Notfallbox

Hilfe aus dem Kühlschrank

Lisa Knoche, Monika Feldmann (Sparkasse) Raphael Lüdenbach (Helios), Frank Decker (Caritas), Christiane Plugge (Stadtverwaltung)  Renate Jung und Walter Müller präsentieren die kleinen Notfallboxen für den Kühlschrank

Lisa Knoche, Monika Feldmann (Sparkasse) Raphael Lüdenbach (Helios), Frank Decker (Caritas), Christiane Plugge (Stadtverwaltung) Renate Jung und Walter Müller präsentieren die kleinen Notfallboxen für den Kühlschrank

Foto: Steinbach

Attendorn.   Seniorenrat Attendorn verteilt kostenlose Notfallboxen mit allen wichtigen Informationen für den Arzt, die ihren Platz im Kühlschrank haben

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In Attendorn kommt im Notfall die Hilfe künftig aus dem Kühlschrank. Seniorenrat und Sponsor Sparkasse ALK stellten gestern eine Idee vor, die ursprünglich aus England stammt, mittlerweile aber auch in Deutschland immer populärer wird: die Notfallbox im Kühlschrank.

Das Problem, das auf diese Weise gelöst werden soll, beschreibt Walter Müller, Vorsitzender des Seniorenrates, wie folgt: „Ein Notfall oder Unglück ist immer eine Stresssituation. Auch wenn man klar bei Verstand ist, kriegt man die wichtigsten Informationen nicht immer auf die Reihe und dann vergeht wertvolle Zeit.“

Die Notfallbox sieht aus wie eine etwas zu groß geratene Dose aus dem Gewürzregal und beinhaltet auf einem Faltblatt alle Informationen, über die der Arzt, dann, wenn es schnell gehen soll, verfügen muss: Neben Namen und Angaben zur Krankenkasse auch Medikamentenliste und alle wichtigen Vorerkrankungen oder Allergien. Der Standort „Kühlschrank“ für die Notfallbox wird damit begründet, dass der in jedem Haus auch dann leicht zu finden ist, wenn man sich nicht auskennt.

Aufkleber weisen den Weg

Aber woher weiß der Notarzt, dass er im Kühlschrank alle notwendigen Informationen findet?

Wer eine Notfallbox öffnet, findet dort nicht nur das Infoblatt, sondern auch zwei kleine Aufkleber: „Einer“, so Walter Müller, „kommt auf die Innenseite der Haustür, der andere außen auf den Kühlschrank. Dann wissen Arzt oder Rettungssanitäter Bescheid, auch ohne, dass man sie darauf hinweisen muss.“

Angestoßen hat die Aktion in Attendorn die zweite stellvertretende Vorsitzende des Seniorenrats, Renate Jung, der besonders wichtig ist, dass die Notfallbox im Kühlschrank nicht nur eine Versicherung für ältere Mitbürger ist: „Auch junge Menschen und vor allem Alleinstehende können davon profitieren.“

Nachschub ist bestellt

Drei Anlaufstellen gibt es in der Hansestadt, die die Notfallboxen ab sofort ausgeben: die Caritas-Staton Attendorn, das Krankenhaus und das Bürgerbüro bzw. die Zentrale im Rathaus. Ausgegeben werden die Boxen kostenlos. Eigentlich hatte der Seniorenrat geplant, die Anschaffung aus eigenen Mitteln zu finanzieren, hat dann in der Sparkasse aber einen Sponsor gefunden.

500 Stück sind bestellt „aber wir hoffen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Dröge, „dass sie nicht reichen, wenn jetzt darüber berichtet wird.“ Wenn 500 Boxen nicht reichen, wäre das nicht schlimm, Nachschub ist bereits bestellt. Im Ruhrgebiet ist das Konzept schon wesentlich verbreiteter als hier: „In machen Städten sind 50 Prozent der Haushalte abgedeckt“, sagt Christiane Plugge, Leiterin des Sozialamtes.

Beim Ausfüllen des Infoblattes können Hausarzt und Apotheker helfen, die über die Aktion informiert sind und Unterstützung zugesagt haben.

„Aber“, so Renate Jung, „jeder ist für seine eigenen Daten verantwortlich. Dafür, dass die Angaben auf dem aktuellen Stand sind, muss man selbst sorgen.“

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