Verschmutzung

Kaugummis bleiben in der Olper Innenstadt ein Ärgernis

Der Boden in Höhe des Drogeriemarktes Müller in Olpe ist übersäht mit Kaugummis. Für den Kreis Olpe ist die Säuberung ein sehr teueres Problem. Doch das Ausspucken der Kaumasse sowie das Wegwerfen von Zigaretten ist für viele selbstverständlich. 

Der Boden in Höhe des Drogeriemarktes Müller in Olpe ist übersäht mit Kaugummis. Für den Kreis Olpe ist die Säuberung ein sehr teueres Problem. Doch das Ausspucken der Kaumasse sowie das Wegwerfen von Zigaretten ist für viele selbstverständlich. 

Foto: Verena Hallermann

Kreis Olpe.   Müll wegwerfen ist eine Ordnungswidrigkeit und kann teuer werden. Kreis Olpe kämpft seit Jahren mit Problem. Warum eine Säuberung nichts bringt.

Ein letzter Bissen auf das Kaugummi, schon wird es auf den Straßenrand ausgespuckt. Was für viele selbstverständlich ist, ist für den Kreis Olpe ein unschönes und vor allem auch teures Problem. Denn Kaugummis treten sich schnell fest und können nur schwer beseitigt werden. Doch wer es nicht bis zum nächsten Mülleimer „schafft“ und seine Zigaretten, Kaugummis und Co. auf dem Boden entsorgt, für den kann es teuer werden.

Was viele nicht wissen: Den Müll unachtsam fallen lassen oder wegwerfen zählt als Ordnungswidrigkeit. Darunter fällt auch das Wegwerfen des Zigarettenrestes – was für viele Raucher „normal“ ist. Doch wer beim Entsorgen erwischt wird, muss zahlen. Und das nicht wenig: „Der Bußgeldkatalog sieht eine Geldstrafe von bis zu 25 Euro vor“, erklärt Peter Püttmann vom Ordnungsamt des Kreises Olpe.

Entsorgung ist zu teuer

Besonders schlimm sei es in der Olper Innenstadt. An Ecken, wo sich viele Menschen aufhalten, wie vor dem Drogeriemarkt Müller, sei die Verschmutzung am stärksten. „Wir sind nicht besser gestellt, als andere Städte. Das ist ein Zeichen der Zeit, dass der Müll nicht mehr in die Behälter geworfen wird“, sagt Püttmann. Zwar seien es weniger Zigarettenreste, aber dafür viele Kaugummis. Damit liegt der Kreis nicht im deutschlandweiten Durchschnitt. Denn das Bundesumweltministerium fand heraus, dass ein Drittel des unachtsam weggeworfenen Mülls „Zigarettenstummel“ sind. Zigarettenreste werden in der Olper Innenstadt auch auf den Boden entsorgt, doch Kaugummis seien das größere Problem, so Püttmann.

Die letzte großflächige Entfernung der Kaugummis führte der Kreis im Jahr 2012 durch. Ein Quadratmeter kostete 1,60 Euro. Zwei Jahre später säuberte eine neue Firma einzelne Straßen zur Probe. „Das war damals noch günstig, aber inzwischen ist so eine Reinigung sehr teuer geworden“, erklärt Ludger Stracke vom Tiefbauamt.

Für die kommenden Jahre sei eine Reinigung nicht in Planung, so Stracke. „Die Bürger nehmen die Entfernung dankend an, aber zwei Tage später ist der Boden wieder voller Müll.“ Auch Püttmann ist verärgert. Zwar gebe es das Bußgeld, doch das Problem sei, „jemanden dabei konkret zu erwischen“, so Püttmann.

Direkt Ansprechen hilft

In Attendorn sieht es anders aus: „Zigaretten entfernen ist eine Daueraufgabe. Das Kaugummi-Problem ist nicht bekannt, zumindest nicht so drastisch wie in Olpe“, sagt der Bauhofleiter Percy Kreis. Wer in Attendorn einmalig erwischt wird, kann zunächst mit einem Verwarngeld von zehn Euro rechnen. Wer nicht zahlt, müsse ebenso einem Bußgeldbescheid von circa 30 Euro plus Verwaltungsgebühr einkalkulieren. Um die Verunreinigung zu reduzieren, sind Stadtwächter präsent. „Wenn die Mitarbeiter jemanden erwischen und ansprechen, dass er den Müll beseitigen soll, sind die Betroffenen in der Regel kooperativ. Das funktioniert häufig“, erklärt Karl-Josef Hammer vom Amt für Sicherheit und Ordnung, „Dann sehen wir auch vom Verwarngeld ab.“

Doch nicht überall ist das Problem akut. In Finnentrop halte sich die Verschmutzung in Grenzen, so Joachim Blume, Bereichsleiter Sicherheit und Ordnung. „Es gibt derzeit keine Notwendigkeit, eine Säuberung durchzuführen“, sagt Blume.

Auch in Wenden gebe es kein offizielles Problem. „Dazu gehen keine Beschwerden bei uns ein, dieses Problem gibt es in Wenden nicht“, sagt Wolfgang Grimmstein, Fachdienstleiter für Sicherheit und Ordnung. Ingo Wirth vom Amt für Sicherheit und Ordnung in Lennestadt bestätigt die Verschmutzung an hochfrequentierten Plätzen, wie am Bahnhof oder dem Marktplatz. „Klar, jeder ist darüber verärgert. Allerdings ist es nicht übermäßig viel“, sagt Wirth.

Doch wie kriegt der Kreis das Problem in den Griff? Püttmann vom Kreis Olpe hofft auf Einsicht der Bürger. Denn seine Erfahrung zeigt: „Appelle helfen leider nicht.“

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