OLPE

Jugendhof weicht Seniorenwohnen im Landhausstil

Der ehemalige katholische Jugendhof ist nur noch Schutt, alleine die alte Scheune (Bildmitte) steht noch. Dahinter zu sehen: die Gebäude des Service-Wohnens vom „WohnGut“ Osterseifen.

Der ehemalige katholische Jugendhof ist nur noch Schutt, alleine die alte Scheune (Bildmitte) steht noch. Dahinter zu sehen: die Gebäude des Service-Wohnens vom „WohnGut“ Osterseifen.

Foto: Carsten Menzel

Olpe.   Das Unternehmen „WohnGut“ investiert zehn Millionen Euro in die Erweiterung am ehemaligen Pallottiner-Kloster. Abriss der Altgebäude läuft

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der katholische Jugendhof in Olpe ist Geschichte. Die Einrichtung ist in die Nachbarschaft nach Lennestadt gezogen. Inzwischen haben die Abrissbagger auf dem Gelände unweit der Innenstadt ganze Arbeit geleistet. Von den Gebäuden westlich des ehemaligen Pallottiner-Klosters am Osterseifen steht lediglich noch die alte Scheune; das übrige Gemäuer ist nur noch Bauschutt.

Die Bagger schaffen Platz: für die Erweiterung der Anlage „WohnGut“. Zehn Millionen Euro investiert die „WohnGut“-Gruppe in das ehrgeizige Projekt. Im dritten Quartal 2019, so „WohnGut“-Geschäftsführer Michael Korn, sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein.

Mit der Erweiterung wächst die Anlage um etwa 60 Plätze auf dann rund 200 und vergrößert sich damit um fast ein Drittel. Das ist aber nicht die eigentliche Nachricht. Mit dem zusätzlichen Angebot des „Landhaus-Wohnens“ entwickelt Korn die Marke „WohnGut“ konsequent weiter. Gut wohnen, wohnen wie auf dem Gut: „Die Bewohner sollen sich bei uns wohlfühlen. Sie sollen gut leben, auch wenn sie pflegebedürftig sind“ , ist so eine Feststellung, die Korn gerne bemüht, um die Philosophie des Unternehmens zu beschreiben. Das schlägt sich auch in den Plänen für die rund 10 000 Quadratmeter große Fläche nieder, die neu bebaut wird.

Zwei neue Wohnformen will Korn dort anbieten: Einmal geht es um Gemeinschaftswohnen. Es ist gedacht für „Personen mit niedrigen Pflegegrad, also noch hoher Selbstständigkeit“, beschreibt der „WohnGut“-Geschäftsführer. Bis zu acht Personen leben dabei in einer großen Wohnung wie in einer WG zusammen.

Sie können gemeinsam kochen; eine hauswirtschaftliche Unterstützung, Pflege- und Betreuungsleistungen können bei Bedarf einzeln hinzugebucht werden. Ein Wohngruppen-Konzept also. Diese Neubauten werden sich westlich an die Häuser des Service-Wohnens anschließen.

17 Häuser in einem Park

Wesentlich spannender ist der zweite Teil der Erweiterung: Für das „Landhaus-Wohnen“ entsteht ein eigenes, kleines Dorf auf dem Gelände oberhalb des Klosters. Darin integriert wird die alte Scheune; in sie soll ein Kiosk einziehen.

17 einzeln stehende Häuschen mit einer Fläche von 80 bis 120 Quadratmetern in einem „parkähnlichen Umfeld“ sieht der Bauplan vor. Die Bewohner, Einzelpersonen oder Paare, leben „dort für sich, können aber jederzeit den Service bis hin zur Pflege hinzubuchen“, beschreibt Michael Korn das Konzept.

Und das Serviceangebot reicht vom Einkaufen, über den Personal-Trainer bis hin zum Car-Sharing. Jedes Haus soll auch über Wlan, also eine schnelle Internetverbindung verfügen.

Korn ist sich sicher, damit eine steigende Nachfrage zu bedienen. Wer in den guten Jahren der Nachkriegszeit groß geworden ist, die Entbehrungen des Zweiten Weltkriegs und des Wiederaufbaus nicht (mehr) durchlitten hat, der möchte es auch im Alter schön haben. Die Ansprüche der in den Wirtschaftswunderjahren Geborenen seien höher als die der Vorkriegsgeneration.

Der „WohnGut“-Geschäftsführer verbindet nach eigener Darstellung gute Pflege und Service mit einem schönem Wohnumfeld. Und beeilt sich festzustellen: „Teurer als andere Anbieter sind wir nicht. Das kann jeder feststellen, der die Preise vergleicht.“ Und wer kann sich das „Landhaus-Wohnen“ leisten? Zu den konkreten Preisen möchte Korn noch nichts sagen; verweist aber erneut auf das Internet, über das jeder Interessierte sich informieren könne.

Vergleiche übers Internet anstellen

Bisher kostet laut Internet-Auftritt von „WohnGut“ die teuerste Unterbringung im Service-Wohnen am Osterseifen (82 Quadratmeter-Wohnung, 3 Zimmer, Balkon, inkl. Nebenkosten und Notrufsystem, aber ohne Verpflegung und Pflegeleistungen) 1782 Euro im Monat.

Die Neubauten für das Gemeinschafts-Wohnen sollen im dritten Quartal 2019 bezugsfertig sein; die Landhaus-Häuschen zum gleichen Zeitpunkt „zum größten Teil fertiggestellt sein“. Damit hätte sich die Anlage, mit dem ehemaligen Kloster samt – weiterhin öffentlich zugänglicher – Kirche als Herzstück, dann in den letzten zehn Jahren weit mehr verändert als in den fast acht Dekaden zuvor.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben