Traumstart

Kids sind Feuer und Flamme für die Kinderfeuerwehr

Die Feuerwehr übt für die kleinen Blauröcke eine große Faszination aus.

Die Feuerwehr übt für die kleinen Blauröcke eine große Faszination aus.

Foto: Alexander Lück

Kirchhundem/Kreis Olpe.   Die „LöschKids“ in Kirchhundem haben nach einem halben Jahr schon 44 aktive Mitglieder. Spiel und Spaß stehen im Vordergrund.

Es gibt kaum ein Kinderkarussell ohne Feuerwehrauto. Aus gutem Grund, die Feuerwehr übt auf unsere kleinen Bürger seit jeher eine riesengroße Faszination aus. Kein Wunder, dass das Projekt „Kinderfeuerwehr“ seit der Einführung in 2016 auch im Kreis Olpe einen prima Start hingelegt hat.

Besonders in der Gemeinde Kirchhundem, nach Wenden und Olpe die dritte Kinderfeuerwehr im Kreis und nach der Gründung im letzten September mit sage und schreibe 44 Kindern (Wenden: 15, Olpe: 24) bereits nach Mitgliederzahlen die Nummer 1.

Dass es in der Waldgemeinde so gut läuft, ist der Verdienst der Erwachsenen, die hinter dem Projekt stehen. Lütticke: „In vielen Fällen ist es so, dass sich die Frauen oder Freundinnen von Feuerwehrleuten engagieren, weil diese eben einen Bezug zur Feuerwehr haben.“

In Kirchhundem sind es mittlerweile elf Mütter und der frühere Gemeindebrandmeister Günter Wurm, die sich um die „LöschKids“, wie sich die kleinen Blauröcke nennen, kümmern. Die Damen sind in die neue Unterstützungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhundem eingetreten und dadurch während der Veranstaltungen auch versichert. „Das ist sehr gut, das war bisher eine Grauzone“, erklärt der Kreisbrandmeister.

Ohne Werbung

Groß Werbung für die Kinderfeuerwehr zu machen, war nicht nötig. „Die Kinder fragen uns, wann sie endlich in die Feuerwehr dürfen“, so Lütticke. Warum? „Es macht viel Spaß zusammen mit anderen Kindern zu spielen und zu üben“, so die achtjährige Zoe aus Kirchhundem.

Wegen der großen Resonanz hat Kirchhundems Gemeindekinderfeuerwehrwart Marco Hatzfeld die LöschKids in zwei Gruppen aufgeteilt, die jede Woche abwechselnd Feuerwehr üben bzw. spielen. Dazu gehören kleine Einsätze mit dem Spielzeugunimog, Leitstelle simulieren, Notrufe richtig absetzen. Auch einen Erste-Hilfe-Kursus zusammen mit der DLRG hat es schon gegeben. Ziel der Kinderfeuerwehr ist es, neben abwechslungsreichen Freizeitgestaltungen unter Aufsicht ausgebildeter Gruppenleiter, Pädagogen und engagierter Eltern, die Kinder spielerisch an die Themen Feuerwehr, Ehrenamt und soziale Gemeinschaft heranzuführen.

Dabei geht es nicht nur darum, die Kinder an die Feuerwehr zu binden. „Es geht auch um Spiel und Spaß“, sagt Christoph Lütticke. Die gemeinsamen Veranstaltungen fördern den Zusammenhalt und die Gemeinschaft. „Wir holen die Kinder von ihrem PC und ihrem Handy ab.“

Verweildauer sinkt

Das gelte auch für die Jugendfeuerwehren, in die Kids ab 10 Jahre wechseln können. Derzeit sind 460 Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren im Kreis Olpe in der Jugendwehr. Zum Vergleich: In den Einsatzabteilungen sind 1660 Feuerwehrleute aktiv. „Die Jugendfeuerwarte machen einen guten Job“, so Lütticke. Allerdings habe sich die Verweildauer geändert. Nicht alle bleiben bei der Stange wie früher, als es noch hieß „Einmal Blaurock, immer Blaurock.“

Auch Kinderfeuerwehrwart Marco Hatzfeld ist gespannt, ob die Euphorie der „LöschKids“ anhalten wird. „Wenn ja, „dann brauchen wir uns um den Nachwuchs für unsere Feuerwehr keine Sorgen machen.“

Kreisweit ist noch Luft nach oben. Kreisbrandmeister Christoph Lütticke hofft, dass auch die Feuerwehren Attendorn, Finnentrop, Lennestadt und Drolshagen noch in das Projekt einsteigen.

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