema Networking.

Kirchhoff zählt mit seinen rund 35 Mitarbeitern zu den internationalen Marktführern von mechanisch bearbeiteten Komponenten für die Sanitär- und Heizungsbranche, der Nutzfahrzeug- und Landmaschinenindustrie sowie der Automotive-Branche.

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