Frühchen

Helena Amira Willmes: dem Frühchen geht es immer besser

Sie macht jeden Tag Fortschritte: die kleine Helena Amira Willmes. Die Tochter des gebürtigen Heggeners Thomas Willmes war Anfang Mai im Oman als Frühchen zur Welt gekommen.

Sie macht jeden Tag Fortschritte: die kleine Helena Amira Willmes. Die Tochter des gebürtigen Heggeners Thomas Willmes war Anfang Mai im Oman als Frühchen zur Welt gekommen.

Foto: Privat

Heggen/Breslau.  Die knapp sechs Monate junge Tochter des gebürtigen Heggener Thomas Willmes macht täglich Fortschritte. Seit wenigen Wochen ist sie zuhause.

Sie muss bei Weitem nicht mehr so viele Medikamente nehmen wie in den ersten Wochen. Sie bringt mittlerweile 3750 Gramm auf die Waage und misst 56 Zentimeter. Ihr Atem ist regelmäßig, ihr kleines Herzchen funktioniert.

Kurzum: Die knapp sechs Monate junge Helena Amira Willmes ist offensichtlich über den Berg. „Es ist alles in Ordnung, wir haben ein ganz normales Baby“, freut sich Papa Thomas Willmes, ein gebürtiger Heggener. Dass dem 32-Jährigen, der als Werkzeugbauleiter im polnischen Werk der Firma Fischer und Kaufmann in der Nähe von Breslau arbeitet, dieser Satz über die Lippen gehen kann, ist mitnichten eine Selbstverständlichkeit. Denn seine kleine Tochter kommt als Frühchen auf die Welt (wir berichteten). Unglaubliche 16 Wochen zu früh. Mit nur 720 Gramm. Und das ausgerechnet im Sommerurlaub der Eltern Thomas und Marta (30) im Oman. Was folgt, ist ein Kampf ums Überleben der kleinen Helena Amira, die wochenlang im Inkubator liegt. Sie hat ihn gewonnen.

Regelmäßige Arztbesuche

So langsam normalisiert sich das Leben der jungen Familie. Seit dem 22. August ist Helena Amira zuhause, die Aufenthalte in gleich zwei polnischen Krankenhäusern inklusive zweier Augen-Operationen hat sie unbeschadet überstanden. Genauso wie ihren langen Aufenthalt im Oman. Im Juli fliegt die Familie mit einem speziell ausgestatteten Flugzeug (FAI Flight Ambulanz) heim. „So langsam habe ich das Gefühl, dass sie uns sehen kann. Sie wird von Tag zu Tag schneller größer und trinkt richtig viel Muttermilch. Sie zieht Grimassen und weint nur, wenn sie Hunger hat. Im letzten Monat hat sie nochmal einen riesen Sprung gemacht“, berichtet ihr überglücklicher Vater.

Natürlich bestimmen weiterhin die regelmäßigen Arztbesuche den Alltag der jungen Familie. Die Kleine wird immer wieder von Kopf bis Fuß durchgecheckt und durchläuft verschiedenste Rehabilitationskurse. Häufig fahren Thomas und Marta dazu ins rund 30 Kilometer entfernte Breslau zu den Experten. „Wir bekommen viele Tipps von den Ärzten, das hilft uns sehr. Im Moment ist wirklich alles super“, wiederholt Thomas gerne und häufig im Telefongespräch. Man spürt, wie erleichtert der Heggener nach diesen unglaublich kräftezehrenden Monaten ist. Erst die völlig unerwartete Geburt Anfang Mai fernab der Heimat. Dann die Ungewissheit, ob die kleine Tochter überhaupt überlebt. Schließlich die vielen Behördengänge und oben drauf die wochenlange räumliche Distanz zu seiner Frau und seiner Tochter. Denn während Marta und Helena Amira im Oman im Krankenhaus bleiben müssen, geht es für Thomas Ende Mai zurück in die Heimat.

Eines Tages in den Oman

Alles Vergangenheit. Der Blick geht nach vorn. Und die junge Familie hat Pläne. Natürlich. Und Träume. Ein ganz banaler: Im nächsten Jahr soll Helena Amira die Sauerländer Heimat ihres Vaters Thomas kennenlernen. „Wenn alles glatt läuft, dann kommen wir über Ostern mal nach Heggen.“ Vorher sei es noch zu früh und die rund 800 Kilometer zu weit. Über Weihnachten bleibe man also in Polen, erzählt Thomas. Dann kommt seine Familie eben zu ihm.

Und eines Tages, vielleicht in zwei Jahren, möchten Thomas und Marta mit ihrer Tochter an den Ort zurückkehren, wo alles begann: In den Oman. Zu den Freunden, die sie dort wochenlang unterstützt haben. Um noch einmal Danke zu sagen.

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