Karnevalswahnsinn

KG „Isch kanns“ Ennest: Wilde Gaudi mit stählernen Körper

Die Autogrammkarten unterzeichnet zeigt Prinz "He-Man I." auf der Bühne gerne seinen stählernen Körper.

Die Autogrammkarten unterzeichnet zeigt Prinz "He-Man I." auf der Bühne gerne seinen stählernen Körper.

Foto: Nicole Voss

Ennest.   KG „Isch kanns“ präsentiert ihren ganz normalen Karnevalswahnsinn. Bürgermeister Christian Pospischil in seiner Rolle als „nichtiger Tanzmajor“

Ein Prinz der anstelle eines Zepters ein Gummihuhn und eine Gartenkralle schwingt und anstelle einer Antrittsrede lieber Autogramme verteilt, eine Gedenkminute während der Prunksitzung und ein Bürgermeister der als Tanzmajor durch die Lüfte fliegt – das ist kurz zusammengefasst der ganz normale „Karnevalswahnsinn“ der KG „Isch kanns“.

Genauso offensichtlich wie der einmalige Irrsinn ist der Beliebtheitsgrad der Veranstaltung. Die Schützenhalle Ennest war wie immer rappelvoll und die Narren im Saal ausnahmslos kostümiert. Eine Grundvoraussetzung, um eine der begehrten Eintrittskarten zu ergattern. Zurück zum Prinzen. Die Tollität wurde nach einer Gedenkminute ins Amt eingeführt. Falls man überhaupt von Amtseinführung sprechen. Vielmehr wirbelte Prinz „He-Man I.“, wie sich die 39-Jährige Tollität nennt, mit rasanter Geschwindigkeit über die Bühne, warf Rosen in die Menge und hatte sichtliche Freude daran den Damen seine gerade unterzeichneten Autogrammkarten „aufzudrängeln“.

Bebende Halle

Dem Aufsetzen der Prinzenkappe entwischte der laut Steckbrief als Gutmensch beim Land Eternia angestellte Mitarbeiter durch die anhaltende Präsentation seines stählernen Bodys im Scheinwerferglanz. Eine Gaudi, die ihresgleichen sucht war in vollem Gange. Der Familienstand, angegeben mit „allzeit riemig und bereit“ ist genauso wenig definierbar, wie seine Herkunft (laut Lebenslauf gezeugt von Leo dem Löwen und der makellos majestätischen Maria Anna Agnes, in einer stürmischen Nacht).

Die übliche Frage nach den Hobbys des neuen Regenten, der schon als „Master of the Universe“ in die Geschichte eingeht: „Regelmäßig in die Muckibude, ausgedehnte Frisörbesuche und Nagelpflege, erotisch durch die Gegend laufen und Karneval im All“. Das diesjährige Motto der Karnevalsgesellschaft ist auf den Prinzen abgestimmt: „Prinz He-Man - das „H“ steht für hetero“. Die Proklamation war einer der Höhepunkte in der mehrstündigen Prunksitzung. Erwähnenswert ist auch der Auftritt des Tanzpaares, das KG-Präsident Sebastian Ninse scherzhaft mit den Worten. „Liebreizendes Mariechen und nichtiger Tanzmajor“ beschrieb. Letztgenannter ist kein Geringerer als Attendorns Bürgermeister, Christian Pospischil der anstelle von Regierungsgeschäften im Rathaus der Hansestadt im rot/weißen Outfit tanzend, springend und fliegend eine gute Figur machte und eine kesse Sohle aufs Parkett legte.

Auf das Tanzpaar ließ die erste Rakete des Abends die Halle beben und der Schlachtruf schallte aus voller Innbrunst durch den Saal. Kaum von der Bühne abmarschiert, rückte das Stadtoberhaupt, das am Freitag keinen leichten aber einen unterhaltsamen Stand während der Sitzung hatte, wieder in den Mittelpunkt. Sein „Fahrradunfall wurde von Sebastian Ninse und drei Darstellern in Form mehrerer, kurzer Sketche gekonnt auf die Schippe genommen. Glückseligerweise wurden die Stürze, dargestellt in verschiedenen Zeitepochen von einem unerschrockenen Stuntmen gemimt.

Das anschließende Wehrmachtsoratorium erinnerte nur wenig an das Weihnachtsoratorium. Lediglich die singenden Engel gaben einen kleinen Hinweis darauf. Übrigens „ganz normalen“ Karneval gab es mit den Tanzauftritten der Prinzengarde Ennest sowie den Funkengarden Rönkhausen und Bamenohl und den „Klein Colonias“ auch. Und mittendrin zeigte die KG sich als Kirchengemeinde „isch glaube“ und als MGV „isch sing“.

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