Soziales

Großspender aus Girkhausen: Willi Buchen hat es wieder getan

Willi Buchen spendet 50.000 Euro an Ärzte ohne Grenzen

Willi Buchen spendet 50.000 Euro an Ärzte ohne Grenzen

Foto: Verena Hallermann

Girkhausen.   Willi Buchen spendet 50.000 an die Non-Profit-Organisation Ärzte ohne Grenzen. Und das nicht zum ersten Mal. Wie das Geld im Jemen helfen wird:

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Kinder müssen sterben, weil Medikamente fehlen. Weil ihre Mütter zuhause entbinden müssen. Ohne ein Arzt. Ohne Hilfe. Stattdessen werden neben dem Kinderbett Menschen getötet, Bomben schlagen ein. Die Rede ist vom Jemen. Seit Jahren wütet dort ein brutaler Krieg. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. Doch es gibt Menschen, die helfen. Einer davon ist Willi Buchen aus Girkhausen. Er und seine Frau Helga haben der Organisation Ärzte ohne Grenzen 50.000 Euro gespendet – und das nicht zum ersten Mal. „Wir wollen mit unserem Geld Leben retten“, sagt Willi Buchen.

Willi und Helga Buchen haben Besuch. Mareike Vitt ist da. Sie ist Betreuerin für private Spender bei Ärzte ohne Grenzen. Heute ist die gebürtige Siegerländerin extra aus Berlin angereist, um den symbolischen Scheck entgegenzunehmen. Mit dieser Summe hatte sie bis vor wenigen Tagen nicht gerechnet. Familie Buchen hatte „lediglich“ 4000 Euro, der Erlös von der „kleinen“ privaten Spendenaktion an Helga Buchens 75. Geburtstag im Dezember, angekündigt. Sie hatte auf Geschenke verzichtet, hatte stattdessen Geld für den guten Zweck entgegengenommen. „Das ist sehr, sehr schön, dass Sie so an uns denken“, richtet sich Vitt strahlend und dankend an das Ehepaar.

Das Geld der Familie Buchen geht in die Stadt Tais. Eine der am stärksten umkämpften Regionen. Viele medizinische Einrichtungen wurden geschlossen. Zu wenige Medikamente, unbezahlte Ärzte. Die Folgen sind fatal. Krankheiten wie Cholera breiten sich aus. Die Flucht aus dem Jemen ist schwer. Wüste, Berge, das Meer, Flughäfen sind gesperrt. Die Währung ist abgesackt, Wasser wird zum Luxusgut. Mit den 50.000 Euro aus Girkhausen kann viel erreicht werden. „Die Infusionen für Cholera-Patienten kosten ein paar Cent“, erklärt Vitt. „Mit dem Geld können wir tausende Menschen behandeln.“ Und nicht nur das. Für knapp 10.000 Euro kann die Non-Profit-Organisation ein Chirurgie-Zelt aufbauen. Quasi ein kompletter OP-Saal, nur aus Gummi. Schwangere Frauen können dort entbinden, einen Kaiserschnitt bekommen.

Manchmal sind es aber schon kleine Dinge, die helfen können. So zum Beispiel Inkubatoren für Säuglinge. Eigentlich bestehen diese nur aus Styropor und einer Wärmelampe, erzählt Vitt. Doch sie sind Gold wert, um das Leben kleiner Menschen zu retten. Für kleine Hoffnungsschimmer mitten im Kriegsgebiet.

Die schönen Momente

Familie Buchen handelt aus Überzeugung. Sie wollen helfen. Und zwar Menschen, die ihr Geld wirklich brauchen. Und sie wissen, dass das Geld bei Ärzte ohne Grenzen auch wirklich bei den Hilfsbedürftigen ankommen. Es ist das zweite Mal, dass sie 50.000 Euro spenden. Aus dem privaten Vermögen. „Wir haben diese Not nicht in Deutschland“, sagt Willi Buchen, Unternehmer im Ruhestand . „Für mich ist jeder Mensch gleich. Er empfindet die gleichen Gefühle wie Freude oder Schmerz.“

Der Einsatz im Jemen ist für die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen nicht ungefährlich. Hilfskräfte werden gezielt angegriffen. Es gibt nicht mehr viele Organisationen, die in das Krisengebiet reisen. Aber Ärzte ohne Grenzen bleibt hartnäckig. Im vergangenen Jahr hat die Organisation etwa 848 Tonnen Material in die Republik eingeflogen. Sie sind noch lange nicht am Ziel. Der Jemen braucht Ärzte, Chirurgen, Epidemiologen, Psychologen – und vieles mehr.

Vielleicht entwickelt sich die Situation in Tais ja irgendwann mal so gut, wie in Äthiopien. Mareike Vitt war kürzlich dort. Sie erzählt von etwa 45.000 Menschen, die dort in Gambella in einem Flüchtlingslager leben, einem Krankenhaus hat sich gut entwickelt. Mit Hilfe von Ärzte ohne Grenzen.

Und sie erzählt von den schönen Momenten. Eine Frau kam auf sie zu. Ihr kleiner Sohn leidet an Diabetes, war deswegen öfters bei den Mitarbeiten der Organisation. Sie nahm ihre Hand. Sehr lange. Viele Menschen stellten sich um die beiden, sangen und klatschten fröhlich. Die Frau wollte einfach mal Danke sagen.

Auch die Spende der Familie Buchen aus Girkhausen wird den Menschen im Kriegsgebiet ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Wenn mit einer kleinen Infusion Cholera-Patienten geholfen werden kann. Wenn eine Mutter ihr Kind mit Hilfe von Ärzte ohne Grenzen gesund zur Welt bringen kann.

Weitere Artikel, Bildergalerien und Videos finden Sie auf der Homepage der WESTFALENPOST Olpe. Die Lokalredaktion ist auch bei Facebook

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben