Denkmalschutz

Jammertal-Brücke in Altenhundem wird saniert

Im Süden des Ortsteils Altenhundem gelegen ist die 7-bogige Bruchsteinbrücke die einzige Verkehrsverbindung zur Erschließung des Wohngebietes Jammertal.

Im Süden des Ortsteils Altenhundem gelegen ist die 7-bogige Bruchsteinbrücke die einzige Verkehrsverbindung zur Erschließung des Wohngebietes Jammertal.

Foto: Daniel Huettmann / Privat

Jammertal/Altenhundem.  Den Bewohnern des Jammertals stehen schwierige Zeiten bevor. Die mehr als 400 Jahre alte Jammertalbrücke wird saniert

Die Bürgerinnen und Bürger im Altenhundemer Ortsteil Jammertal müssen sich darauf einstellen, dass sie demnächst für einige Zeit in Richtung City „abgeschnitten“ werden. Die sogenannte „Jammertal-Brücke“ über die Hundem muss saniert werden - und zwar gründlich. Fahrbahn- und Gehwegebeläge müssen raus, dann muss die Brücke neu abgedichtet werden bevor der Unterbau neu aufgebaut wird. Das alles gehe nur unter Vollsperrung, so Bürgermeister Stefan Hundt. Bis auf ein paar frische Fugen wird man von den Arbeiten nichts sehen.

Den die Denkmalbehörde des Landschaftsverbandes in Münster zeigte sich unnachgiebig und lehnte den Wunsch aus der Bürgerschaft ab, bei der neuen Belegung der Fahrbahn und des Gehwegs auf die Großkopfpflastersteine zu verzichten. „Die Bürger sagen, die Steine seien zu glatt“, so der Bürgermeister.

Behörde kompromisslos

Warum sich die Denkmalbehörde so kompromisslos zeigt, hat einen Grund. Es handelt sich wohl um eines der letzten und ältesten Zeugnisse dieser Art im Umkreis. Viele Bruchsteinbrücken in der Region sind ist bereits dem Abbruch zum Opfer gefallen. Deshalb sei die Brücke aus Sicht der Denkmalschützer so wichtig, so Sabine Hengstebeck, bei der Stadt Lennestadt zuständig für den Denkmalschutz in einer Beschreibung der Brücke als Denkmal des Monats in Januar dieses Jahres.

Heute ist 7-bogige Bruchsteinbrücke die einzige Verkehrsverbindung zur Erschließung des Wohngebietes Jammertal. Früher war die Bedeutung der Brücke wesentlich größer. Sie war Teil des ursprünglichen Verbindungswegs aus Richtung Kirchhundem und dem oberen Lennetal nach Bilstein. Kaspar von Fürstenberg, von 1567 bis 1618 kurkölnischer Droste auf Burg Bilstein, notierte 1572 in seinem Tagebuch: „Des morgens frue mit heer Diderich an die Ruberger brugk gangen, da er von Hobergh zwo pferde gekauft, darnach daselbst gezecht.“

„Daraus ist zu schließen, dass die Rüberger Brücke weit über 400 Jahre alt ist. Nur einige Meter von der Brücke entfernt zeugen heute noch im Jammertal ein Kreuz mit der Jahreszahl 1748 und eine alte Linde von der früheren Bedeutung des Weges“, heißt es in der Denkmalbeschreibung. Die Brücke ist auch im Urkataster zwischen 1832 und 1869 erwähnt. Beim Bau der Brücke wurde mit unterschiedlichen Gesteinsarten gearbeitet; so sind Grauwacke, Keratophyr, Quarzit und schiefriger Sandstein verwendet worden. Die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Lennestadt erfolgte am 29. Juli 1986.

Die Brückensanierung soll im nächsten Jahr vorbereitet werden, 2021 steht dann die Sanierung unter Vollsperrung an. Ein Problem könnte sein, ein Unternehmen zu finden, das in der Lage ist, die historischen Pflastersteine fachgerecht zu verlegen.

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