Pumptrack

Rat Wenden: Grünen-Chef Holterhof weist Vorwürfe zurück

Ein Pumptrack - ähnlich wie auf diesem Bild in Heubach (Baden Württemberg) - soll auf der alten Bahntrasse in Gerlingen entstehen. Man kann hier auf allem fahren, was Rollen hat. Zudem ist in Gerlingen ein Rundwanderweg geplant. 

Ein Pumptrack - ähnlich wie auf diesem Bild in Heubach (Baden Württemberg) - soll auf der alten Bahntrasse in Gerlingen entstehen. Man kann hier auf allem fahren, was Rollen hat. Zudem ist in Gerlingen ein Rundwanderweg geplant. 

Foto: pumptrack.de

Wenden.   Elmar Holterhof wehrt sich gegen die Attacken im Wendener Rat. Unsere Zeitung hat mit dem Grünen-Chef, der in Holland im Urlaub ist, gesprochen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es war schon ungewöhnlich, als am Ende der an sich harmonischen Wendener Ratssitzung am Mittwochabend plötzlich der Vorsitzende der Mehrheitsfraktion und der Bürgermeister im Gleichklang den Grünen-Chef ins Visier nahmen. Wehren konnte sich dieser nicht. Elmar Holterhof ist zur Zeit im Urlaub in Holland. Und so blieb die harsche Kritik unbeantwortet im Raum stehen.

Ungehöriges Verhalten

Wie berichtet, ging es darum, dass Holterhof in Eigenregie Bodenproben vom Gelände der ehemaligen Bahntrasse in Gerlingen, wo ein Pumptrack gebaut werden soll, entnommen habe. Die Vorgehensweise Holterhofs sei „beschämend“, so CDU-Chef Hubertus Zielenbach. Er wolle den Pumptrack „hintertückisch“ ins Wanken bringen. Das sei „eine ganz große Hinterlistigkeit.“ Mehr noch: Zielenbach warf Holterhof vor, dass er „lügt wie gedruckt.“ Bürgermeister Bernd Clemens bezeichnete das Verhalten Holterhofs als „ungehörig“.

Unsere Zeitung erreichte Elmar Holterhof an seinem Urlaubsort in Holland. „Ich habe für den Pumptrack gestimmt und bin überhaupt nicht dagegen“, betonte er. Ihm sei es einzig und allein darum gegangen, die Altlasten auf dem Gelände an der ehemaligen Bahntrasse, auf dem der Pumptrack entstehen soll, abzuklären: „Dort sind in den 70er Jahren ­Industrieschlämme abgelagert worden. Wenn da eine Freizeitanlage hin soll, muss das doch vorher hinterfragt werden.“ Die vom Kreis dort kartierten zwei Altlasten sollten sehr cyanidhaltig sein, so Holterhof.

Er habe dann als erstes mit dem Kreis Olpe gesprochen und sei zu dem Grundstück nach Gerlingen gefahren: „Da wächst gar nichts mehr. Ich hatte die Befürchtung, dort wird eine Anlage hingebaut und da ist Cyanid.“

Untersuchung auf Cyanid

Mit einem Spaten habe er eine Bodenprobe entnommen und diese ins HUK-Labor nach Hünsborn gebracht, um sie auf Cyanid untersuchen zu lassen. Auch dem Kreis Olpe habe er eine Probe geschickt. Dieser habe nach der Untersuchung mitgeteilt, dass die Probe unauffällig sei, man aber vor dem Bau des Pumptracks noch ein weiteres Institut einschalten solle, um restlos sicher zu sein. „Nach meiner Ansicht war das wichtig, um Schaden von der Gemeinde abzuwenden. Schließlich handelt es sich um ein 400 000 Euro-Projekt. Da muss das vorher geregelt werden. Ich bin nicht an die Öffentlichkeit gegangen und habe das nur dem Bürgermeister vertraulich gesagt.“

Ein Fehler sei vielleicht gewesen, dass er sofort mit der Gemeinde hätte sprechen sollen, räumte Holterhof im Gespräch mit unserer Zeitung ein. Und: „Ich sah nur, dass auf dem Grundstück gar nichts wächst. Das erschien mir ziemlich makaber. Deshalb habe ich die Bodenproben entnommen. Sonst wäre ich nicht darauf gekommen.“ Zur Nachfrage unserer Zeitung, was er denn zu den wüsten Beschimpfungen im Ratssaal sage, meinte Elmar Holterhof: „Auf dieses Niveau begebe ich mich nicht.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik