Corona-Auflagen

Kreis Olpe: Ab Montag warm anziehen im Schulunterricht

Mit Mundschutzmasken sitzen Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse eines Gymnasiums im Unterricht. Neben dem obligatorischen Tragen von Masken gehört das regelmäßige Lüften der Klassenräume ab Montag zum Hygienekonzept der Schulen.

Mit Mundschutzmasken sitzen Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse eines Gymnasiums im Unterricht. Neben dem obligatorischen Tragen von Masken gehört das regelmäßige Lüften der Klassenräume ab Montag zum Hygienekonzept der Schulen.

Foto: Boris Roessler / dpa

Kreis Olpe.  Nach den Herbstferien beginnt am Montag wieder die Schule. Für alle weiterführenden Schulen gilt beispielsweise die Maskenpflicht.

Am Montag startet nach den Herbstferien wieder der Unterricht. An den weiterführenden Schulen im Land gilt ab sofort wieder die Maskenpflicht, zudem muss in allen Schulen regelmäßig gelüftet werden. Wir haben uns bei den Schulen im Kreis umgehört und gefragt: Sind sie gerüstet für den Schulstart am Montag?

Aus Präventionsgründen tragen die gut 300 Kinder der Attandarra-Grundschule aus Attendorn schon längere Zeit Masken im Unterricht – auch wenn das für Grundschüler nicht verpflichtend ist. „Wir haben das mit den Eltern und Kindern besprochen und halten diese Maßnahmen für absolut sinnvoll“, erklärt Schulleiterin Wiebke Lösenbeck-Schulte. Problemlos könne die Schule auch die Vorgabe umsetzen, regelmäßig zu lüften. Mit Blick auf die kalte Witterung hat Lösenbeck-Schulte aber alle Eltern darum gebeten, ihren Kindern gegebenenfalls eine zweite Jacke mitzugeben. „Wir werden jetzt den Zwiebellook einführen, das geht nicht anders“, so Lösenbeck-Schulte.

Weitere Maßnahme: Es wird im Stundenplan keine Durchmischungen wie beispielsweise im Fach Religion geben. „Wir werden Reli ab sofort im Klassenverbund unterrichten. Schüler, die daran nicht teilnehmen, bekommen in der Zeit andere Aufgaben.“ Zudem sind die Pausenhöfe der Schule mit den beiden Standorten am Stürzenberg und am Südwall in zwei Bereiche abgetrennt, um Kontakte untereinander weiter zu minimieren.

Die neue Lüftungspflicht in allen Klassenräumen stellt auch die Schulen in der Stadt Lennestadt vor keinerlei Probleme. Die Anschaffung von teuren Lüftungsgeräten, weil zum Beispiel Fenster nicht geöffnet werden können, ist nicht nötig. „In allen Klassenzimmern der öffentlichen Schulen kann ausreichend gelüftet werden“, so Thomas Meier, Fachbereichsleiter Schulen im Rathaus.

Über den aktuellen Schulbrief des NRW-Schulministeriums in Düsseldorf vom Mittwoch, 21. Oktober, haben alle Schulen im Kreis Olpe am Mittwoch eine Lüftungsanleitung bekommen. Ab Montag gehören alle 20 Minuten Stoßlüften (sämtliche Fenster weit öffnen) – im Winter mindestens drei, im Sommer zehn Minuten - Querlüften (Durchzug durch das Öffnen der Fenster auf gegenüberliegenden Seiten) wo immer es möglich ist und Lüften während der gesamten Pausendauer zum Schulalltag wie das kleine Einmaleins in der Grundschule oder Goethes Faust in der Oberstufe.

Für alle, die es noch genauer wissen wollen, wie man richtig lüftet, ist an den Schulbrief noch ein Video des Bundesumweltamts angehängt.

Frische Luft ist gesund

Die Lüftungsexperten prognostizieren dort, dass die zwei bis drei Grad Temperaturabfall durch das Lüften nicht zu einem erhöhten Erkältungsrisiko führe, sondern das Immunsystem der Schülerinnen und Schüler sogar noch gestärkt werde. Kann man glauben, muss man aber nicht. Thomas Meier setzt auf gesunden Menschenverstand und empfiehlt ebenfalls: „Die Schülerinnen und Schüler sollten ab Montag mit entsprechender Kleidung zur Schule kommen.“ Also uncoole dicke Schuhe statt angesagte Sneakerschläppchen. Fakt ist, dass durch das Lüften nicht alle Viren durch das Fenster aus dem Klassenzimmer geblasen werden.

Thomas Meier erklärt, man müsse das Lüften im Verbund mit den anderen Hygieneregeln sehen, die von den Schulen seit den Sommerferien individuell verfeinert worden seien. „Ich glaube schon, dass wir damit jetzt eine gute Grundlage haben, mehr kann man eigentlich nicht tun.“ Eine Rückmeldung aus dem Schulalltag erwartet er in der nächsten Woche.

Pläne, bei einem weiteren Anstieg der Inzidenzzahlen auf einen Wert jenseits von 100 auf einen Unterricht im Schichtbetrieb durch das Teilen von Klassen umzustellen, gibt es in Lennestadt derzeit noch nicht. Meier: „Ich kann nicht ausschließen, dass es diese Gedanken geben wird.“ Eine Ausweitung der Unterrichtszeiten würde zu Problemen führen, allein schon wegen des Schülerfahrverkehrs.

Björn Donadell, stellv. Leiter der Olper Franziskusschule (Gymnasium und Realschule), hält den verpflichtenden Mund-Nasen-Schutz für vertretbar: „Wir sehen das als verantwortungsvolles Handeln. Man kann mit kleinem Einsatz viel erreichen.“

Lehrer seien nicht verpflichtet, Maske zu tragen, müssten aber ohne Maske ausreichend Abstand halten. Lüften sei in sämtlichen Klassenräumen möglich: „Wir werden alle 20 Minuten für fünf Minuten lüften, währenddessen weiter unterrichten, möglicherweise auch mal fürs Durchatmen pausieren.“

Unterricht für alle

Donadell begrüßt es, dass wieder alle Schüler zum Unterricht kommen könnten: „Nicht so sehr für den Unterricht als für das soziale Miteinander.“ Eine Halbierung der Klassen sei da sicherlich die zweitbeste Lösung.

Eine Änderung gibt es beim Sportunterricht: „Ab sofort kann immer nur eine Klasse in unsere Turnhalle, damit wir besser lüften können.“ Bisher hätten zwei Klassen gleichzeitig die Halle nutzen können.

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