Festlichkeiten

Jubiläumsgala zum 1000-Jährigen in Kirchveischede

Zum Abschluss sehen die Gäste ein eigens einstudiertes Theaterstück über Kirchveischede in sieben Episoden.

Zum Abschluss sehen die Gäste ein eigens einstudiertes Theaterstück über Kirchveischede in sieben Episoden.

Foto: Nicole Voss

Kirchveischede.  Lennestadt Bürgermeister Stefan Hundt betont die besonderen Eigenschaften der Kirchveischeder. Imposantes Schlussbild auf der Bühne.

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Es war eine fantastische Jubiläumsgala zum 1000-jährigen Bestehen von Kirchveischede. Gespickt mit emotionalen Momenten, vielen Lachern, Informationen, Erinnerungen, einem geschichtlichen Rückblick in Form eines Theaterstücks, Ausblicken, Musik und Unterhaltung sowie einem ergreifenden Schlussbild, als Vertreter aller Vereine zu den Klängen des Musikvereins Bilstein in die Halle einmarschierten. Ein toller Abend, der den Gästen in der voll besetzten Kirchveischeder Schützenhalle sicherlich in Erinnerung bleiben wird. Nur einmal, gleich zu Beginn, stockte den Gästen der Atem und das 1000-Jährige wurde von Stadtheimatpfleger Günter Becker auf den Prüfstand gestellt.

Demnach sei Kirchveischede 1019 nach einer Schenkung gegründet, aber erst ein Jahr später eingeweiht worden. Oder? Recherchen im Stadtarchiv Köln ergaben, dass die Urkunde aus dem Jahr 1019 dort archiviert ist und das 1000-Jährige auch gefeiert werden kann.

Heimat muss man machen

Dieter Hellekes, Moderator des Abends, atmete auf, dass er nicht im kommenden Jahr wieder auf der Bühne stehen muss. An der Gesprächsrunde war auch Birgit Haberhauer-Kuschel, Vorsitzende des Kreisheimatbundes, beteiligt. Sie definierte den Begriff der Heimat wie folgt: „Heimat muss man machen und gestalten. Das ist mehr als Heimatpflege. Brauchtumspflege ist gewachsen und die gestalten Sie selber. Der heutige Abend ist ein gutes Beispiel dafür.“

Landrat Frank Beckehoff definierte die Gala als einen willkommenen Anlass, der Einheimische und Gäste erfreue und er betonte die Gemeinschaftsleistung, in der sich Werte wie Zufriedenheit, Geborgenheit, Nachbarschaft und Heimat widerspiegeln würden. „Wir feiern die Menschen und die soziale Gemeinschaft. Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Wert der Gemeinschaft immer wieder entdecken“, so Landrat Beckehoff. Bürgermeister Stefan Hundt sagte: „Es muss ein tolles Gefühl sein, das 1000-Jährige zu erleben. Kirchveischede kann sich sehen lassen. Die Menschen sind lebendig, selbstbewusst, freundlich und der Ort hat ein über die Kreisgrenzen hinaus positives Image. Danke für das Geleistete.“

Vorstellung der Chronik

In einer Gesprächsrunde stellte das Redaktionsteam Björn Bröcher, Manfred Nolting, Uli Rauchheld, Christof Schneider, Gregor Schnütgen und Helga Steinberg die neue Chronik vor. Dorothea Sondermann, die ebenfalls zum Autorenteam gehört, fehlte krankheitsbedingt. Die meisten Lacher und den Applaus der Gäste erntete Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes NRW, als sie die Definition des Sauerländers von Annette von Droste-Hülshoff zum Besten gab, nachdem sie betonte, dass Kirchveischede etwas ganz besonderes sei: „Der Sauerländer ist ungemein groß und wohl gebaut. Vielleicht der größte Menschenschlag in Deutschland, aber von wenig geschmeidigen Formen. Kolossale Körperkraft ist gewöhnlicher als Behändigkeit. Seine Züge sind sehr angenehm, bei vorherrschend blonden und braunen Haaren, haben seine langbewimperten blauen Augen alle den Glanz und den dunklen Blick der Schwarzen. Er ist kühn und offen, sein Anstand ungezwungen, mit einem starken Zusatz von Schlauheit und Offenheit. Sie dürfen stolz sein auf 1000 Jahre Kirchveischede. Sie haben hier ein ganz besonderes Schätzchen. Die kleinen Orte sind etwas ganz besonderes. Mehr als 30 Generationen prägten den Ort, geben ihm ein Gesicht und machen die Seele des Ortes aus.“

Geschichte in sieben Epochen

Eine Zeitkapsel als Erinnerung an das Jubiläum, die im Giebel der Kirche „versteckt“ werden soll, stellten Rita Balve-Epe, Dr. Christian Büscher und Julia Gerspers-Sondermann vor. Eine unterhaltsame Talkrunde servierte Dieter Hellekes mit Levin und Magnus Heer. Letztgenannter scherzte bei seinem Ausblick ins Jahr 2069: „In 50 Jahren ist das Haus meiner Oma (Marlies Heer) ein Museum.“ Zum krönenden Abschluss wurde das Theaterstück, die Geschichte Kirchveischedes in sieben Epochen, schön umgesetzt serviert, bevor Vertreter aller Vereine ein imposantes und ergreifendes Schlussbild auf der Bühne boten.

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