Film

Jan Hamshoro aus Olpe stellt seinen Kurzfilm vor

Jan Hamshoro ist 23 Jahre alt und Filmemacher. Der Olper kommt gebürtig aus Aleppo und stellt seinen Kurzfilm "Whispers" am 6. Juli im Viktoria Filmtheater vor.

Jan Hamshoro ist 23 Jahre alt und Filmemacher. Der Olper kommt gebürtig aus Aleppo und stellt seinen Kurzfilm "Whispers" am 6. Juli im Viktoria Filmtheater vor.

Foto: Verena Hallermann / WP

Olpe.   Jan Hamshoro aus Olpe präsentiert seinen Kurzfilm „Whispers“. Der Mann kommt gebürtig aus Aleppo und greift die Gefahren der Negativität auf.

Er möchte einmal der jüngste Regisseur sein, der einen Oscar gewinnt. Das ist der größte Traum von Jan Hamshoro. Und zumindest die ersten Schritte ist der junge Mann aus Olpe schon gegangen. Am Samstag, 6. Juli, stellt er seinen Kurzfilm „Whispers“ im Viktoria-Filmtheater in Hilchenbach-Dahlbruch vor. Um welches ominöse Flüstern es in dem Projekt geht und wie der gebürtige Syrer zum Film kam, hat er unserer Zeitung im Gespräch erzählt.

Eine lange Reise

Jan Hamshoro ist 23 Jahre alt. Gebürtig kommt er aus Aleppo, hat dort seine Kindheit und Jugend verbracht. Er hat früh seine Leidenschaft zum Film entdeckt. 2009 hat er als Theaterschauspieler in Syrien angefangen. Drei Jahre ging das gut, bis der Krieg ihn daran hinderte, weiterzumachen. Er flüchtete in die Türkei, fing an, kurze Filme zu drehen. Seine Reise führte ihn 2015 nach Deutschland, später kam er nach Wenden. Dort hat er einen kleinen Dokumentarfilm über einen Mitarbeiter der Gemeinde Wenden gedreht, der in der Flüchtlings-Betreuung aktiv war. Der Kurzfilm „Whispers“ ist sein neuestes und größtes Projekt. „Ich habe immer wieder das Skript verbessert“, erzählt Hamshoro, der sehr gut Deutsch spricht. „Ich wollte den Film einfach so gut wie möglich machen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.“

Doch worum geht es eigentlich? Hamshoro möchte noch nicht viel verraten. Schließlich ist es ein Kurzfilm und er möchte den Zuschauern die Spannung nicht nehmen. Aber so viel sei gesagt. „Whispers“ beschäftigt sich mit den negativen Gedanken und ihren Konsequenzen in der Gesellschaft. Der junge Regisseur erklärt es am Beispiel eines Attentäters. „Ein Terrorist wird nicht als solcher geboren“, sagt er. „Es ist das Flüstern, das er ein Leben lang hört, das ihn dazu bringt.“

In seinem Skript beschäftigt er sich mit der Suche auf die Antwort nach der Frage nach dem Flüstern. Wie kann man dem Flüstern begegnen? Wie hält man ihm Stand? Was passiert wenn man nachgibt? „Auch ich hatte negative Gedanken“, erzählt Hamshoro. „Ich war neu in Deutschland, konnte die Sprache nicht. Das war schwer. Aber ich war stärker und habe mich nicht unterkriegen lassen.“ Er spricht nicht gerne über seine Flucht. Nicht, weil es ihm unangenehm sei. Er möchte einfach, dass sich die Menschen für seinen Film interessieren – und nicht für seine persönliche Geschichte.

Ein tolles Team

„Whispers“ ist nicht sein alleiniger Verdienst. Ein ganzes Team hat daran gearbeitet. Dazu gehört Florian Hackspiel, ein in Österreich lebender Schauspieler, der den bösen Geist im Film verkörpert. Außerdem: Sarah Lemke, eine Schauspielerin aus Olpe und Mudar Ramadan. Er ist Theatermacher, Schauspieler und Regisseur, stammt ebenfalls aus Aleppo und war für eine kurze Zeit der Theater-Lehrer von Hamshoro. Mittlerweile lebt er in Potsdam. Alle Schauspieler haben ohne Gage bei dem Projekt mitgewirkt. „Es gab kein Budget für den Film, ich habe alles aus eigener Tasche finanziert und Geld gesammelt“, erzählt Hamshoro, der mittlerweile zusammen mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester eine Wohnung in Olpe hat. „Ich habe mich gefreut, dass alle so begeistert waren von meinem Skript.“

Drei Tage lang hat das Team in Olpe und Wenden an verschiedenen Orten gedreht. Das Ergebnis ist ein siebenminütiger Film, der die Menschen bewegen soll. Ein Film, der zeigen soll, wie man es schafft, Negativität in etwas Gutes zu verwandeln. So wie Jan Hamshoro, der sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut hat – und bald an der Uni Siegen Medienwissenschaften studieren möchte. Und natürlich an seinem Traum, der jüngste Regisseur mit Oscar, festhalten möchte.

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