Soziales

Immer mehr Eltern verlieren im Kreis Olpe das Sorgerecht

Ein kleines Mädchen läuft an der Hand ihrer Mutter. Im Kreis Olpe verlieren immer mehr Eltern das Sorgerecht-

Ein kleines Mädchen läuft an der Hand ihrer Mutter. Im Kreis Olpe verlieren immer mehr Eltern das Sorgerecht-

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Kreis Olpe.  Die Zahl der Sorgerechtsentziehungen im Kreis Olpe steigt seit Jahren kontinuierlich an. Woran liegt das? Die WP hat beim Jugendamt nachgefragt.

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Die Zahl der Sorgerechtsentziehungen im Kreis Olpe steigt seit Jahren kontinuierlich an. Das geht aus einer Statistik von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT NRW) hervor. Im vergangen Jahr wurden 92 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge im Kreis Olpe durchgeführt. Im Jahr 2017 waren es 53, 2016 45, 2015 24, und 2014 40.

Gesellschaftliches Phänomen

Doch woran liegt das? Hans-Werner Voß, Pressesprecher des Kreises Olpe und damit auch des Jugendamtes, teilt mit, dass es sich um ein gesellschaftliches Phänomen handelt. „Die Zahl der Problemfamilien im Kreis Olpe steigt“, sagt Voß. „Sicherlich sind da auch Flüchtlingsfamilien bei, aber nicht nur. Häufig handelt es sich um Familien, die staatlichen Transferleistungen erhalten.“ Insbesondere in jüngster Zeit seien immer häufiger Großfamilien auffällig geworden. Das habe zur Folge, dass in einer Familie gleich mehrere Kinder betroffen seien, was sich dementsprechend in der statistischen Auswertung niederschlage.

Voraussetzung, um einer Mutter oder einem Vater das Sorgerecht ganz oder teilweise zu entziehen, ist die Kindeswohlgefährdung. Wenn die Eltern nicht in der Lage sind, dies abzuwenden, wird das Gericht tätig. Im wesentlichen handelt es sich dabei um drei Lagen:

- Verwahrlosung

- Gewalt

- sexueller Missbrauch

5,6 Prozent mehr in NRW

In ganz NRW steigt die Zahl an. Im Jahr 2018 wurden 4 572 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge durchgeführt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 5,6 Prozent mehr Maßnahmen als ein Jahr zuvor (2017: 4.328).

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