Hundewelpen

Hurra: Paula, Speedy und Lotte aus dem Olper Tierheim leben

Die Mischlingswelpen Paula, Speedy und Lotte schauen neugierig, wer das Tierheim in Olpe besucht.

Foto: Herbert Spies

Die Mischlingswelpen Paula, Speedy und Lotte schauen neugierig, wer das Tierheim in Olpe besucht. Foto: Herbert Spies

Olpe.   Drei in Olpe ausgesetzte Hundewelpen sind dank bester Pflege im Tierheim wieder gesund. Nun warten die Hunde auf ihre neuen Besitzer.

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Speedy, Lotte und Paula springen im Tierheim Olpe aufgeregt am Gitter empor. Besuch ist da! Das versetzt die ohnehin schon neugierigen Mischlingswelpen in eine regelrechte Unruhe. Dass die Drei inzwischen gesund und munter sind, grenzt an ein kleines Wunder. Denn Anfang Januar waren sie in einem Einkaufskorb auf dem Park & Ride-Parkplatz in der Nähe von Mc Donald’s ausgesetzt worden. „Wir sind mit den kleinen Hunden direkt zum tierärztlichen Notdienst gefahren“, erinnert sich Iris Drosten, die das Tierheim der Kreisstadt seit 1998 leitet. Schnell war klar: Die Welpen schweben in Lebensgefahr. „Sie hatten Würmer bis zur Halskrause und auch Flöhe, das gesamte Immunsystem war bei allen angeschlagen“, sagt Drosten.

Die Olper Tierärztin Dr. Corinna Rose-Rumpff betreute die jungen Hunde auch. „Die drei Welpen hatten massiven Befall von zweierlei Arten Parasiten, nämlich Kokzidien und Spulwürmer. Der Virusinfekt Parvovirose kam noch dazu, der ist hochansteckend“, sagt die Medizinerin und fügt hinzu: „Der Durchfall bedeutet einen hohen Flüssigkeitsverlust, woran gerade Jungtiere ganz schnell sterben. Sie haben nicht viel Körpermasse, wovon sie zehren können, und ihr Immunsystem ist noch nicht ausreichend ausgeprägt. Deshalb kann eine solche gesundheitliche Situation ganz schnell kippen.“

Extremer Stress für die Welpen

Hinzu kommt nach den Worten von Tierheim-Leiterin Iris Drosten ein weiterer Faktor: „Die jungen Hunde sind einem extremen Stress ausgesetzt.“ Sie seien viel zu früh von ihren Müttern getrennt worden, sehr anstrengend und belastend sei auch die lange Reise vermutlich aus Osteuropa in den Kreis Olpe für die schwer kranken Hunde gewesen. „Keiner hat mehr als drei Kilogramm gewogen, dann haben es Erreger einfach“, so Drosten, die im Wuppertaler Zoo ihren Beruf Tierpflegerin gelernt hat. Die behandelnde Tierärztin erinnert sich: „Ich hatte wegen des großen Flüssigkeitsverlustes zunächst vor, den Dreien eine Infusion zu legen. Aber sie waren so quirlig, sie hätten sich den Zugang herausgerissen. Sie wurden entsprechend therapiert und erholten sich langsam. Positiv war, dass die Drei in einem relativ gut genährten Zustand waren. Lotte war am dünnsten.“

Alle sind gesund

Es folgten Wochen der Ungewissheit, ein ständiger Wechsel zwischen Hoffen und Bangen. „Mal ging es ihnen recht gut, dann folgten Fieberschübe“, sagt Drosten. Aber jetzt seien alle Drei genesen und in bester Verfassung.

Wie zur Bestätigung dreht Lotte ihren Kopf nach oben und schaut die Leiterin des Tierheims neugierig an. Gleichzeitig versucht Speedy, sich aus dem Arm der Frau zu befreien und robbt der Länge nach über Paula.

Die drei Findelwelpen seien wegen der Berichterstattung inzwischen richtig bekannt, heißt es im Tierheim. Kein Wunder, dass sich bereits rund 30 Leute meldeten, die je einen Hund zu sich nehmen möchten. Lotte mit den weißen Pfoten und der weißen Nase ist bereits fest versprochen. Und zwar der Tierheim-Mitarbeiterin, zu der sie von Beginn an den besten Kontakt hatte.

Zwei Familien eingeladen

Die anderen werden wohl morgen erfahren, wo und an wessen Seite ihr Leben weitergeht. „Ich habe zwei Familien eingeladen“, erzählt Iris Drosten. Klar, sie könne ihr Herz nicht an jedes Tier hängen. In diesem Fall seien jedoch Emotionen dabei: „Ich freue mich unwahrscheinlich, dass sie wieder so lebendig sind. Jetzt steht ihnen das Leben offen.“

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