Kunstrasenplätze

Keine Kunstrasen-Sanierung in Kirchhundem um jeden Preis

Der Sportpark in Rahrbachtal. Der Kunstrasen hält maximal noch drei Jahre, dann muss er ausgetauscht werden.

Der Sportpark in Rahrbachtal. Der Kunstrasen hält maximal noch drei Jahre, dann muss er ausgetauscht werden.

Foto: Michael Meckel

Kirchhundem.   Kirchhundems Gemeindevertreter sprechen erstmals um mögliche Reduzierung der Sportplätze. Konzept soll bis Ende des Jahres vorliegen.

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Wird es auch in Zukunft in der Gemeinde Kirchhundem sechs sanierte Kunstrasenplätze geben? Nach der Gemeinderatssitzung am Donnerstag ist das mehr als fraglich. In der Diskussion über ein Sanierungskonzept für die Sportanlagen sprachen gleich mehrere Gemeindevertreter zum ersten Mal öffentlich Tacheles. Michael Färber (CDU) drückte es noch diplomatisch aus: „Die demographische Entwicklung ist sehr aussagekräftig, das muss man berücksichtigen.“ Dr. Joachim Roloff (UK) wurde schon deutlicher: „Wir müssen ehrlich und kritisch damit umgehen, wie es in 15 Jahren aussieht.“ Gerd Stamm (UK) brachte es auf den Punkt: „Wir müssen uns Gedanken machen, ob nicht drei Plätze in der Gemeinde ausreichend sind.“ Denn dass überall die Zahl der Aktiven in den Sportvereinen schmilzt, immer öfter vereinsübergreifende Spielgemeinschaften gebildet werden, um überhaupt Jugendteams aufstellen zu können, ist kein Geheimnis.

Fakt ist, dass in den nächsten Jahren bei allen sechs Plätzen eine Sanierung fällig ist und diese mit rund 200.000 Euro pro Platz zu Buche schlagen würde. Auf keinen Fall, das klang in der Diskussion ebenfalls durch, will sich der Gemeinderat unter Druck setzen lassen, welcher Kunstrasenplatz wann saniert werden soll.

Daten und Fakten

Für eine zukunftsträchtige Entscheidung müssen zunächst alle relevanten jede Daten und Fakten auf den Tisch. Bereits seit Februar hat die Gemeinde per Ratsbeschluss den Auftrag, diese zu erheben und ein Sportstättensanierungskonzept zu erheben. Passiert ist seitdem so gut wie nichts.

Dafür gab es in der Sitzung herbe Kritik aus dem Rat. Albrecht Sandholz (CDU): „Die Gemeinde hat ihre Schularbeiten nicht gemacht.“ Peter Nelles (SPD): „Das Konzept muss jetzt schnellstens auf den Tisch.“ Christoph Henrichs: „Das hätte alles schon passieren müssen.“

Bürgermeister Andreas Reinéry versuchte zu beschwichtigen. Ein solches Konzept sei eine Herkulesaufgabe: „Die Frage ist, an welchen Parametern macht man fest, wer zuerst gefördert wird. Einige Vereine haben Spielgemeinschaften, andere Sponsoren. Wie bekommen wir diese Unwuchten ausgeglichen?“ Die Verwaltung kritisierte auch den Gemeindesportverband. Der Gemeinde sei es in sechs Monaten nicht gelungen, mit dem Verband in Kontakt zu treten. Sandholz (CDU) bezeichnete die Ausführungen als „Nebelkerzen“. „Es gab ein Gespräch zwischen den Fraktionsvorsitzenden und den Vereinen. Wir waren betroffen, was dort gesagt wurde. Die Vereine haben kein Vertrauen mehr in die Verwaltung“, so Sandholz.

Mittlerweile haben die Sportvereine an der Verwaltung vorbei ein 3500 Euro teures Gutachten über die Sanierung der Plätze in Auftrag gegeben. Bierhoff (CDU): „Einige Verein kratzen schon ihr Geld für notwendige Reparaturen zusammen. Ich kann nur appellieren, das so schnell wie möglich ein Konzept auf den Weg gebracht wird.“

Verwaltung unter Druck

Und weil es auch um die Finanzierung geht, soll dieses spätestens zu den Haushaltsberatungen im Februar vorliegen. Die Verwaltung will nun mit dem Gemeindesportverband und den Vereinen ein Konzept erstellen. Der Vorsitzende des Gemeindesportverbands, Joachim Hoffmann, hofft, dass die Eckpunkte auf der nächsten Mitgliederversammlung des Verbandes am 29. November vorgestellt werden können. Fest steht auch, dass die Vereine sich an einer Finanzierung beteiligen müssen. Michael Färber (CDU) im Rat: „Unsere Orientierung muss sein, was finanziell machbar ist. Die Vereine sehen das genauso. Wir können das nur gemeinsam stemmen.“

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