Heiraten

Hochzeitsfototgrafin aus Olpe bei über 300 Trauungen

In dem richtigen Moment abdrücken - das ist die Aufgabe und die Leidenschaft von Hochzeitsfotografin Julia Stamm-Ochel (hier Symbolbild).

Foto: Andreas Lander/dpa-Zentralbild

In dem richtigen Moment abdrücken - das ist die Aufgabe und die Leidenschaft von Hochzeitsfotografin Julia Stamm-Ochel (hier Symbolbild). Foto: Andreas Lander/dpa-Zentralbild

Olpe.   Fotografenmeisterin Julia Stamm-Ochel schon bei vielen Hochzeiten im Einsatz. Das Brautpaar bekommt von ihr zum Teil 900 Hochzeitsfotos.

Seit 35 Jahren sind und ihre Kamera auf Achse. Unzählige Bilder hat die 54-Jährige in dieser Zeit geschossen. Und auch bei Hochzeiten im Kreis Olpe war die Fotografenmeisterin häufig im Einsatz.

„Ich schätze, dass es so etwa 300 Hochzeiten waren“, sagt Julia Stamm-Ochel, die in diesem Jahr seit 25 Jahren selbstständig ist.

Olper Hochzeitsfotografin seit 25 Jahren

Beim Besuch dieser Zeitung plaudert die Olperin aus dem Nähkästchen: „Gärten bieten sich für Hochzeitsfotos immer an. Manche Paare haben einen eigenen, wenn nicht, kann ich weiterhelfen. Ich kenne drei Leute, die einen tollen Garten haben. Diese kann ich zum Fotografieren nutzen.“ Wichtig sei, dass sie die Örtlichkeiten für die Hochzeitsfotos im Vorfeld genau kenne.

Böse Überraschung bei Hochzeitsfotos

Andernfalls, erinnert sie sich, könne es böse Überraschungen geben: „Ich sollte früher einmal Hochzeitsfotos machen in einem Garten in Frenkhausen. Den hatte ich mir vorher nicht angesehen. Als ich dorthin kam, sah ich überall einbetonierte Wäschestangen.

Irgendetwas Störendes war im Hintergrund immer zu sehen. Damals gab es noch keinen ­Photoshop zur nachträglichen Bearbeitung der Bilder“, schmunzelt sie heute noch.

Wo entstehen sonst noch Fotos vom schönsten Tag des Lebens im Kreis Olpe? „Die Brautleute von heute haben alles durchdacht. Sie informieren sich über alle Möglichkeiten. Schlagen mir Orte vor, aber ich gebe ihnen auch Ratschläge, wo man schöne Fotos machen kann“, so die 54-Jährige.

Schöne Orte für Hochzeitsfotos

Es gebe beispielsweise sehr schöne Plätze an Gotteshäusern, berichtet die Fotografin, zum Beispiel an der alten Kirche in Drolshagen: „Auch alle öffentlichen Parks eignen sich, zum Beispiel der beim Olper Finanzamt. Oder der Stadtpark in Drolshagen.

Da gibt es eine schöne Brücke.“ Wichtig sei, dass man sich auskenne: „Schön ist es auch an der Wendenerhütte, auf der Attendorner Burg oder auf der MS Westfalen. Der Schlosspark Bamenohl ist auch geeignet wegen des alten Baumbestandes und der Enten und Gänse. Alles ganz idyllisch.“

Zudem gebe es schöne Kulissen an Hotels oder Restaurants: „Bei der Seesicht bietet es sich an, an der Bigge am Wasser zu fotografieren oder auf dem schönen Gelände des Hauses Platte.“

Schlechtes Wetter kein Hindernis für Hochzeitsfotos

Auch bei schlechtem Wetter müsse die Hochzeitsfotografie nicht ausfallen: „Man kann auch tolle Fotos im Studio machen, mit dem richtigen Licht und gut vorbereiteten Hintergründen und Utensilien. Das halte ich für ganz wichtig, denn danach fragen die Hochzeitspaare immer wieder. Möglich sind auch alte Industriehallen oder vorhandene Burggewölbe, damit man trocken bleibt und trotzdem schöne Fotos erhält.“

Zu welchen Jahreszeiten wird im Kreis Olpe am liebsten geheiratet? „Früher war das mehr im Mai, Juni, heute zwischen Mai und Oktober, aber außerhalb der Sommerferien. Das liegt daran, dass potenzielle Hochzeitsgäste dann im Urlaub sind. Die Hochzeiten im Herbst haben zugenommen.“ Das gilt ebenso für die Zahl der Gäste: „Das sind heute häufig über 100.“

In Sachen Fotografietechnik hat es in den letzten Jahrzehnten gewaltige Änderungen gegeben: „Mit Photoshop gibt es viel mehr Möglichkeiten, Fehler auszugleichen. Aber man muss es können. Früher hast du einen Film gemacht und im Labor entwickeln lassen. Dann warst du fertig. Heute brauche ich nach dem Fotografieren noch mal genauso viel Zeit fürs Nacharbeiten. Es ist zwar viel mehr Arbeit, aber es gibt auch bessere Ergebnisse.“

Das Brautpaar bekommt bis zu 900 Bilder

Durch das digitale Fotografieren würden viel mehr Bilder gemacht: „Wenn ich 1000 Dateien bearbeite, schicke ich dem Brautpaar 800 oder 900. Viele Frauen beschweren sich, dass sie die Bilder nicht mehr finden. Das klassische ,Bilder in die Hand nehmen’ gibt es ja nicht mehr.“ Deshalb sei es wichtig, ein digitales Hochzeitsbuch mit den schönsten Fotos zu haben: „Das kann man durchblättern. Und das können auch Oma und Opa.“

Und dann gibt es noch eine Schmonzette in der langen Fotografenzeit von Julia Stamm-Ochel. Es war in der Zeit ihrer Ausbildung, die sie 1983 begann. Eine Freundin habe um Hochzeitsfotos im Schnee auf dem Höhenrücken zwischen Drolshagen und Iseringhausen gebeten. „Die Braut trug Gummistiefel unter dem Kleid, weil es so kalt war.

Bilder mit Brautstrauß und Trauringen

Ich habe eine Bank mit pulvrigem Neuschnee gesehen und wollte den Brautstrauß und die Trauringe darauf legen. Ich dachte, das ist schön idyllisch.“ Doch dann passierte es: „Plötzlich fiel mir ein Ring aus der Hand. Man sah zwar die Stelle, wo er in den Schnee gefallen war und wir haben auch alles freigescharrt.

Aber den Ring haben wir nicht gefunden.“ Trotz der Kälte geriet die Fotografin ins Schwitzen: „Ein Alptraum. Die Glocken der Kirche läuteten schon. Mein Puls war auf 250.“ Doch dann tauchte der verlorene Ring im allerletzten Moment doch noch auf. „Ein Hochzeitspaar im Schnee habe ich nie wieder fotografiert“, betont Julia Stamm-Ochel.

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