Großbrand

Nach Brand im Carpe Diem: Hotel-Chef ist fassungslos

Die verkohlten Überreste des Dachstuhls des Hotels Carpe Diem. Eine Mitarbeiterin hat ihr Zimmer unmittelbar darunter.

Die verkohlten Überreste des Dachstuhls des Hotels Carpe Diem. Eine Mitarbeiterin hat ihr Zimmer unmittelbar darunter.

Foto: Riem Karsoua / WP

Schwartmecke.  Der erste Schock nach dem großen Brand in Schwartmecke ist überwunden. Nun spricht Louis Janssens, Betreiber des Hotels Carpe Diem.

„Ich weiß nicht, wie es weitergehen wird“, sagt Louis Janssens, Betreiber des Hotels Carpe Diem in Schwartmecke, und schaut fassungslos auf die verkohlten Reste des Dachstuhls, die vor dem verbrannten Gebäude verstreut herumliegen.

Ganz zu realisieren, was am Sonntagmorgen nach einer Hochzeitsfeier passiert ist, scheint er nicht.

Auf dem Grundstück liegen leere Flaschen, im inneren des Hotels und in der Kapelle die letzten Reste der Dekoration von der Hochzeit.

„Das war bestimmt die schönste Hochzeit, die wir hier jemals gefeiert haben. Es ist unglaublich, wie eine so große Freude innerhalb von wenigen Stunden in einer kompletten Katastrophe enden kann“, sagt Janssens.

Selbst das Personal habe bis drei Uhr mitgefeiert und sei anschließend todmüde ins Bett gefallen. Dementsprechend bekam niemand etwas von dem Brand mit.

Frau löst Brandalarm aus

In der Nacht wurde ein holländisches Ehepaar, welches nicht zur Hochzeitsgesellschaft gehörte, durch den Brandgeruch wach. Die Frau sei zum Empfangsbereich gegangen, um zu schauen, wo der Geruch herkommen könnte. Daraufhin schlug sie die Scheibe des Brandmelders ein und löste den Alarm aus.

„Davon haben wir alle aber nichts mitbekommen. Erst als die Feuerwehr eintraf, bin ich wach geworden“, erzählt Janssens immer noch sichtlich schockiert.

Betroffen ist das Gebäude, in dem das Personal wohnt. „Der unwichtigste Teil des Hotels“, wie der Betreiber sagt. Darunter befinden sich jedoch Restaurant und Küche, die nicht mehr betreten werden können, da durch den Wasserschaden, der durch die Löscharbeiten entstanden ist, die Decke eingestürzt ist.

„Eine Mitarbeiterin war in dieser Zeit in ihrem Zimmer und hat geschlafen. Auch sie hat nichts von dem Brand mitbekommen. Wäre die Feuerwehr nicht da gewesen, hätte sie wahrscheinlich nicht überlebt“, erzählt Janssens.

Die Zimmer des Hotels erlitten durch den Brand keinen Schaden. Lediglich der Geruch sei in die Zimmer gezogen. Nun heißt es abwarten. Am morgigen Dienstag kommt ein Gutachter und der Betreiber wird entscheiden müssen, wie und wann es für ihn weitergeht. „Entweder ich eröffne so schnell wie möglich – ohne Restaurant und Küche – oder ich warte, bis das Gebäude zu 100 Prozent restauriert wurde.“ Derzeit hat Janssens weder Strom, Wasser oder Gas im Hotel. Die Computer konnten rechtzeitig sichergestellt werden, so dass kein großer Datenverlust entstand.

In einer Pressemitteilung der Kreispolizeibehörde und der Feuerwehr Kirchhundem wird erklärt, dass die Brandursache weiterhin ungeklärt sei. Die Polizei schätzt den Sachschaden zwischen 500.000 bis 600.000 Euro.

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