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Kreis Olpe: Auf verwaisten Konten liegen nur Kleckerbeträge

Auf den verwaisten Konten der drei größten Banken im Kreis Olpe liegen meistens nur Kleckerbeträge.

Auf den verwaisten Konten der drei größten Banken im Kreis Olpe liegen meistens nur Kleckerbeträge.

Kreis Olpe.   Banken müssen Gelder aus verwaisten Konten einziehen und versteuern.  Bei der Volksbank Bigge Lenne waren das im vergangenen Jahr 15 000 Euro.

Herrenlose oder verwaiste Konten, die nach 30 Jahren an die Bank fallen, gibt es auch im Kreis Olpe. Ein großer Reibach ist das für die Geldhäuser nach eigener Aussage aber nicht. „Milliarden sind ohne Besitzer“ lautete eine Schlagzeile der vergangenen Woche in dieser Zeitung, die sich auf den ehemaligen NRW-Finanzminister Walter-Borjans stützte. Zwei Milliarden Euro, so schätzt er, schlummern bundesweit auf herrenlosen Konten.

Natürlich keine Milliarden, nicht mal Millionen. „Das sind eher Kleckerbeträge“, sagt Wilhelm Rücker, Vorstand der Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden. Der aktuellste Jahresabschluss ist der von 2016. „Das waren 200 Konten mit einem Durchschnittswert von 20 Euro“, sagt Rücker. „Und so sieht das jedes Jahr aus. Immer so zwischen 3000 und 4000 Euro.“ Wichtig ist ihm: Nicht die Gier treibt die Banken zum Griff aufs private Konto, sondern der Bundesfinanzhof. „In einem Urteil von 1996 hat er die Banken verpflichtet, das Geld dieser Konten nach 30 Jahren so zu behandeln, als sei es eigenes.“

Einnahmen versteuern

Der Unterschied: Geld auf einem Sparkonto wird wie eine Verbindlichkeit der Bank gegenüber dem Kunden behandelt, eingezogenes Geld muss wie eine Einnahme behandelt, also versteuert werden. Die Banken zahlen einerseits Steuern auf die eingezogenen Summen, müssen sie aber jederzeit dem Eigentümer wieder zur Verfügung stellen können. „Wenn zum Beispiel nach 35 Jahren ein Erbe mit dem Sparbuch kommt und seinen Anspruch anmeldet, müssen wir es natürlich mit Zinsen auszahlen“, so Rücker.

Dass Kleinvieh über die Jahre auch Mist macht, belegen die Zahlen der Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem (ALK). Dort werden nach Aussage von ALK-Sprecher Daniel Fitzke umsatzlose Konten mit einem Wert unter 500 Euro nach zehn Jahren auf ein Sammelkonto überwiesen, dieses Sammelkonto wird nach weiteren zehn Jahren vereinnahmt. Konten mit einem Wert von mehr als 500 Euro werden nach 20 Jahren aufgelöst.

Keine Größenordnung

Die letzte Bereinigung gab es 2017. 8541,82 Euro lagen auf Konten mit unter 500 Euro, 30 469,35 Euro auf Konten mit über 500 Euro. 86 604,39 Einnahmen verbuchte die ALK aus den zehn Jahre alten Sammelkonten. Unter dem Strich mehr als 100 000 Euro. „Die Bereinigung findet aber nur alle drei Jahre statt“, relativiert Fitzke und ergänzt: „Bei über 30 000 Konten und einer Bilanzsummer von einer Milliarde Euro ist das keine Größenordnung.“

Noch etwas schneller als die Konkurrenz mit dem roten S greift die Volksbank Bigge-Lenne durch. Konten, auf denen sich fünf Jahre nichts bewegt hat und deren Eigentümer nicht erreichbar sind, werden auf ein Sammelkonto umgebucht. Auch hier mit dem Versprechen: „Wenn sich der Eigentümer oder ein Erbe meldet, bekommt er das Geld natürlich“, sagt Frank Segref, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation. „Die Summen“, so Segref weiter, „sind jährlich unterschiedlich. 2017 waren das rund 15 000 Euro.“

>>> Info: Zentrale Servicestelle

Erben, die nicht sicher sind oder nicht wissen, ob Verstorbene bei Volksbank oder Sparkasse ein Konto hatten, können sich an eine zentrale Servicestelle (Kontakt über die Bank) wenden, um alle Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes deutscher Banken, des Sparkassen- und Giroverbandes und der Volks- und Raiffeisenbanken abzufragen.

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