Wirtschaft

Kreis Olpe: Beim Heizöl ist kein Preisstopp in Aussicht

Das Heizöl wird im Kreis Olpe immer teurer. Händler raten, jetzt Öl zu bestellen, da die Preise weiter steigen werden.

Das Heizöl wird im Kreis Olpe immer teurer. Händler raten, jetzt Öl zu bestellen, da die Preise weiter steigen werden.

Foto: Philipp Guelland

Kreis Olpe.   Die Lage im Kreis Olpe ist angespannt. Händler müssen auf andere Raffinerien ausweichen. Die Verbraucher müssen mit längeren Wartezeiten rechnen

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Trotz der kühlen und nassen Jahreszeit sind die Folgen der monatelangen Trockenheit noch immer zu spüren. Besonders mit Blick auf den Winter machen sich viele Menschen sorgen. Denn das Heizöl ist knapp und so teuer wie seit Jahren nicht mehr. „Es gibt so gut wie nirgendwo mehr Ware“, sagt Paul Schauerte, Geschäftsführer von Schauerte Heizöl aus Lennestadt. Zuletzt erreichten die Heizölpreise im Juni 2014 ein solches hohes Niveau.

Durch die lange Trockenheit sind die Wasserpegel im Rhein, Main und Donau und in den Nebenflüssen tief gesunken. Tankschiffe lassen sich nur kaum beladen. „Nach Köln kommt nur ein Drittel der ursprünglichen Ladung“, erklärt Schauerte. Um Tiefgang zu vermeiden, können nur 20 bis 30 Prozent der Kapazitäten eines Frachtschiffes genutzt werden.

Händler haben größeren Aufwand

Das bedeutet für die Heizölhändler einen erheblichen Mehraufwand, da sie aufgrund von Lieferausfällen auf andere Raffinerien ausweichen müssen.

„Wir haben bereits einen Zug aus Bremen geholt. Mein Bruder ist sogar bis nach Duisburg gefahren“, so der Geschäftsführer. Sowohl Schauerte als auch Andrea Schulte-Kremer, Bereichsleitung Energie von Raiffeisen Sauerland-Siegerland, bestätigen Lieferausfälle. „Wir weichen ebenso nach Gelsenkirchen, Duisburg und auch nach Lüttich aus“, so Schulte-Kremer. Durch die längeren Strecken sei es nicht mehr möglich, dass ein Fahrer zwei Touren an einem Tag fahre, so die Bereichsleiterin. Da Lenk-, Ruhe- sowie Arbeitszeiten eingehalten werden müssen, gebe es längere Lieferzeiten, was zu „enorm hohen Frachtkosten“ führe.

Doch neben dem Niedrigwasser im Rhein spielt der Dollar-Kurs sowie die angespannte Lage am Rohölmarkt eine wesentliche Rolle für den Preisanstieg. „Mit den Streitigkeiten zwischen Amerika und dem Iran haben wir ebenso zu kämpfen“, erklärt Schulte-Kremer, „Die Förderkürzung der Upec gegenüber dem Iran sind auch Faktoren. Wir müssen mit weiteren Preisspitzen rechnen, das Heizöl ist stark börsenabhängig.“

Preis im Kreis wird weiter steigen

Doch wie knapp ist das Heizöl im Kreis Olpe? Der Endverbraucher müsse mit Wartezeiten zwischen zwei bis sechs Wochen rechnen. Deshalb rät Schulte-Kremer: „Wer Heizöl benötigt, sollte schnellstmöglich bestellen.“ Sie schätzt, die Situation werde in den kommenden drei Monaten weiterhin angespannt bleiben. Schauerte spricht hingegen eine Entwarnung aus: „Wir beliefern die Haushalte, die es eilig haben vorweg. Ansonsten muss man eine normale Lieferzeit von 14 Tagen einkalkulieren.“ Der Geschäftsführer aus Lennestadt sieht die Lage entspannt: „Ich würde nicht von einer Knappheit sprechen. Wir kommen schließlich noch an Heizöl ran. Nur der Endpreis ist eben höher. Es sollte keine Probleme geben.“

Aktuell liegt der Preis im Kreis bei einer Abnahme von 2000 Litern bei 78 bis 79 Cent pro Liter (Stand 30. Oktober 2018). Einen festen Preis können Händler jedoch nicht nennen. „Wir haben jeden Tag andere Endpreise“, so

Schauerte. Zudem gebe es eine große Preisspanne zwischen dem Kreis Olpe und den Küstenstädten. In Hamburg sei das Heizöl wesentlich kostengünstiger. Mit einem Stopp im Preisanstieg rechne zudem keiner im Kreis Olpe.

Die Händler aus NRW hoffen auf einen Anstieg des Wasserpegels, um den wichtigsten Schifffahrtsweg über den Rhein wieder einwandfrei nutzen zu können. „Wenn das Wasser nicht steigt, wird dafür der Preis weiter steigen“, sagt Schauerte. Doch zudem sei es notwendig, dass sich die Weltwirtschaft beruhige. „Die Welt ist in Aufruhr. Amerika streitet sich mit Saudiarabien und dem Iran. Wenn sich das entspannt, dann wird sich das auch auf den Preis auswirken“, sagt Schulte-Kremer.

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