Runkel-Schnitzen

Kinder schnitzen Laternen aus Runkelrüben in der OT Olpe

15 Jungen und Mädchen schnitzen in der OT Olpe Laternen aus Runkelrüben.

Foto: Sarah Engelhard

15 Jungen und Mädchen schnitzen in der OT Olpe Laternen aus Runkelrüben. Foto: Sarah Engelhard

Olpe.   Laternen aus Rüben: Das traditionelle Schnitzen bietet die Offene Tür Olpe seit Jahren an. 15 Kinder schnitzen ihre Laternen für Martinsumzüge.

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Es riecht nach Erde und Kohlrabi. Durch den Werkraum der Offenen Tür (OT) Olpe fliegen kleine weiße Krümel – Runkel-Reste, um genau zu sein, denn 15 Jungen und Mädchen schnitzen gemeinsam mit Erzieherin Barbara Polatsidis Laternen aus Runkelrüben für die bevorstehenden Martinsumzüge.

Kinder haben alle Hände voll zu tun

Bekleidet mit zu großen Schürzen und Malerhemden haben die Kinder wortwörtlich alle Hände voll zu tun: Die Rüben sind groß – teilweise größer als ein Kinderkopf – und fest. Mit Löffeln versuchen die Teilnehmer, das Innere der Futterpflanze zu entfernen. Das klappt mal mehr und mal weniger gut: einige der weißen Krümel landen auf dem Fußboden oder den Fensterbänken. Die Löffel leiden sichtbar unter der Beanspruchung: viele werden nach der Bastel-Aktion vermutlich nicht mehr so gerade in die Küchenschublade zurückwandern, wie sie herausgekommen sind.

Die elfjährige Frieda ist schon geübt im Runkelschnitzen: „Es ist eigentlich ganz leicht, ich habe das zu Hause schon mit meiner Familie gemacht. Ich gehe mit meiner Laterne zu zwei Martinsumzügen.“ Kunstvoll hat sie Sonne, Mond und Sterne, eine Gans, eine Mitra und einen Hirtenstab in die Schale der Rübe geritzt. Den oberen Rand zieren Zacken wie von einem Turm. Auch ihr achtjähriger Bruder Theo macht mit: „Das macht mir Spaß“, sagt er, während er Muster in die Rinde ritzt. Einige Sterne, Mond, Mitra und ein Schwert schmücken auch seine Runkel.

Barbara Polatsidis versucht, gegen das aufgeregte Geplapper und Lachen der Kinder anzureden: „Ihr dürft den Rand nicht zu dünn machen und keine Löcher in die Rinde schneiden.“ Nur die oberste, orangefarbene Schicht wird vorsichtig abgezogen. So scheint die Kerze später heller durch die geschnitzten Stellen.

Rüben aus St. Augustin

„Der Hausmeister hat die Runkeln extra aus St. Augustin geholt“, sagt die Erzieherin und ergänzt: „Früher wurden die Runkelrüben auch hier in Olpe angebaut. Ich vermute, dass daraus Laternen für arme Leute gemacht wurden. Es wäre schön, wenn es die hier wieder geben würde.“

Die OT Olpe bietet das traditionelle Runkelschnitzen seit vielen Jahren an. „Das ist eine lange Tradition und in Olpe ist St. Martin etwas ganz Besonderes, weil der Heilige der Schutzpatron der Stadt und unserer St.-Martinus-Kirche ist“, erklärt Matthias Brunert, Leiter des Jugendzentrums.

Luisa (7) geht nicht zum Martinsumzug: „Ich schnitze meine Laterne als Dekoration für den Balkon mit einem Stern und einem kleinen Gesicht.“ Marlene (7) kämpft mit dem festen Gewächs: „Es macht Spaß, ist aber auch ein bisschen schwierig. Einen Kürbis habe ich schon mal ausgehöhlt, das war einfacher.“ Max hat für seine Laterne auch eine Idee: „Vielleicht ritze ich meinen Namen in die Seite, der ist ja kurz“ – so kann es auf keinen Fall zu einer Verwechslung kommen.

Stolz auf Runkeln im Dunkeln

Nach zwei Stunden haben die Rüben Gestalt angenommen. Unter Wasser werden sie mit einer Bürste von den letzten Erdresten befreit und dann das erste Mal als Laterne getestet. In einem dunklen Raum stellt Barbara Polatsidis eine Kerze in die Rüben und die Kinder bestaunen stolz die leuchtenden Runkeln im Dunkeln.

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