Kommentar

Josef Schmidt: Lähmende Bremsklötze

Nun ist es also bald soweit: Innerhalb der nächsten acht Wochen, so prognostiziert Chefplaner und Windbauer Günter Pulte aus Rahrbach, würden die Bauanträge für das Riesenprojekt Bürgerwindpark Heinsberg/Hilchenbach auf die Schreibtische der Kreisverwaltung flattern. Ausgang ungewiss. Oder?

Es ist nachvollziehbar, dass ein Projekt dieser Größenordnung mit 17 Windrädern mit einer Maximalhöhe von 180 bis 200 Metern Ängste freisetzt. Ebenso nachvollziehbar ist es, dass eine Kreisverwaltung, eine Landes- und Bundesregierung das Wohl und Wehe und auch die Gemütslage ihrer Bürger im Blick haben sollten.

Dass aber der Planer eines Industrieprojekts in der Investitionsgrößenordnung von vielleicht über 70 Millionen Euro gegen ein Bürokratiemonster kämpfen muss, dass die Planungszeit auf sage und schreibe neun Jahre hochschraubt, ist Realsatire. Demokratie hin und Artenschutz her. Und die Politik? Gespalten, dass die Heide wackelt. China baut in zehn Tagen ein Krankenhaus für 1000 Menschen. Und wird sich vor Lachen krümmen, wenn sich die alte Welt mit den eigenen Bremsklötzen lähmt.

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