Ottfingen

Keine Filiale und kein Geldautomat

Der Vorstand der Zukunfts-Werkstatt Ottfingen: Schriftführer Simon Solbach, Geschäftsführerin Bernadette Raichle, Vorsitzender Olaf Arns, Beisitzerin Susanne Mariano, Ortsvorsteher Hubertus `Halbe, Kassierer Andreas Fischer und Beisitzer Volker Halbe (von links)

Foto: Michael Meckel

Der Vorstand der Zukunfts-Werkstatt Ottfingen: Schriftführer Simon Solbach, Geschäftsführerin Bernadette Raichle, Vorsitzender Olaf Arns, Beisitzerin Susanne Mariano, Ortsvorsteher Hubertus `Halbe, Kassierer Andreas Fischer und Beisitzer Volker Halbe (von links) Foto: Michael Meckel

Ottfingen.   Zur ersten Versammlung traf sich die Zukunftswerkstatt Ottfingen. Es ist schon einiges bewegt worden. Kritik gab es an den Plänen der Volksbank.

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Am 30. März 2017 wurde aus der Arbeitsgruppe „Zukunftswerkstatt“ ein Verein: Die Zukunfts-Werkstatt-Ottfingen (ZWO). Jetzt fand die erste Jahreshauptversammlung statt.

Rund 100 Mitglieder konnte „ZWO“-Vorsitzender Olaf Arns im nahezu vollbesetzten Schützenhaus begrüßen. Schriftführer Simon Solbach berichtete, dass der Verein seit seiner Gründung 288 Mitglieder gewinnen konnte und er von der Gemeinde Wenden als, so Solbach, „Bindeglied zur Ortschaft anerkannt wird.“

Zunächst standen Kassenbericht und Neuwahlen auf der Tagesordnung. Kassierer Andreas Fischer berichtete, dass der Verein ein Guthaben von rund 5700 Euro aufgebaut habe. Etwa 3100 Euro davon seinen für die Errichtung des Dorfplatzes vorgesehen

„Ihr habe sehr gute Arbeit geleistet. Dafür danke ich dem Vorstand sehr“, lobte Kassenprüfer Günther Stock die Vorstandscrew um Olaf Arns. Und so war es kein Wunder, dass die folgenden Wahlen zügig über die Bühne gingen. Geschäftsführerin Bernadette Raichle wurde ebenso für zwei Jahre im Amt bestätigt wie Kassierer Andreas Fischer, Beisitzerin Susanne Mariano und Kassenprüfer Günther Stock.

Dann ging es an die Themen, die den Ottfingern unter den Nägeln brennen. Die Palette reichte vom Kindergarten, der in diesem Jahr mit 34 Kindern in zwei Gruppen an den Start geht, über die Errichtung des Dorfplatzes, der Mitte Juli fertiggestellt sein soll, dem Dorffest, das am 8. September stattfinden soll, den Plänen für die weitere Nutzung der Grundschule und den Plänen der Gemeinde Wenden für ein weiteres drei Hektar großes Gewerbegebiet an der Hubertusstraße am westlichen Ortsrand von Ottfingen. Arns sieht das kritisch. „Das Ortsbild wird sich dadurch drastisch ändern. Darüber ist eine Ausdehnung des Ortes dann nicht mehr möglich“, sagte Olaf Arns. Bei Stimmenthaltung der Ottfinger Gemeinderatsvertreter beschloss die Versammlung, eine Befragung im Ort durchzuführen.

Zukunft des Dorfladens gefährdet

Besonders ein Thema lag den Ottfingern im Magen. Dies sind die Pläne der Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen, am Jahresende die Filiale in Ottfingen zu schließen. Und nicht nur das: In Ottfingen soll auch kein Geldautomat installiert werden. Das brachte die Versammlung zum Brodeln. Olaf Arns kritisierte das Vorhaben. „In Ottfingen hat die Volksbank mehr als 1000 Mitglieder. Wofür brauchen wir eine Genossenschaftsbank, wenn sie nicht in der Lage ist, einen Geldautomaten aufzustellen?“ Das sahen auch die anwesenden Mitglieder so. SPD-Ratsmitglied Robert Dornseifer, der auch Mitglied der Vertreterversammlung ist, kündigte Protest an. Hiltrud Ochel, Kreistagsabgeordnete der Grünen, appellierte an die Ottfinger Ratsmitglieder, unabhängig von bestehenden Fraktionszwängen, die Interessen der Ottfinger zu vertreten, um doch noch einen Geldautomaten zu bekommen.

Olaf Arns sieht große Probleme auf das Lebensmittelgeschäft und auch die Gaststätte im Ort zukommen, sollte es bei diesem Entschluss der Volksbank bleiben. „Wer zum Geldholen nach Rothemühle oder Wenden fahren muss, der bleibt auch gleich da und kauft auch dort ein.“

Ohnehin sehe er für das Lebensmittelgeschäft, wie in vielen anderen Orten, künftig große Probleme. „Ich befürchte, dass der Dorfladen in spätestens fünf Jahren geschlossen werden muss“, so Arns. Er appellierte an die Ottfinger, die örtlichen Einrichtungen wie das Geschäft und auch die örtliche Gaststätte zu nutzen und zu unterstützen. „Denn sonst geht auch der Lebensmittelpunkt in Ottfingen verloren“, warnte Olaf Arns.

Dämpfer bei alter Schule

Über einen Dämpfer, was die Nutzung der ehemaligen Grundschule angeht, musste Projektgruppenleiter Peter Solbach berichten. So kann im großen Saal aus statischen Gründen die Decke nicht entfernt werden. „Sollten wir das doch machen, wären umfangreiche Umbaumaßnahmen nötig. Die würden Hunderttausende Euro kosten“, sagte Solbach. Man habe zwar einen Dämpfer erhalten, aber es sei eine Säule des Projekts „Kulturwerkstatt Ottfingen“ betroffen. Die Statik des Konzepts bestehe aber weiter.

Olaf Arns wies darauf hin, dass zur Verwirklichung des Konzepts viel Geld benötigt werde. Die Gemeinde habe Unterstützung signalisiert. Ganz oben bei den Planungen stehe „Leader“, das EU-Förderprogramm der EU für den ländlichen Raum. „Aber“, so Arns, „Voraussetzung, davon Gelder zu bekommen, ist eine hohe Eigenverantwortung. Deshalb appelliere ich an alle, Mitglied bei ZWO zu werden. Wir müssen uns breit aufstellen.“

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