Einkaufen

Idee: Handel soll Gedia-Mitarbeitern Rabatte offerieren

Der Gedia-Betriebsratsvorsitzende Thorsten Wottrich und seine Kollegin Caterina Dreher haben eine Idee, wie man Rabatten den Attendorner Einzelhandel

Foto: Peter Plugge

Der Gedia-Betriebsratsvorsitzende Thorsten Wottrich und seine Kollegin Caterina Dreher haben eine Idee, wie man Rabatten den Attendorner Einzelhandel Foto: Peter Plugge

Attendorn.  Rabatte sind ein beliebtes Lockmittel. Kann man damit den Einzelhandel stützen?

Der Attendorner Einzelhandel hat zu kämpfen. Das zeigen leer stehende Ladenlokale im Stadtbild, aber auch statistische Zahlen über die unterdurchschnittlich Bindung der überdurchschnittlich vorhandenen Kaufkraft. Da kann man sich eigentlich nur über jedes Angebot zur Unterstützung freuen.

Das gilt nicht uneingeschränkt für ein Schreiben des Betriebsrats des Automobilzulieferers Gedia, das vielen Einzelhändler auf den Schreibtisch flatterte. Darin heißt es: „Der Betriebsrat der Firma Gedia setzt sich mit Hilfe verschiedenster Projekte für die Stärkung der Region Südwestfalen ein. ... Letztendlich ist uns allen daran gelegen, einerseits die Kaufkraft in der Region zu bündeln und andererseits mit dazu beizutragen, dem lokalen Einzelhandel zu stärken und in Attendorn zu halten“.

Weiter heißt es: „Wir arbeiten eng mit Attendorner Dienstleistern zusammen und würden gerne auch zukünftig den Einzelhandel mit unseren 850 Mitarbeitern und der damit verbundenen Kaufkraft am Standort Attendorn tatkräftig unterstützen. Mehrere Attendorner Einzelhändler haben uns bereits angeschrieben und bieten unseren Mitarbeitern Rabatte für private Einkäufe an.

Das Gespräch suchen

Eigens hierfür haben wir in unserem Intranet eine Liste mit Einzelhändlern und Dienstleistern veröffentlicht, die uns Gedianern bereits jetzt schon Rabatte und Nachlässe Boni gewähren. Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, setzten Sie sich bitte mit uns in Verbindung.“ Unterzeichnet ist der Brief unter anderem vom Betriebsratsvorsitzenden Thorsten Wottrich.

Dieses Schreiben löste bei einigen Einzelhändlern Verwunderung aus. Apotheker Christian Springob, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, meint dazu: „Grundsätzlich ist es gut, wenn sich Firmen für den Einzelhandel interessieren“. Er ist aber skeptisch, dass das Einräumen von Rabatten der richtige Weg ist. „Ich glaube, das ist der falsche Ansatz. Wenn man das für alle macht, verpufft der Effekt“.

In der Werbegemeinschaft werde man nach den Osterferien über das Thema reden und das Gespräch mit den Firmen suchen.

Der Gedia-Betriebsratsvorsitzende Thorsten Wottrich und seine Kollegin Caterina Dreher aus dem Bereich Marketing wollen den Brief an die Einzelhändler nicht so verstanden wissen, dass diese Gedia-Mitarbeitern pauschal auf alle Artikel einen bestimmten Rabatt einräumen sollen. Wottrich: „Wir wollen keinesfalls einen Preisdruck aufbauen, sondern den heimischen Händlern helfen“. Daher arbeite man im innerbetrieblichen Vorschlagswesen auch mit Hanseschecks oder Tankgutscheinen, um Kaufkraft in Attendorn zu halten.

Auf der anderen Seite biete der Anbieter Corporate Benefits Gedia-Mitarbeitern die Möglichkeit, im Intranet über die Seite des Betriebsrats bestimmte Waren mit einem Rabatt erwerben zu können. Die Idee sei es, den Attendorner Händlern diese Möglichkeit ebenfalls zu eröffnen, um die Leute so in die Läden zu locken. Wer wolle, könne über die Betriebsratsseite spezielle Angebote oder Aktionen mit Mitarbeiter-Rabatten unterbreiten.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik