Wildschweinfell

Jäger entdeckt in Rönkhausen illegal entsorgte Tierüberreste

Der Meggener Jäger Holger Bäuerle entdeckt am Samstag die Überreste mehrere Wildschweine (hier ein Symbolbild).

Der Meggener Jäger Holger Bäuerle entdeckt am Samstag die Überreste mehrere Wildschweine (hier ein Symbolbild).

Foto: Thomas Weinstock

Rönkhausen.  Bereits zum zweiten Mal binnen sechs Wochen muss Holger Bäuerle Schwarzwild-Schwaden vom Straßenrand entfernen. Nun hat er Anzeige erstattet.

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Holger Bäuerle kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Innerhalb von nur sechs Wochen hat der passionierte Jäger aus Meggen an diesem Samstag zum zweiten Mal illegal entsorgte Schwarzwildschwarten in seinem Jagdrevier an der Lenscheider Straße in Rönkhausen entdeckt. Ein befreundeter Jäger hatte ihn kurz zuvor angerufen, in dem Irrglauben, ein Wildschwein sei angefahren worden.

Als Bäuerle am Fundort eintraf, erkannte er auf Anhieb, dass hier erneut Tierüberreste ordnungswidrig entsorgt wurden. Waren es vor etwa anderthalb Monaten „nur“ zwei bis drei Wildschweine, so zählte er dieses Mal gleich acht dieser Tiere am Straßenrand – und zwar ohne Köpfe. Zudem hinterließen der oder die „Täter“ vier Rehwilddecken. „Das ist wirklich nicht zu glauben“, erklärt der Meggener im Gespräch mit dieser Redaktion. Beim ersten Mal vor Wochen blieb der Jäger noch insofern untätig, als dass er lediglich die Überreste fachgerecht entsorgte. Doch nach dem aktuellen Fall von diesem Wochenende hat er genug und die Polizei eingeschaltet.

Die Beamten schrieben am Samstagmittag an der Fundstelle auch gleich eine Strafanzeige, bestätigte eine Polizeibeamtin auf Nachfrage dieser Redaktion.

Untere Jagdbehörden kontaktieren

Als Kavaliersdelikt kann und will der 52-Jährige, im Hauptberuf Vice Managing Director einer medizintechnischen Firma, dieses umweltschädigende Verhalten nicht durchgehen lassen. Aus einem simplen Grund: Es sei nicht auszuschließen, dass die getöteten Wildschweine mit der Afrikanischen Schweinepest ( ASP ) infiziert seien. Für den Menschen ist diese Tierseuche zwar ungefährlich, für Tiere gleichwohl tödlich. Die Frage nach dem Warum wird der Meggener vermutlich nicht beantwortet bekommen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Verursacher gefunden werden, bewegt sich im Promillebereich.

Unversucht lässt er es aber nicht. Er werde am Montag zum Telefon greifen und die Unteren Jagdbehörden in Olpe und Arnsberg (Hochsauerlandkreis) kontaktieren. Denn die aufgefundene Stückzahl deute auf eine Drückjagd hin, die angemeldet werden muss, auch wenn der Jäger später das Fleisch der Tiere verkaufen möchte. Sofern dieser sich an die Vorgaben hält. Was der „Täter“ bei der Entsorgung an der Lenscheider Straße in Rönkhausen mitnichten getan hat. „Wir Jäger sind geschult im Umgang der Entsorgung und haben strikte Vorschriften“, hat Holger Bäuerle kein Verständnis für das Verhalten. Er könne allerdings nicht mit absoluter Sicherheit sagen, dass einer seiner Jagdkollegen der Übeltäter ist, denn: „Es kann auch ein Wildhändler gewesen sein. Für den gelten aber die gleichen Regeln, auch der darf die Überreste nicht einfach am Straßenrand wegwerfen.“

Simple Entsorgung

Was den Meggener besonders erzürnt: die fachgerechte Entsorgung der Tierüberreste ist komplett simpel. Über die Hegeringe können die Jäger problemlos Verwertungstonnen bekommen, diese befüllen und den Tiermüll entsorgen. Mit den gefunden Überresten, die er am Samstag in seinem Revier vorfand und am Sonntagmorgen dort beseitigte, bleibt derzeit nur ein ungläubiges Kopfschütteln.

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