Austritt

Heimatbund Finnentrop: Beitrag zur Windkraft löst Kritik aus

Windkraftanlagen (hier ein Symbolfoto) sind ein kontrovers diskutiertes Thema, nicht nur in Finnentrop. Auch den Heimatbund hat es längst erreicht.

Windkraftanlagen (hier ein Symbolfoto) sind ein kontrovers diskutiertes Thema, nicht nur in Finnentrop. Auch den Heimatbund hat es längst erreicht.

Foto: dpa

Finnentrop/Serkenrode.   Alfons Henke tritt aus dem Heimatbund der Gemeinde Finnentrop aus. Grund ist ein Bericht aus der Vereinszeitschrift. Verein weist Vorwurf zurück.

Viele Jahre war Alfons Henke (76) aus Serkenrode im Heimatbund der Gemeinde Finnentrop vertreten und engagierte sich als Ortsheimatpfleger für sein Dorf und für Ramscheid. Doch von diesem Amt ist der Rentner nun zurückgetreten. Als Grund gibt der 76-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung einen Beitrag aus der kürzlich erschienen Ausgabe der Heimatbund-Zeitschrift „An Bigge, Lenne und Fretter – Heimatkundliche Beiträge aus der Gemeinde Finnentrop“ an. Auf jeweils vier Seiten nehmen dort Dr. Paul Richter und Ferdinand Funke, beide gebürtige Serkenroder, Stellung zum Thema Windkraft im Frettertal. Funke spricht sich für die erneuerbare Energien aus, Richter ist dagegen.

Ungleichgewicht bemängelt

Diese Veröffentlichungen per se sind es nicht, die Henke wütend machen. Vielmehr bemängelt er ein Ungleichgewicht der Pro- und Contra-Argumente. „Mich stört, dass der Bericht von Dr. Paul Richter erheblich gekürzt worden ist, von etwa acht auf dreieinhalb Seiten“, betont der Serkenroder, der sich laut eigenen Angaben nicht komplett gegen Windkraft-Anlagen stellt, sondern lediglich über die aus seiner Sicht zu geringen Abstände zu Wohngebieten hadert. „Die jungen Leute laufen hier Sturm, wir könnten bald von Windrädern regelrecht umzingelt sein“, klagt er.

Henke ist übrigens nicht der Einzige, der sich beim Heimatbund beschwert hat. „Wir haben ein paar Zuschriften bekommen, allerdings im einstelligen Bereich“, klärt Doris Kennemann, 1. Vorsitzende des Heimatbundes, auf Nachfrage auf. Zunächst machte das Gerücht die Runde, die Mitglieder des Vereins seien scharenweise ausgetreten. Doch dem widerspricht die Vorsitzende vehement: „Wir haben zwei Austritte zu vermelden, von Alfons Henke und Dr. Paul Richter selbst.“

Stellungnahme weist Kritik zurück

Verständnis für die Reaktion der Beiden habe die Lehrerin aus Schönholthausen nicht, wie auch aus einer Stellungnahme des Heimatbundes, die unserer Redaktion vorliegt, vom vergangenen Samstag klar wird. Dort steht geschrieben: „Dem Heimatbund wird offensichtlich die Legitimation abgesprochen, in seiner Zeitschrift ebenso den Artikel eines Befürworters der Windenergieanlagen abzudrucken. Dabei ist die Methode des Pro und Contra eine gängige Praxis, die in vielen, darunter auch wissenschaftlichen Publikationen, angewandt wird. So wird dem Leser die Gelegenheit geboten, sich mit der Thematik intensiver auseinanderzusetzen. Manchen unserer Leser scheint diese Vorgehensweise leider noch unbekannt zu sein.“

Der Kritik Henkes, der Bericht von Dr. Paul Richter sei viel zu stark gekürzt worden, entgegnet Doris Kennemann: „Wir haben beiden Autoren das Layout zur Verfügung gestellt. Wir mussten es leider auf vier Seiten beschränken, weil wir das Thema spät und spontan noch mit in das Heft aufgenommen hatten.“ Während Ferdinand Funke seinen Text entsprechend gekürzt hätte, habe Dr. Paul Richter dies eben nicht getan. Auch inhaltlich habe der Heimatbund keine Handhabe über die Fremdbeiträge.

Keine Auswirkungen auf die Arbeit

„Wir möchten darauf hinweisen, dass jeder Verfasser für seinen Beitrag verantwortlich ist. Eine Überprüfung der sachlichen Richtigkeit aller eingesandter Beiträge kann und muss die Redaktion (Ann.: gemeint ist die Redaktion des Heimatbundes, die das Heft herausgibt) nicht leisten“, schreibt der Verein in seiner Stellungnahme.

Trotz der aktuellen Unmutsäußerungen einiger Finnentroper, laut Kennemann gehören dazu auch Mitglieder der IGG Gegenwind aus dem Frettertal, macht sich die Vorsitzende keine Sorgen um die Zukunft des Heimatbundes. Sie sagt: „Das alles wird keine Auswirkungen auf unsere Arbeit nehmen, wir sind ein gutes und intaktes Team.“ In Zukunft eben nur ohne Alfons Henke.

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