Drolshagen-Hützemert

Klares Nein für Förderantrag des SV Hützemert

Das Clubhaus des SV Hützemert müsste eigentlich saniert werden - auch mit finanzieller Hilfe der Stadt Drolshagen. Doch Rat und Bürgermeister lehnen eine Förderung ab.

Foto: Josef Schmidt

Das Clubhaus des SV Hützemert müsste eigentlich saniert werden - auch mit finanzieller Hilfe der Stadt Drolshagen. Doch Rat und Bürgermeister lehnen eine Förderung ab. Foto: Josef Schmidt

Drolshagen/Hützemert.   Bürgermeister Ulrich Berghof und die Mehrheit des Stadtrates sagen Nein.

Julian Ziegeweidt, Vorsitzender des SV Hützemert, war eigens ins Alte Kloster nach Drolshagen gekommen, um zu verfolgen, wie die Kommunalpolitiker über den Förderantrag in Sachen „Clubhaus“ (wir berichteten) entscheiden würden. Mit bitterer Miene musste der noch aktive Fußballer den Saal nach der Schulausschuss-Sitzung verlassen, denn Geld für seinen SV gibt es aus der Stadtschatulle nicht – zunächst, wie es im Antrag von CDU-Fraktions-Chef Georg Melcher hieß.

Melcher setzte dann noch hinzu, die Verwaltung solle in Kooperation mit dem Stadtsportverband untersuchen, wie es um die Fußball-Szene in der Stadt generell bestellt sei und mit welchen Entwicklungen mittel- und langfristig zu rechnen sei. Fragen sollten im Blickpunkt stehen wie: Wie viele Mannschaften gibt es? Wie viele Jugendmannschaften und so weiter?

Demografischer Wandel spürbar?

Anlass war offenbar die gerade erst beschlossene Spielgemeinschaft der Hützemerter Fußballer mit dem FC Schreibershof.

Grundsätzlicher Hintergedanke: Angesichts des demografischen Wandels ist nicht auszuschließen, dass es zu weiteren Spielgemeinschaften und oder Vereinsfusionen kommt, so dass es für die Stadt nur Sinn macht, zukunftsträchtige Projekte zu stützen. Im Klartext: In Clubhäuser, Kunstrasenplätze, Flutlichtanlagen oder andere kostenträchtige Anlagen zu investieren, die in fünf oder zehn Jahren mangels Nachwuchsmangel überflüssig sind, macht keinen Sinn.

Das brachte den ebenfalls anwesenden Stadtsportverbandsvorsitzenden Ulli Stahl unübersehbar auf die Palme: Während der Sitzung, aber auch kurz danach machte er seinem Unmut Luft. Es sei nicht Aufgabe des Stadtsportverbandes, Spieler und Mannschaften zu zählen. Das stehe ohnehin im Internet. Da könne die Verwaltung das nachlesen.

Stahl: Anzahl der Mannschaften unverändert

In der Sitzung versicherte Stahl: „Der Zusammenschluss zwischen dem SV Hützemert und dem FC Schreibershof hat nichts mit der Anzahl der künftigen Mannschaften zu tun.“ Die verändere sich dadurch nicht. Im Fall des Clubhauses in Hützemert gehe es auch um die Hygiene, die Gesundheit der Kinder. Schimmelbefall sei unter anderem ein gravierendes Problem sei. Hintergrund ist eine unzureichende Lüftung, aber auch um die Wassertechnik, wie Ziegeweidt auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, sei es nicht zum Besten bestellt.

Der Schul- und Sportausschuss folgte jedoch dem ablehnenden Antrag von Georg Melcher, bei drei Enthaltungen. Die Folge: Kein Geld für den SV Hützemert, der sein 75 000 Euro-Sanierungsprojekt mit 25 000 Euro gefördert haben wollte – gestreckt auf 20 Jahre.

Nur im Notfall hilft die Stadt

Bürgermeister Berghof machte deutlich, dass der SVH vertraglich die Unterhaltung des Clubhauses übernommen habe. Sollte der Verein für Sanierungen tatsächlich kein Geld haben, die dringend notwendig seien, um Gesundheitsgefährdungen abzuwenden, werde die Stadt die Angelegenheit natürlich prüfen und gegebenenfalls reagieren.

Keine Mehrheit für SPD-Antrag

Auch ein Förderantrag der SPD-Fraktion, der nach Abänderung auch von derUDW unterstützt wurde, fand weder im Schulausschuss noch im Stadtrat eine Mehrheit. Martin Theile (SPD) hatte vorgeschlagen, soziale, kulturelle und gemeinnützige Vorhaben projektbezogen mit einem Fördertopf von 5000 Euro für das Jahr 2017 zu unterstützen.

Im Schulausschuss wurde der Antrag bei Stimmengleichheit von 6:6 abgelehnt, im Stadtrat ebenfalls, mit einer Mehrheit von CDU und UCWbei einer Enthaltung aus der UDW. 2016 hatte es im Haushaltsplan Drolshagen noch einen entsprechenden Vereins-Fördertopf von rund 10 000 Euro gegeben, den die Verwaltung für 2017 auf Null heruntergefahren hatte.

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