Spendenaufruf

Hund Foka aus Rumänien wurden beide Hinterbeine abgetrennt

Jennifer Hünnekens hat schon zwei Hunde aus schlechter Haltung aufgenommen.

Jennifer Hünnekens hat schon zwei Hunde aus schlechter Haltung aufgenommen.

Foto: Verena Hallermann

Lennestadt.   Die Lennestädterin Jennifer Hünnekens holt den Mischling zu sich. Das Tier soll mit Hilfe einer Prothese wieder laufen können. Doch die ist teuer

Foka hat keine Hinterbeine mehr. Jemand hat sie dem Hundemann mit einem scharfen Gegenstand abgetrennt. Unvorstellbar, welche Qualen der kleine fuchsfarbene Mischling erlebt haben muss. Und trotzdem hat er seine Lebensfreude behalten. Jetzt erst recht.

Denn der vierjährige Rüde kommt Ende des Monats nach Lennestadt. Zu Jennifer Hünnekens, seinem neuen Frauchen. Die 29-Jährige hat Foka sofort ins Herz geschlossen, hat nicht lange gezögert, den Hund zu adoptieren. Doch die junge Tierliebhaberin hat ein Problem. Foka soll sich frei bewegen können, braucht eine Prothese. Die Kosten für diese Sonderanfertigung sind hoch. „Ein Bein muss eventuell auch noch operiert werden“, erzählt Hünnekens. „Er ist nie behandelt worden.“

Der Kampf

Die Mitarbeiter der Tierschutzorganisation Hulda (Hope United Love Dedication for Animals) hatten Foka auf der Straße gefunden. In Rosiorii De Vede, eine Stadt in der Walachei, kämpft die Organisation gegen die Tötung von Straßenhunden in Rumänien. Warum der Mischling keine Hinterbeine mehr hat, weiß man nicht. Fakt ist jedoch, dass es Menschen waren, die ihm das angetan haben. Die Organisation stellte Bilder von dem Kleinen auf ihre Facebook-Seite, riefen zu Spenden auf. So ist Hünnekens das erste Mal auf Foka aufmerksam geworden. Kurz darauf reiste sie nach Rumänien. „Er tat mir so leid“, erzählt die junge Frau. „Als ich ihn dann kennengelernt habe, habe ich gemerkt wie lebensfroh er ist. Ich wusste, es würde für ihn schwierig mit dieser Behinderung ein Zuhause zu finden.“

Es war nicht das erste Mal, dass Jennifer Hünnekens nach Rumänien gereist ist. Sie ist überzeugte Tierschützerin. Schon seit Jahren. In Rumänien werden Straßenhunde von brutalen Hundefängern gefangen und in eine Tötungsstation gebracht. Hunde, die nach 14 Tagen nicht adoptiert wurden, wurden bis vor kurzem einfach getötet. Die Organisation Hulda hat erreicht, dass die Tiere nach Ablauf dieser Zeitfrist in den Besitz des Vereins übergehen. Ein Erfolg. Doch mit der Vielzahl an Hunden braucht die Organisation Hilfe. „Als ich das erste Mal da war, wurde ich rumgeführt“, erzählt Hünnekens. „Ich musste mich beherrschen, dass ich nicht weine. Manche schauten erwartungsvoll, wollten mitkommen. Andere mieden den Blick, hatten Angst.“

Während ihrer Aufenthalte in Rosiorii De Vede hat die Lennestädterin geholfen, die Hunde zu versorgen, ihnen Wasser zu geben, sie bei der Hitze abzuduschen. Manchmal reichte es aber auch schon, den Tieren Zuneigung zu schenken, mit ihnen zu kuscheln. Hünnekens, die auch regelmäßig Katzen eine Pflegeplatz gibt, spricht von 400 Hunden, die darauf warten ein neues Zuhause zu bekommen.

Das Ziel

Für die gelernte Fotografin ist es nicht der erste Hund aus schwierigen Verhältnissen. Die Familie lebt schon mit Hugo und Karla zusammen. Hugo ist ein gemütlicher Senior, den die Hünnekens von der Tötungsstation in Rumänien gerettet haben. Karla kam aus der Türkei zu ihnen. Sie war ein verletzter Straßenhund, fast verhungert. Beide haben sich gut erholt und sind mittlerweile beste Freunde geworden.

Auch Foka soll sich dort zuhause fühlen. Die Tierklinik in Betzdorf will nun helfen, dass das kleine Kerlchen laufen kann. In Kooperation mit einem Orthopäden aus Köln, der normalerweise Prothesen für Menschen anfertigt, soll Foka eine richtige Nachbildung seiner Hinterbeine bekommen.

Die Kosten

Nach ersten Schätzungen wird die Prothese mehrere Tausend Euro kosten. Genaueres kann erst nach einer Untersuchung gesagt werden. Hünnekens ist auf Spenden angewiesen. Eine erste gute Nachricht gibt es: Die Tierklinik Betzdorf will der jungen Tierschützerin finanziell entgegenkommen.

Jetzt heißt es warten. Warten, dass Foka mit dem Transporter sicher in Deutschland ankommt. Warten, was die Untersuchungen ergeben. Und warten darauf, dass genug Geld zusammenkommt, um dem Mischling ein neues Leben zu schenken.

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