Freizeit

Junge Finnentroper sollen Botschafter ihrer Hobbys werden

Die Initiatoren der kleinen Sozialraumkonferenz Finnentrop starten nach den Sommerferien mit dem Projekt "Mein Hobby! - Dein Hobby?".

Die Initiatoren der kleinen Sozialraumkonferenz Finnentrop starten nach den Sommerferien mit dem Projekt "Mein Hobby! - Dein Hobby?".

Foto: Flemming Krause

Finnentrop .  Weg von den Konsolen: Die kleine Sozialraumkonferenz in Finnentrop startet nach den Sommerferien das Projekt „Mein Hobby! – Dein Hobby?“.

Christian Raulf weiß um den Kampf vieler Vereine, junge Menschen für ein Engagement beispielsweise im Gesangschor oder im Mannschaftssport zu begeistern. „Kinder sitzen leider vielfach vor den Konsolen statt sich mit dem regen Vereinsleben, das wir hier haben, zu beschäftigen“, betont die sozialpädagogische Fachkraft am Grundschulverbund Lennetal. Tatenlos zuzuschauen ist für die kleine Sozialraumkonferenz in Finnentrop, ein Zusammenschluss verschiedener Institutionen wie etwa die Schulen und Kindergärten im Lennetal, das KJK-Haus oder auch die Kirchen, daher keine Option. Nach den Sommerferien starten die Initiatoren um Raulf deshalb das Projekt „Mein Hobby! – Dein Hobby?“, das Kinder und Jugendliche, die bereits im Vereinsleben fest verankert sind, zu kleinen Botschaftern ihrer Freizeit-Aktivitäten machen soll.

Verein soll Besuch bestätigen

Zielgruppe sind eben jene Kinder, die laut Irmhild Mesletzky-Beckmann vom Kindergarten Arche Noah noch nicht so im Vereinsleben eingebunden sind. Im Kern soll das Projekt folgendermaßen ablaufen: Ein Schüler nimmt zwei Klassenkameraden oder Schulfreunde mit zu seinem Hobby und die jungen „Gäste“ sollten nach Möglichkeit an einem Schnuppertraining teilnehmen und dies auf einem Laufzettel dokumentieren.

Die Vereine sollten den Besuch bestätigen. Die Teilnehmer erstellen schließlich einen Steckbrief über das, was sie neu erlebt haben, und beantworten folgende Fragen: Wann und wo wird trainiert? Was sollte man mitbringen? Wie hoch ist der Monatsbeitrag? Die Ergebnisse sollen dann allen Schülern präsentiert werden. Dadurch sollen auch Klassenkameraden die Chance bekommen, für sie noch völlig unbekannte Freizeit-Aktivitäten kennenzulernen.

Nicht am Geldbeutel scheitern

„Es geht ums Mitmachen, und zwar durch alle Altersklassen hinweg“, wirbt Michael Hunold vom KJK-Haus für das Projekt. Und darum, dass möglichst viele Vereine aus Finnentrop auf den Zug aufspringen. „Möglicherweise lernt so der Fußballspieler bald den Musikverein kennen“, sieht Ellen Saße vom Grundschulverbund Lennetal viel Potenzial in dem Vorhaben.

Sie ergänzt: „Wenn wir am Ende zehn Kinder für ein neues Hobby begeistern können, dann ist das doch schon ein Erfolg.“ Schon gar nicht scheitern soll das Projekt an finanziellen Hürden, wenn beispielsweise der Vereinsbeitrag für die Eltern nicht zu stemmen ist.

Deshalb verweisen die Initiatoren auch darauf, dass es für Familien, die etwa Sozialleistungen beziehen, die Möglichkeit gibt, im Rahmen von Bildung und Teilhabe Fördergelder zu beantragen.

Ob das Projekt von Erfolg gekrönt sein wird, das können die Initiatoren noch nicht absehen. „Es ist ein Modellversuch, den wir komplett ergebnisoffen nun angehen“, betont Hunold.

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