Jubiläumsstreit

kfd spricht Frauengemeinschaft Oberhundem ihr Jubiläum ab

Brigitte Ludwig, Barbara Franzen, Marlies Kleff und Marianne Richard (von links) vom ersten Leitungsteam der KaFiP Oberhundem. Das Foto entstand nach dem Austritt aus dem kfd-Verband  im Jahr 2010.

Brigitte Ludwig, Barbara Franzen, Marlies Kleff und Marianne Richard (von links) vom ersten Leitungsteam der KaFiP Oberhundem. Das Foto entstand nach dem Austritt aus dem kfd-Verband im Jahr 2010.

Foto: WP-Archiv

Oberhundem.   kfd-Bezirk kritisiert Feier zum 100-jährigen Bestehen, weil die Frauengemeinschaft vor acht Jahren aus dem kfd-Verband ausgetreten ist.

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Die Festschrift ist gedruckt, der Jubiläumssekt steht schon so gut wie kalt. Am Samstag nächster Woche will die KaFiP St. Lambertus Oberhundem mit Mitgliedern und Gästen in harmonischer Runde ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Aber nun gibt es Verdruss. Christina Steinhoff, Teamsprecherin des kfd-Bezirks Elspe, zu dem 16 kfd-Frauengemeinschaften in Lennestadt und Kirchhundem gehören, wirft der Frauengemeinschaft Oberhundem, sich mit fremden Federn zu schmücken. Denn die Oberhundemer Gemeinschaft war vor acht Jahren aus dem Dachverband kfd ausgetreten war und arbeitet seitdem unter dem Namen KaFiP (Kath. Frauen im Pastoralen Raum) Oberhundem. In einer Pressemitteilung zum Jubiläum weist die KaFiP auf ihre Geschichte und damit unweigerlich auch auf die 92-jährige Zeit im Dachverband Kfd und deren Vorgängerverbänden hin.

Und genau das kommentiert Kfd-Sprecherin Christina Steinhoff auf facebook recht rüde: „Das ist doch wohl an Dreistigkeit nicht zu überbieten! Da kündigt eine Ortsgemeinschaft die Mitgliedschaft im Bundesverband, macht sich aber dennoch dessen Geschichte zu eigen.“

Im Gespräch mit unserer Zeitung schnitt sie mildere Töne an: „Ich will keine Schlammschlacht, aber die Formulierung hat mich getroffen“. Im Kern bleibt sie aber bei ihrer Kritik: „Die Frauen in Oberhundem haben 2010 etwas Neues angefangen, sie hätten ihr 8-jähriges Bestehen feiern können, aber nicht 100 Jahre Katholische Frauengemeinschaft.“

Barbara Franzen, Sprecherin der KaFiP Oberhundem, zeigte sich von der Diskussion überrascht und ist sich keiner Schuld bewusst. „Das ist doch kein Affront gegenüber der kfd, hier geht es nur um die Frauengemeinschaft Oberhundem, egal unter welchem Dachverband. Es geht darum, dass sich seit 100 Jahren Frauen im Kirchspiel Oberhundem für die Gemeinschaft und den Ort engagieren und wir sind stolz darauf das feiern zu können“, so Barbara Franzen.

So steht es auch in der Pressemitteilung der KaFiP zum Jubiläum: „Etwas Wesentliches und Wichtiges hat sich aber über all die Jahre nicht verändert: der Wunsch, Gemeinschaft zu leben, anderen zu helfen, sich auszutauschen über die Fragen des Lebens und des Glaubens sowie der Wille, sich für die Lebensqualität in unserem Dorf zu engagieren. Dafür haben Generationen von Frauen in unserer Frauengemeinschaft gearbeitet.“

Frauen verlieren Sprachrohr

Dies will auch Christina Steinhoff nicht in Frage stellen, aber der engagierten kfd-Funktionärin geht diese lokale Sichtweise nicht weit genug. Ihre Kritik richtet sich dabei nicht nur an die KaFiP Oberhundem, sondern an alle abtrünnigen Frauengemeinschaften, die der kfd im Laufe der Jahre, u.a. wegen einer erhöhten Beitragsabgabe an den Bundesverband, den Rücken gekehrt haben - immerhin acht von 24 allein im Bezirk Elspe.

Durch die Austritte werde die kfd als „Frauengewerkschaft“ geschwächt. „Viele sehen nur, was vor Ort passiert, aber wenn ich nur mein eigenes Süppchen koche, dann hab ich demnächst kein Sprachrohr mehr, zum Beispiel für die Mütterrente.“ Zudem gebe es vieles, was eine Ortsgemeinschaft gar nicht leisten könne, zum Beispiel die Alternative Diözesan-Wallfahrt im Juni auf der Elsper Freilichtbühne. Steinhoff gibt zu, dass der kfd-Verband seine Ziele und Erfolge lange nicht klar genug an die Basis weitergegeben habe.

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