Prozess

Horror-Überfall auf Spielhalle: Zeuge zieht Aussage zurück

Vor der 1. Großen Strafkammer des Siegener Landgerichtes wird wegen des Horror-Überfalls von Attendorn gegen einen 29-Jährigen verhandelt.

Foto: Hendrik Schulz

Vor der 1. Großen Strafkammer des Siegener Landgerichtes wird wegen des Horror-Überfalls von Attendorn gegen einen 29-Jährigen verhandelt.

Attendorn/Siegen.   Endlich konnte das Gericht den vermeintlichen Belastungszeugen im Prozess wegen des Attendorner Überfalls hören. Er zog seine Behauptungen zurück.

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Der sechste Versuch, den Hauptbelastungszeugen im Attendorner Raubprozess zu hören, war von Erfolg gekrönt. Polizisten führten den 24-Jährigen aus Wuppertal in den Siegener Gerichtssaal. Auf Nachfrage von Richterin Elfriede Dreisbach behauptete er, dass er die ersten fünf Ladungen nicht erhalten habe und am letzten Verhandlungstag (21. Juni) krank gewesen sei. Hintergrund: Auf der vom 24-Jährigen gemachten Aussage bei der Polizei am 12. März 2014 basiert die Anklage gegen einen Attendorner (29) wegen schweren Raubes.

Es geht um einen brutalen Überfall auf die Spielhalle „Matrix“ in der Nacht zum 29. November 2011 in Attendorn. Der Räuber war damals mit einer Horrormaske erschienen und hatte mit einer Pistole die Mitarbeiterinnen und zwei Kunden bedroht. Er hatte gesagt, dass er keinen Spaß verstehe und es sofort knallen würde, falls er nicht alles Geld erhalte. Seine Beute: 984 Euro.

Urteil am Montag

Der selber in Raubstraftaten verwickelte Zeuge hatte damals bei der Olper Polizei gesagt, dass ihm der Angeklagte erzählt habe, dass er die Spielhalle in Attendorn überfallen hat. Diese Aussage sei falsch gewesen, beteuerte der 24-Jährige vor der 1. Großen Strafkammer. Er habe das nur gesagt, weil er von der Polizei unter Druck gesetzt worden sei. Er habe vorher zwei Jahre in Haft gesessen, sei gerade wieder auf freiem Fuß gewesen und habe deshalb alles gesagt, nur um nicht wieder ins Gefängnis zu kommen. Man habe den Zeugen nicht unter Druck gesetzt, so der vernehmende Polizeibeamte.

„Man muss die Frage stellen, warum nicht nachermittelt worden ist, wenn jemand so etwas bei der Polizei behauptet. Das waren Ermittlungspannen. Das geht zu Lasten meines Mandanten. Es geht hier um eine nicht unerhebliche Strafe“, sagte Verteidiger Marcel Tomczak im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Mindeststrafe für schweren Raub liegt bei fünf Jahren.

Am kommenden Montag soll nun ein Schlussstrich gezogen werden. Nach den Plädoyers wird das Urteil gegen den Attendorner gesprochen.

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