Bigge-Lenne-Gesamtschule

Kooperation zwischen Finnentrop und Werdohl aufgeschoben

An der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop wird es nun doch keine Oberstufe zum Schuljahr 2018/19 geben.

An der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop wird es nun doch keine Oberstufe zum Schuljahr 2018/19 geben.

Foto: Flemming Krause

Finnentrop/Werdohl  Die geplante Kooperation der Gesamtschulen Bigge-Lenne (Finnentrop) und Albert-Einstein (Werdohl) wird in diesem Sommer nicht zu Stande kommen.

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Die Nachricht kommt überraschend: Die geplante Kooperation der beiden Gesamtschulen Bigge-Lenne aus Finnentrop und Albert-Einstein aus Werdohl wird nicht wie ursprünglich geplant zum Schuljahr 2018/19 ihre Arbeit aufnehmen. Das bestätigte auf Nachfrage Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg, die bekanntlich die Schulaufsicht inne hat. Wie bereits mehrfach berichtet, kämpfen die beide Gesamtschulen mit einem ähnlichen Schicksal: In Finnentrop sind kaum Schüler für die Einführungsphase der Oberstufe vorhanden, in Werdohl drückt der Schuh im Unter- und Mittelstufensegment.

„Das Fusionsprojekt wird weiter Bestand haben, gleichwohl wird es im kommenden Schuljahr keine Oberstufe an der Gesamtschule in Finnentrop geben“, erklärte Söbbeler nach dem Motto: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Plan sei nun, das Kooperationsprojekt auf das Schuljahr 2019/20 zu verschieben. Der Grund: In den vergangenen Tagen reduzierte sich die Zahl der Jugendlichen in Finnentrop, die für die Oberstufe in Frage kämen, auf weniger als zehn. Unseren Informationen zufolge haben sich etwa eine Hand voll Schüler jüngst noch für das Gymnasium in Lennestadt entschieden und zehn weitere nicht die notwendige Qualifikation für die Oberstufe erhalten. „Mit dieser Situation können gewisse Standards nicht gewährleistet werden. Es müssen ja auch verlässliche Kurse angeboten werden“, ergänzte der Pressesprecher.

Sieben Schüler warten bis zuletzt

Für die verbliebenen Interessenten aus Finnentrop, die gerne die Oberstufe besucht hätten, heißt es nun, sich auf die Suche nach einer Alternative zu machen. „Die Betroffenen sind informiert und werden ihre Fühler nach anderen Schulen ausstrecken“, sagte Söbbeler und ergänzte: „Sicherlich sind sie ein bisschen traurig, aber ich denke, sie werden sich dieser Situation stellen.“

Am Ende verblieben nach unserer Recherchen noch sieben Schüler, die gerne in Finnentrop geblieben wären. Eine davon war die Tochter der Schulpflegschaftsvorsitzenden Gudrun Kurz, die nun zum Gymnasium nach Plettenberg geht. „Ich denke, am Ende haben sich einige Schüler aufgrund der langen Wartezeiten und der Unsicherheit, wie es denn konkret weitergeht, gegen unsere Gesamtschule entschieden. Wir haben zuletzt viele Höhen und Tiefen durchgemacht“, betonte Kurz auf Nachfrage. Sie machte aus ihrer Enttäuschungen keinen Hehl. Denn: „Ich bin ein Verfechter der Gesamtschule und von dem System überzeugt, deswegen haben wir auch bis zum letzten Moment ausgeharrt.“ Jetzt wissen sie: Vergeblich.

Natürlich hätte es auch Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß (CDU) gerne gesehen, wenn die Kooperation schon nach den bevorstehenden Sommerferien zu Stande gekommen wäre. Allerdings verwies das Gemeindeoberhaupt im Gespräch mit dieser Zeitung darauf, dass bislang noch keine Unterschrift unter dem möglichen Zweckverband geleistet wurde. Insofern sei der zeitliche Faktor zu einem entscheidenden geworden. „Dennoch ist es ärgerlich, weil wir die Zusammenarbeit gerne schon jetzt gestartet hätten. Das tut mir für Eltern und Schüler sehr leid.“ Nun sei es jedoch wichtig, so Heß, bis zum Herbst die Kooperation endgültig zu beschließen, um dann mit den konkreten Planungen zu starten.

Starker Jahrgang rückt nach

Kritik äußerte er in Richtung der Schulaufsicht, die sich zu lange Zeit gelassen hätte, ehe sie Gespräche aufgenommen habe. „Die Hängepartie im Frühjahr war nicht gut für uns“, ergänzte der CDU-Politiker. Optimistisch blickt er jedoch auf das Schuljahr 2019/20, denn dann würde ein starker Jahrgang mit derzeit rund 130 Schülern der neunten Klassen nachrücken.

„Wir gehen davon aus, dass es bei der Lösung bleiben wird, die seit längerem angedacht ist“, betonte zudem auch Werdohls stellvertretender Schulleiter Sven Stocks auf Nachfrage. Er ergänzt: „Wir haben jetzt ein Jahr mehr Zeit, um die gemeinsamen Planungen voranzutreiben.“ Für die künftigen Oberstufenschüler seiner Schule gelte jedoch weiterhin, dass die Jugendlichen ihr Abitur in Werdohl machen können. „Das ist absolut gewährleistet“, so Stocks. Finnentrops Gesamtschul-Leiterin Monika Storm war bis zum späten Nachmittag aufgrund von Zeugnis-Konferenzen nicht erreichbar.

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