Tierschutz

Jagdrevier Rhode: Jäger retten Rehkitze vor dem Mähtod

Landwirtstochter Josefine Stuff unterstützt die Rhoder Jäger bei der Kitzrettung.

Landwirtstochter Josefine Stuff unterstützt die Rhoder Jäger bei der Kitzrettung.

Foto: Privat / WP

Rhode.  Zahlreiche Jäger, Familien und Freunden haben im Jagdrevier Rhode geholfen, die Wiesen vor dem Mähen durchzugehen und Kitze zu retten.

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Im Mai startet jährlich die Bockjagd – aber auch die Zeit der Bauern, ihre Wiesen das erste Mal zu mähen, um Heu für den Winter einzufahren. Um die vielen neugeborenen Rehkitze zu schützen, haben zahlreiche Jägerinnen und Jäger samt Familien und Freunden im Jagdrevier Rhode seit Mai geholfen, die Wiesen vor dem Mähen durchzugehen und Kitze vor dem sicheren Mähtod zu retten. Die neue Technik, mit Hilfe von Drohnen und Wärmebildkameras die Wiesen zu überfliegen und so Rehkitze zu finden, lässt sich bis dato in Rhode nicht realisieren.

18 Tiere gerettet

Umso wichtiger ist es, dass die Jäger die Wiesen vor der Mahd durchgehen und die von ihren Müttern im hohen Gras abgelegten Kitze aus der Wiese heraustragen. „Jagd ist Naturschutz und solche Tätigkeiten gehören zum Hobby der Jagd einfach dazu“, so Florian Junker, Revierpächter und Rhoder Junge. „Wir versuchen, mit solchen Aktionen die Bürgerinnen und Bürger aufzuklären und das verklärte Bild des Jägers, welcher nur aus Lust und Laune heraus Rehe schießt, ins rechte Licht zu rücken.“

Insgesamt konnten im Rhoder Revier 18 Kitze gerettet werden. „Dies ist der engen und sehr guten Zusammenarbeit mit unseren Landwirten geschuldet. Ohne enge Absprachen und ein gutes Miteinander ist so ein tolles Ergebnis nicht erzielbar“ freut sich auch Dr. Martin Junker.

Jeder kann helfen

Doch auch jeder einzelne kann helfen, die kleinen Bambis zu schützen: Hundebesitzer sollten ihre Tiere ausschließlich angeleint führen, da die Mütter ihre Kitze schon bei kleinster geruchlicher Veränderung durch das Beschnuppern des Hundes nicht mehr annehmen und die Tiere so kümmerlich verhungern.

Es gilt als Wilderei

Sollte ein Hund ein Wildtier aktiv jagen, gilt dies als Wilderei und kann für den Besitzer mit einer empfindlichen Geldstrafe geahndet werden. Florian Junker appelliert: „Bleiben Sie bei Ihren Spaziergängen auf den ausgewiesenen Waldwegen, halten Sie Ihre Hunde an der Leine und erfreuen Sie sich einfach an dem Anblick, wenn Sie Rehwild samt kleinen Kitzen sehen!“

Nicht nur Rehe sind betroffen. Leider werden nämlich auch immer wieder Junghasen durch Spaziergänger angefasst, da man irrtümlich meint, ihnen helfen zu wollen. Die Häsin legt ihre Jungtiere vornehmlich in Wiesen und hier gerne in den Randstreifen ab.

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