Ehrenamt

Kinderhospiz Olpe: Wie Ehrenamtliche den Kindern Liebe geben

Ehrenamtliche Mitarbeitende (hier Ulrike Hüttmann) schenken den Familien im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar zusätzliche Zeit.

Ehrenamtliche Mitarbeitende (hier Ulrike Hüttmann) schenken den Familien im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar zusätzliche Zeit.

Foto: Privat

Olpe.  Im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe helfen seit Jahren viele Ehrenamtliche. Sie schenken den Gästen jeden Tag aufs Neue ein Lächeln.

Jutta Fischer ist schon seit Eröffnung des „Balthasar“ ehrenamtliche Mitarbeiterin. 1998 wurde sie durch einen Zeitungsartikel auf das Kinderhospiz Balthasar aufmerksam und begeisterte sich für die Arbeit. „Das war etwas, was es so in Deutschland noch nicht gab“, erzählt die engagierte Kinderhospizhelferin.

Tatsächlich war das zu diesem Zeitpunkt auch so, denn das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar ist in Deutschland das erste seiner Art. Seit 22 Jahren begleitet das „Balthasar“ Familien mit unheilbar kranken Kindern von der Diagnose der Krankheit bis über den Tod hinaus. Jutta Fischer ist seit Anfang an im „Balthasar“ ehrenamtlich tätig. In dieser Zeit hat sie nicht nur dem Team und den Gäste des „Balthasar“ einiges gegeben, sie hat für sich selbst auch etwas aus der Arbeit mitgenommen: „Die Kinder und Jugendlichen haben mich Geduld gelehrt und den Blick wieder auf das Wesentliche zu lenken. Den kleinen Dingen des Lebens mehr Beachtung zu schenken. Ich bin froh und dankbar für die Zeit mit ihnen. Sie ist ein großes Geschenk.“

Unterschiedliche Charaktere

Beate König, Krankenschwester, ist Ansprechpartnerin für ehrenamtliche Mitarbeitende. „Es macht Spaß, mit den Ehrenamtlichen zu arbeiten und sie anzuleiten. Ich treffe dabei auf die unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichsten Charakteren. Die meisten kommen aus nicht pflegerischen Berufen. Der Einsatz ehrenamtlicher Mitarbeitenden ist für uns sehr wichtig, da sie den Familien Zeit schenken. Sie unterstützen bei der Begleitung der Gäste, bei Aktivitäten außerhalb des Hospizes und bei der Betreuung der Geschwister, so können die Eltern auch mal etwas alleine unternehmen“, erklärt sie.

Das Ehrenamt im „Balthasar“ stellt aber auch eine besondere Herausforderung an die Ehrenamtlichen selbst. Die Gäste, die hier begleitet werden, haben alle eine lebensverkürzende Erkrankung. Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden müssen sich mit dem Thema Tod und Sterben auseinandersetzen und sich bei jedem Einsatz wieder auf neue Gäste und Situationen einstellen können.

Aus diesem Grund durchlaufen die Ehrenamtlichen neben ihren Einsätzen einen Qualifizierungskurs. Das ist sehr wichtig, da die Arbeit im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar individuell und speziell ist und die Gäste mit ihren Familien eine qualifizierte und einfühlsame Begleitung benötigen. Auch die Themen „eigene Trauer“ und „Verlusterfahrung“ werden in dem Qualifizierungskurs besprochen.

Dennoch wird im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe viel gelacht und es gibt viele Momente der Freude.

Ein echtes Privileg

Auch Frank Föhrdes hat den Qualifizierungskurs zum Kinderhospizhelfer durchlaufen. Schon vor seiner ehrenamtlichen Tätigkeit hat er sich mit der Hospizarbeit beschäftigt. Die ehrenamtlichen Einsätze im „Balthasar“ bereichern Frank Föhrdes auch in seinem Privatleben: „Die Arbeit im Kinderhospiz hat meine Vorstellung von dem, was wichtig ist, schon sehr verschoben. In einer Gesellschaft, die von Stress, Hektik und oftmals auch Egoismus geprägt ist, wird man hier erst einmal „geerdet“ – viele Menschen wissen gar nicht, wie gut sie es haben und was echte Probleme sind. Seine Kinder gesund zu Jugendlichen heranwachsen zu sehen, ist ein Privileg. Das sollte man nie vergessen, wenn die eigenen Kinder mal wieder die Nerven strapazieren. Es gibt Eltern, die sich nichts mehr wünschen, als solche Augenblicke einmal zu erleben.“

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